Über die guten Werke und den ausbleibenden Dank (Predigt über Matthäus 6,1–4, 1530) Von Martin Luther Wer ein Christ sein…
Karl Barth, Was ist der Mensch? (1960): „Er ist der, der in seiner Verborgenheit ebenso wenig ernstlich und wirklich geleugnet werden kann wie der wahre Gott in seiner Verborgenheit. Und er ist darin wahrer Mensch, dass der wahre Gott seiner gedenkt, und zwar tätig und wirksam gedenkt: trotz der Pracht und Schande seiner vielen Kleider, aber auch in der ganzen Pracht und Schande, die sein Teil ist. Er ist darin wahrer Mensch, dass der wahre Gott sein Gott ist: der Gott, der es auf ihn abgesehen hat, der für ihn Gott ist, der tatsächlich gerade ihn geliebt hat, liebt und lieben wird.“
Was ist der Mensch? Von Karl Barth Wer sich in der Bibel ein wenig auskennt, dem mag bei dieser Frage:…
John C. Lawrenz, Auslegung zur Simson-Geschichte (Richter 13,1–16,31): „Der nächste Moment trifft uns mit voller Tragik: Simson dachte tatsächlich, dass er noch mit Gottes Kraft und Gegenwart ausgerüstet sei. Doch der HERR war von ihm gewichen – und die Philister fielen über ihn her. Sie nahmen ihm die Augen. Sie brachten ihn nach Gaza. In einer Mühle banden sie ihn an einen Balken, der den oberen Mühlstein drehte. Im Kreis wanderte Simson, blind, im Dunkeln, und mahlte Korn. Welche Ironie: Der, der einst die Philister in Lehi wie Esel behandelte, war nun selbst ein Mühl-Esel. Der, der einst die Stadttore von Gaza trug, war nun in Gaza eingekerkert. Der, der die Felder der Philister in Brand gesteckt hatte, mahlte nun das Korn für ihr Brot.“
Auslegung zur Simson-Geschichte (Richter 13,1–16,31) Von John C. Lawrenz (1943-2024) 13,1 Wieder taten die Israeliten, was böse war in den…
Martin Buber, Gläubiger Humanismus (1963): „Von entscheidender Bedeutung für die Frage eines authentischen gläubigen Humanismus in unserer Zeit ist mithin die Erkenntnis, dass das wahre humanum und die Glaubenserfahrung in demselben Boden der Begegnung wurzeln. Ja, in der fundamentalen Glaubenserfahrung selbst darf man die höchste Stufe der realen Begegnung sehen.“
Gläubiger Humanismus Von Martin Buber Der aufrichtige Dank, den ich hier Seiner Königlichen Hoheit dem Prinzen Bernhard und denen, die…
Trinitarischer Segen (zum Sonntag Trinitatis): „Der HERR behüte Deine Seele. Jesus Christus richte Dich auf. Der Heilige Geist schenke Dir Lebensatem. So segne Dich der dreieinige Gott + der Vater, der Sohn und der Heiliger Geist.“
Der HERR behüte Deine Seele.Jesus Christus richte Dich auf.Der Heilige Geist schenke Dir Lebensatem.So segne Dich der dreieinige Gott+ der…
Heinrich Vogel: Kreuz und Hakenkreuz. Thesen des Protestes, der Frage und der Bitte an die Glaubensbewegung Deutsche Christen (April 1933): „Kein Zeichen dieser Welt hat neben dem Kreuz Platz und Recht. Die Zeichen dieser Welt sind alle unter dem Kreuz. Wir protestieren nicht gegen das Hakenkreuz, das wir vielmehr als das Zeichen unseres deutschen Volkstums anerkennen, sondern wir protestieren gegen jede Vermengung oder Gleichordnung des Hakenkreuzes mit dem Kreuz.“
Kreuz und Hakenkreuz. Thesen des Protestes, der Frage und der Bitte an die Glaubensbewegung Deutsche Christen Von Heinrich Vogel Vorwort.…
Heinrich Vogel, Das Nicaenische Glaubensbekenntnis. Eine Doxologie (1963): „Wie sollten wir dann die Sprache des Glaubens, des Gebetes, der Predigt und des Bekenntnisses anders als aus dem gehörten Wort verstehen?! Der Geist erweckt uns, die wir als das Wortwesen, als antwortende Kreatur, geschaffen sind, aus unserer Taubstummheit zum neuen, reinen Hören, zu dem Hören vor und über und nach allem Verstehen. Kein hermeneutisches Prinzip sprengt den Riegel unseres in der Pervertierung auf uns selbst ertaubten Gehörs. Der Heilige Geist lässt das Licht des Wortes die Wände unserer Zelle durchdringen und erfüllt den ganzen Raum im reinen Hören des Wortes, das er spricht. Dieses sich selber hörbar machende Wort geht allem unseren Verständnis voran, und unsere Bemühungen zu verstehen, können in Wahrheit doch nur ein Gebet sein, neu zu hören, was wir hören. Audio, ut intellegam, – ich höre, um zu verstehen, und intellego, ut audiam, — ich verstehe, um zu hören.“
DAS NICAENISCHE GLAUBENSBEKENNTNISEINE DOXOLOGIE ausgelegt von HEINRICH VOGEL LETTNER-VERLAG · BERLIN · STUTTGART 1. Auflage im Herbst 1963 © Lettner-Verlag…
Reinhold Schneiders Sonett ‚In Deiner Gegenwart‘ (1938): „Wenn wir von Deiner Gegenwart erbeben / Und täglich in Dein Licht hinüberschwinden, / Dass Du der Dritte bist, wo zwei sich finden, / Und ihrer Liebe innerlichstes Leben“
In Deiner Gegenwart Wenn wir von Deiner Gegenwart erbebenUnd täglich in Dein Licht hinüberschwinden,Dass Du der Dritte bist, wo zwei…
Jean-Pierre de Caussade, S. J. (1675–1751), Hingabe an Gottes Vorsehung (L’Abandon à la Providence Divine): „Seelen, die im Lichte wandeln, singen Lieder des Lichtes. Die sich im Dunkel vorwärtstasten, singen Lieder der Finsternis. Diese und jene muss man ihr gottgegebenes Lied zu Ende singen lassen, ohne seinem Inhalt etwas beifügen zu wollen. Man lasse alle Tropfen der bittern Galle fließen, womit Gott betäubt. So taten Jeremias und Ezechiel. Ihre Worte waren nur Seufzer und Klagen. Der Trost lag stets nur in der Fortsetzung ihrer Trauergesänge. Wer ihren Tränenstrom gehemmt hätte, würde uns schönste Stellen der Schrift geraubt haben. Der Geist, der trostlos macht, ist der einzige, der auch zu trösten vermag. Trostlosigkeit und Trost sind zwei Wasser, die aus derselben Quelle fließen.“
P. J.-P. DE CAUSSADE S. J. HINGABE AN GOTTES VORSEHUNG BENZIGER VERLAG EINSIEDELN KÖLN Die kirchliche Druckerlaubnis erteilte: Chur, den…