Gebet am Sonntagmorgen Von Karl Barth Heiliger und barmherziger Gott!Wie groß ist deine Güte, daß du uns auch diesen Tag…
William H. Willimon über Pfarrer: „Man kann mit nur bescheidenen intellektuellen Fähigkeiten Pfarrer sein, aber man kann nicht lange Pfarrer bleiben, wenn man keinen Sinn für Humor hat. Die Fähigkeit, über die Ungereimtheiten des Lebens zu lachen, Gott ernst zu nehmen, aber nicht uns selbst, die Fremdartigkeit unserer Leute anzunehmen, anstatt sie mit bloßen Händen zu erdrosseln, ist eine große Gnade.“
Über Pfarrer Von William H. Willimon Vor dem Altar Gottes, am Krankenbett, im Gespräch mit aufgewühlten Seelen, verwirrt vor dem…
Eberhard Jüngel über Karl Barth: „Die Wirkung Karl Barths ist bis jetzt noch nicht absehbar. Den ‚ewigreichen Gott‘ einer zwar subjektiv, aber niemals objektiv gottlosen Welt zu bezeugen, war das erklärte Ziel seines Wirkens. Dabei wusste er, dass es dem Reichtum Gottes nicht widerspricht, wenn seine menschlichen Zeugen am Ende seufzende und stammelnde, gerade so aber menschliche Menschen sind. In dem kleinen Seufzer, so hat er einmal bemerkt, ‚mit dem wir zu Gott sagen: Ach, ja! … steckt Alles und Alles muß auch immer wieder zu diesem kleinen Seufzer werden‘. Vielleicht wird sich gerade das als die eigentliche Wirkung Barths erweisen, daß er mit seinem gewaltigen theologischen Werk die Christenheit nur eben dies gelehrt hat, auf lautere Weise beides zu sagen: ein sich dem Geheimnis der Gnade Gottes anvertrauendes Ach und ein über die große Liebe Gottes staunendes und ihr auf menschliche Weise entsprechendes entschiedenes Ja.“
Karl Barth (1886-1968) Von Eberhard Jüngel 1 „Es sind jetzt mehr als 40 Jahre her, daß ich bei Franz Overbeck…
Paul Schempps Beileidsbrief zum Tode eines Soldaten, den dieser in Iptingen konfirmiert hatte (1946): „Sie könnten uns anklagen: »Warum habt ihr uns in diesen Wahnsinn rennen lassen? Was habt ihr getan, um es zu verhindern, dass wir in den Tod marschieren mußten?« Und ich kann mich nicht entschuldigen. In der Kirche hab’ ich wohl ein wenig für Freiheit gekämpft gegen die Vergewaltigung der Gewissen, aber was hat uns nun dieses sture Sichbefehlenlassen gekostet bis zur Zerstörung der eigenen Heimat! Angst hat man uns gemacht, und wir haben uns einschüchtern lassen und wollten doch freie Christenmenschen sein!“
Beileidsbrief zum Tode eines Soldaten, den Schempp einst in Iptingen konfirmiert hatte. Kirchheim, den 30. Januar 1946 Liebe Familie G.!…
Über die verschiedenen Formen des Atheismus: „Der theoretische Atheismus ist die bewusste und begründete Ablehnung Gottes. Die Existenz Gottes ist für ihn eine realitätsfremde Illusion. So will er an die Stelle des Gottesglaubens eine vermeintlich aufgeklärte Lebenshaltung setzen: Ein vernunftgemäßes und eigenverantwortliches Leben allein ermögliche die wahre Humanität des Menschen und führe zur Verwirklichung einer besseren Welt.“
Über die verschiedenen Formen des Atheismus In der Spätantike hatten die Kirchenväter dem Vorwurf zu begegnen, dass das Christentum atheistisch…
Martin Luther, Eine treue Vermahnung an alle Christen, sich vor Aufruhr und Empörung zu hüten (1522): „Beachte ein Gleichnis: Wenn dein Bruder mit einem Strick um den Hals gefährlich von seinem Feind gebunden wäre, und du Narr würdest zornig auf den Strick und den Feind, liefen hin und rissen den Strick mit großem Ernst zu dir oder stachen mit einem Messer danach, so würdest du wohl deinen Bruder erwürgen oder erstechen und mehr Schaden anrichten als der Strick und der Feind. Wenn du ihm aber helfen willst, musst du folgendermaßen vorgehen: Den Feind kannst du hart genug bestrafen oder schlagen, aber mit dem Strick musst du sanft und vorsichtig umgehen, bis du ihn von seinem Hals entfernt hast, damit du deinen Bruder nicht erwürgst.“
Eine treue Vermahnung an alle Christen, sich vor Aufruhr und Empörung zu hüten (1522) Von Martin Luther Jesus. Allen Christen,…
Hans-Georg Gadamer (1996): „Unter Hermeneutik verstehe ich die Fähigkeit, einem anderen zuzuhören in der Meinung, er könne Recht haben.“
Altersweise Worte von Hans-Georg Gadamer (1900-2002) im Rundfunkinterview „Die Welt als Spiegelkabinett. Zum 350. Geburtstag von Leibniz am 1. Juli…
Walter Klaiber über heilig, Heiligkeit und Heiligung: „Es geht bei der Heiligung nicht nur um die innere Gesinnung, sondern um die praktische Tat, die Gottes Liebe in dieser Welt vergegenwärtigt. Rechtfertigung und Heiligung verhalten sich dabei keineswegs zueinander wie Indikativ und Imperativ. Beide Begriffe nennen zunächst Gottes Heilshandeln an den Menschen, mit dem er sie in seine Gemeinschaft aufnimmt; dies wird einmal beschrieben mit Begriffen der Rechts- und Sozialordnung, das andere Mal mit einem Begriff aus dem Bereich des Kultischen.“
heilig, Heiligkeit, Heiligung – hermeneutische Überlegungen Von Walter Klaiber Die meisten biblischen Begriffe, die unsere Beziehung zu Gott beschreiben, stammen…
Urbanus Rhegius, Gutachten zu den Artikeln der Memminger Bauern erstellt für den Rat der Stadt Memmingen (März 1525): „Wenn jedoch Missbrauch im Zehnten vorliegt, können sie sich darüber beklagen, und eine weltliche Obrigkeit ist bei Vermeidung göttlicher Ungnade verpflichtet, sorgfältig zu prüfen und mit einer Ordnung zu verbessern, was keinen Nutzen bringt, damit es nicht durch Unordnung noch schlimmer wird. Denn in Römer 13 zeigt der Apostel, wie die weltliche Gewalt ein Diener Gottes ist, um solche Untersuchungen durchzuführen. Daher sollte sich niemand anmaßen, ohne ordentliche Gewalt den Zehnten und Zins abzuschaffen. Denn wenn man das Recht nicht ordnungsgemäß ausübt, wird daraus Unrecht. Deshalb hat Gott die weltliche Gewalt eingesetzt, um aller Unordnung im Zeitlichen zu begegnen.“
Memmingen (März 1525) Von Urbanus Rhegius Im Namen unseres Herrn Jesu Christi. Amen. Geehrte, weise, wohlgesinnte, liebe Herren, Ich habe…