Hans Joachim Iwand, Die Neuordnung der Kirche und die konfessionelle Frage (1946): „Von der Lehre her ist die Kirche immer wieder gefragt, ob sie denn auch für das Evangelium einsteht, ob sie nicht viel­mehr längst gefallen und abgefallen ist. Die Lehre hat, wenn anders sie reine Lehre ist, eine kritische Funktion gegenüber der Kirche und darum kann die Flucht in die ‚reine Lehre‘ geradezu das Zeichen dafür sein, dass die Kirche nicht steht, die Lehre kann zur Abstraktion werden, sie verliert damit ihre konstituierende Kraft. Wenn die Lehre wirklich reine Lehre ist, wenn sie also nicht selbst etwas sein will, dann müsste sie über sich hinausweisen auf Gott und sein Wort, auf seine Offenbarung; aber im Konfessionalismus wird immer wieder die Gefahr liegen, dass es umge­kehrt herauskommt, dass man meint, in der reinen Lehre des Wortes habhaft zu werden.“

Die Neuordnung der Kirche und die konfessionelle Frage (1946) Von Hans Joachim Iwand I. Die Annahme, wir hätten für die … Mehr

Hans Graf von Lehndorff, Vom Sinn der Barmherzigkeit in der modernen Welt (1969): „Wie muss ein Mensch beschaffen sein, damit er Aufgaben an seinen leidenden Mitmenschen in sinnvoller Weise wahrnehmen kann? Wenn man mich fragen würde, welche menschliche Eigenschaft ich in diesem Zusammenhang für die wichtigste halte, würde ich ohne Zögern sagen: die Dankbarkeit. Dankbarkeit äußert sich darin, dass diese Wohltat weiterwirkt, sei es auf den Wohltäter zurück oder, was das Größere ist, in die Weite hinaus auf Menschen, die ihrerseits besondere Hilfe nötig haben.“

Vom Sinn der Barmherzigkeit in der modernen Welt (1969) Von Hans Graf von Lehndorff Barmherzigkeit — wenn ich dieses Wort … Mehr

Der Bauernkrieg. Ein schönes Lied, wie es den Bauern in ganz Deutschland ergangen ist (1525): „Der Bund, als er die Sache bedachte, / zog bald mit starker Macht / nach Leipheim an der Donau; / dreitausend Bauern lagen dort, / es ist ihnen nicht wohl bekommen. // Dreitausend, so wurde mir berichtet, / wurden dort erschlagen, man spricht, / achthundert sind ersoffen, / manchem wurde der Kopf abgeschlagen, viele sind davongelaufen.“

Thomas Kaufmanns neuem Buch „Der Bauernkrieg. Ein Medienereignis“ (Herder, 2024) enthält auch ein Unterkapitel „Die Erfindung und Wertung des ‚Bauernkrieges‘ … Mehr

Hermann Sasse, Luthers Glaube an die Eine Heilige Kirche (1943): „Wie die Welt gibt, das sehen wir an den zerstörten Städten Deutschlands, an den zer­trümmerten Domen am Rhein, den tausendjährigen Gotteshäu­sern, an den rauchgeschwärzten Ruinen der alten Kirchen von Hamburg, Lübeck und Rostock. Aber durch den namenlosen Jammer dieser Zeit, durch Sterbensnot und tiefste menschliche Verzweiflung hören wir die Stimme dessen, der da zu seiner Ge­meinde spricht: „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.“ Und wir sprechen mit dem Apostel: Ja, er ist un­ser Friede. Und wir beten mit der Kirche aller Zeiten: Amen, ja komm Herr Jesu! Und wir bekennen mit Herz und Mund, mit der ganzen Christenheit: Ich glaube an den Heiligen Geist, Eine Hei­lige Christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen. Amen.“

Luthers Glaube an die Eine Heilige Kirche (1943) Von Hermann Sasse Fast drei Jahrhunderte lang hat die evangelische Kirche Augs­burgs … Mehr

Edmund Schlink über den Heiligen Geist (Ökumenische Dogmatik, 1983): „Durch den seit Pfingsten ausgegossenen Heiligen Geist vollzieht Gott sein neuschaffendes Wirken. Durch ihn durchbricht er die Taubheit und Blindheit des Menschen und öffnet ihn für die Erkenntnis der Heilstat in Jesus Christus und zum Glauben an ihn. Durch den Heiligen Geist vereinigt er die Glaubenden zum Volk des Neuen Bundes und nimmt sie in Dienst für die Bezeugung Jesu Christi in aller Welt.“

Der Heilige Geist Von Edmund Schlink Kapitel XVIII: Die Ausgießung des heiligen Geistes 1. Das Pfingstereignis Als die Zeit erfüllt … Mehr

Hieronymus‘ Homilie über die Geburt des Herrn (nach Lukas 2,7-19): „Betrachtet die Größe der Armut! Sie kehren ein in einem Stalle. Es wird nicht gesagt, dass er an der Straße stand, sondern er war an einem Nebenweg, seitwärts von der Heerstraße. Nicht am Wege, sondern abseits vom Wege, nicht an der Straße des Gesetzes, sondern auf dem Seitenpfade des Evangeliums. Anderswo war kein Platz frei für die Geburt des Erlösers als die Krippe, die Krippe, an welcher man die Lasttiere und die Esel anzubinden pflegte.“

Homilie über die Geburt des Herrn (nach Lukas 2,7-19) Von Hieronymus „Und sie legte ihn in die Krippe, weil sie … Mehr

Hans W. Frei, Die „wörtliche Lesung“ der biblischen Erzählung in der christlichen Tradition: Dehnt sie sich oder bricht sie? (The „Literal Reading“ of Biblical Narrative in the Christian Tradition. Does it Stretch or Will it Break?): „Wie sieht es mit der Zukunft der ‚wörtlichen Lesung‘ aus? Je weniger sie in der Theorie verstrickt ist und je fester sie nicht in einer narrativen (literarischen) Tradition, sondern in ihrem primären und ursprünglichen Kontext verwurzelt ist, d. h. in der ‚Regel‘ einer religiösen Gemeinschaft für eine getreue Lektüre, desto deutlicher wird sie wahrscheinlich in Erscheinung treten und desto stärker, aber auch flexibler und geschmeidiger wird sie wahrscheinlich sein.“

Hans Frei (1922-1988) ist als Theologe in Deutschland weitgehend unbekannt, obwohl er in den USA äußerst einflussreich gewesen ist. Hier … Mehr