Karl Barth über das ewige Leben: „Das «ewige» Leben ist kein anderes, zweites hinter unsrem jetzigen Leben, sondern eben dieses, aber in seiner uns jetzt und hier verborgenen Kehrseite, so wie Gott es sieht: in seinem Verhältnis zu dem, was er in Jesus Christus für die ganze Welt und so auch für uns getan hat. Wir warten und hoffen also — auch im Blick auf unsern Tod — darauf, mit Ihm (dem von den Toten auferstandenen Jesus Christus) offenbar zu werden in der Herrlichkeit des Gerichtes, aber auch der Gnade Gottes.“

Brief an Werner Rüegg, Hombrechtikon (Kanton Zürich), 1961 Von Karl Barth Basel, 6. Juli 1961 Sehr geehrter Herr Rüegg! Sie … Mehr

Eberhard Jüngel, Der Geist der Hoffnung und des Trostes. Zur Begründung des eschatologischen Lehrstücks vom Reich der Freiheit: „Der Geist der Hoffnung und des Trostes bejaht die Begrenzung des menschlichen Daseins durch Anfang und Ende, indem er dem so begrenzten Menschenleben ewige Zukunft verheißt, und identifiziert den Zwang zum Drang des Menschen in die Verhältnislosigkeit als die das Nichts über Gottes gute Schöpfung heraufbeschwörende Sünde. Nicht die Grenzen des Menschseins machen das menschliche Dasein nichtig, sondern der grenzenlose Drang des Menschen zur Selbstverwirklichung, der als solcher das menschliche Dasein verhältnislos und beziehungslos macht, ist der Grund der Nichtigkeit des menschlichen Daseins.“

Der Geist der Hoffnung und des Trostes. Zur Begründung des eschatologischen Lehrstücks vom Reich der Freiheit[1] Von Eberhard Jüngel 1.1 … Mehr

Ernst Wolf, Was wollte Luther eigentlich? (1966): „Darin, dass Christus sich des Sünders annimmt, dass er um seinetwillen sich erniedrigt, dass er für ihn eintritt, sich mit ihm solidarisch macht und ihn so den Mächten der Sünde und des Todes, der Herrschaft des Teufels entreißt, so den Menschen seiner eigenen, auch seiner religiösen Selbst-Sucht entnimmt, darin erweist sich Christus als «Herr des Lebens». Alles steht auf diesem «Artikel» des Glaubens an Christus: «Und wenn dieser Artikel wankt, so sind wir verloren».“

Was wollte Luther eigentlich? Von Ernst Wolf 1. Schrittweises theologisches Werden des Reformators Wenn die Lutherforschung den entscheidenden Durchbruch der … Mehr

Ernst Wolf über Jonathan Edwards (1703-1758): „Der Erweckungsprediger konnte so die prädestinatianische Predigt festhalten. Gott bekehrt den Menschen, indem er ihm einen Willen gibt, der in Freiheit ihn und das Gute liebt. Mit dem Harmoniegedanken verband Edwards eine eigentümliche heilsgeschichtliche Schau, in deren Mitte die Aufrichtung des Königreichs Christi stellt.“

Jonathan Edwards Von Ernst Wolf Edwards, Jonathan (1703-58), * als Sohn eines Farmer-Pfarrers in East Windsor, Conn. In früher Jugend … Mehr

Jonathan Edwards über die Schönheit der Welt (1725): „Wie sehr ähneln die Felder, die mit Pflanzen und Blumen bedeckt sind, jeder Anmut, wenn die Sonne heiter und ungestört auf sie scheint. Wie viel Ähnlichkeit, sage ich, mit jeder Anmut und schönen Gemütsverfassung, mit einer niederen gegenüber einer höheren Ursache, mit einem Erhalter, einem gütigen Wohltäter und einer Quelle des Glücks.“

Über die Schönheit der Welt (Beauty of the World) Von Jonathan Edwards Die Schönheit der Welt besteht ganz und gar … Mehr

Eric Voegelin, Der Gottesmord (1958): „Der Versuch, eine neue Welt zu schaffen, setzt also, wenn er sinnvoll unter­nommen werden soll, voraus, dass der Charakter der Seinsordnung als vorgegebener ausgelöscht, daß sie als wesensmäßig in der Verfügungsgewalt des Menschen stehend ausgelegt wird. Und die Übernahme des Seins in die Verfügungsgewalt des Menschen wieder erfordert, dass der transzen­dente Ursprung des Seins ausgelöscht wird — sie erfordert die Dekapitation des Seins, den Gottes­mord.“

Der Gottesmord Von Eric Voegelin Die Analyse der parasitischen Doxa ging von den Marxischen Texten aus, die das Frageverbot be­treffen. … Mehr

Karl Barth über die biblische Exegese und die Geschichtswissenschaft (1935): „Ob die Schlange im Paradies ‚wirklich‘ gesprochen habe? Ich würde mich entschieden dagegen wehren, diesen Vorgang mit ‚Mythus‘ zu bezeichnen. Wäre es nicht besser, sich daran zu halten, dass das nun einmal ‚geschrieben steht‘ und also sich für das zu interessieren, was die Schlange gesprochen hat? Sollte Gott gesagt haben? Wo diese Frage gehört wird, da muss man meinen, zu sein wie Gott, da muss von der Frucht gegessen werden. Da steht der Mensch schon reflektierend über dem Worte Gottes und wird ihm dann sicher nicht gehorsam sein.“

Über die biblische Exegese und die Geschichtswissenschaft Von Karl Barth Wir sprachen schon von dem Begriff der theologischen Exegese, die … Mehr

Prädestination, Erlösung und Verdammnis im wirklichen Leben: „Es ist die Pilgerschaft des Glaubens, die in einer Prädestinationslehre nicht vorweggenommen bzw. in den Status ‚gerettet‘ eingedampft werden kann. Keine Theorie mit genereller Begrifflichkeit kommt dem wirklichen Geschehen von Menschen mit ihrem je eigenen Namen gleich. Wir können uns eben nicht von der Bühne stehlen und in einen göttlichen Regieraum gehen, um das Drama von oben zu übersehen.“

Prädestination, Erlösung und Verdammnis im wirklichen Leben Die Lehre von der Prädestination zum Heil oder zur Verdammnis enthält Aussagen, die … Mehr