Martin Kähler, Die Theologie in ihrer Bedeutung für die Gemeinde dargestellt (1903): „Die Theologie ist eine Sprachmeisterin. Sie ist noch mehr, sie ist sozusagen ein fortwährender Fingerzeig auf die Wahrheit; darauf, dass das Christentum den ganzen Menschen will, und indem es den ganzen Menschen will, an eine seiner Seiten, die man beim Christentum vielmals sehr gering schätzt, sehr starke Ansprüche erhebt. Die Theologie ist unerbittlich, wenn man bloß von religiösem Gefühle, bloß von der Praxis redet; wenn man meint, Gefühl und Wille sei allein von der Religion, vom Christentum in Anspruch genommen, und es sei am besten, wenn man ganz darauf verzichtet, dass das Christentum auf Wahrheit beruhe.“

Die Theologie in ihrer Bedeutung für die Gemeinde dargestellt Von Martin Kähler Verehrte Freunde und Brüder! Warum ist dieser Gemeinschaftsconferenz … Mehr

Wolfgang Ullmann über das Nicäno-Konstantinopolitanum: „Im Ergebnis folgt das Nicäno-Konstantinopolitanum dem aus dem Apostolikum bekannten Grundriss des altrömischen Bekenntnisses, übernimmt dessen Inkarnations- und Passionsformel, die christologischen Homousieaussagen von Nicäa unter Weglassung von »aus dem Wesen des Vaters«, was wegen der inzwischen neuvollzogenen Unterscheidung von Wesen und Personen in der Trinität nötig war, und formuliert das Bekenntnis zur Gottheit des Heiligen Geistes als Mitangebetet- und Mitverherrlichtwerden dessen, der »aus dem Vater ausgeht«.“

Nicäno-Konstantinopolitanum Von Wolfgang Ullmann Der Name Nicäno-Konstantinopolitanum – auf die Gelehrtensprache des 17. Jahrhunderts (J.B. Carpzov I.) zurückgehend – bezeichnet … Mehr

Eberhard Jüngel über Karl Barth, Kein Nein ohne Ja: „Der Fund, den man in den biblischen Texten machen kann, wird von Barth mit einem einzigen Wort zur Sprache gebracht. Und dieses Wort heisst: Ja. Auch das gehört zur eisernen Ration der Theologie Karl Barths, «dass wir vom Ja und nicht vom Nein her kommen». Doch diese unsere Herkunft «von einem vorausgesetzten anfänglichen Ja» macht alles andere als selbstsicher. Es ist vielmehr «die Realität des Ja», die uns «so stark beunruhigt», dass nun das kritische Fragen überhaupt erst richtig in Gang gesetzt wird.“

Kein Nein ohne Ja. Karl Barths theologische Existenz als Provokation Von Eberhard Jüngel Als Karl Barth 1935 Deutschland verliess und … Mehr

Odo Marquard, Theodizee, Geschichtsphilosophie, Gnosis (1983): „Der Mensch braucht — angesichts dieser nun an ihn gerichteten übermächtigen Anklage — sozusagen ein Alibi, einen Sündenbock, einen, von dem er sagen kann: nicht ich bin — nicht wir sind — schuld an den Übeln, sondern ‚der‘ ist — ‚die‘ sind — schuld an den Übeln. Der einschlägig optimale Sündenbock war offensichtlich Gott; doch der steht jetzt — im geschichtsphilosophischen Zeitalter, dem nach dem Ende Gottes — nicht mehr zur Verfügung Darum muss das, was zuvor als Anklage des Menschen gegen Gott — als transzendenter, sozusagen als menschheitsaußenpolitischer Streit — abgemacht werden konnte, jetzt als Anklage des Menschen gegen Menschen — also als immanenter, als menschheitsinnenpolitischer Streit — ausgefochten werden. Folglich muss geschichtsphilosophisch — seit die Menschen selber die Urheber sind — der Sündenbock nunmehr unter den Menschen selber gefunden werden.“

Theodizee, Geschichtsphilosophie, Gnosis Von Odo Marquard Jacob Taubes hat — zugespitzt formuliert — die These vertreten: die Zentralphilosophie der Neuzeit … Mehr

Helmut Merklein, Kreuz. Biblisch-theologisch: „Im gekreuzigten, ‚für uns zum Fluch gewordenen‘ Christus (Galater 3,13) kann der homo peccator sich selbst wiederfinden, um in ihm eine neue Identität (die des alter Christus) zu gewinnen (3,28). Der Glaubende hat daher sein Fleisch (ein für allemal) gekreuzigt (5,24), so dass er (bleibend) ein mit Christus Gekreuzigter ist (2,19), in dem dieser selbst lebt (2,20).“

Kreuz. Biblisch-theologisch Von Helmut Merklein Das Kreuz ist Hinrichtungsinstrument, ursprünglich ein „Pfahl“ (staurós; vgl. lateinisch crux, Marter­holz), der bei den … Mehr

Fridolin Stier: „Nicht oft genug kann die Menschheit an die gefährliche Nachbarschaft der Übermächte erinnert werden, die um sie walten, unberechenbar und niemals zu bewältigen. Gedankenlos, bewußtseinseng nur von ihren Geschäften und Hän­deln in Atem gehalten, von all dem Lärm darum betäubt, lebt sie dahin, als wäre nur ihre Welt die einzig wahre.“

Meine Solidarität mit den Menschen verwehrt mir nicht, mich durch solche Botschaften aus dem Unter­grund der unverfügbaren Gewalten in freudige … Mehr

Nicolás Gómez Dávila, Aphorismen über Gott und die Welt: „Gott ist die Wahrheit aller Illusionen. / Weisheit besteht darin, Gott nicht lehren zu wollen, wie man die Dinge zu machen hat. / Der Mensch erschafft seine Götter nicht nach seinem Ebenbild – er entwirft sich selbst nach dem Ebenbild der Götter, an die er glaubt. / Die Verzweiflung ist die düstere Schlucht, durch die die Seele emporsteigt zu einem Universum, das die Gier nicht mehr trübt. / Der größte Irrtum der Moderne ist nicht, den Tod Gottes zu verkünden, sondern zu glauben, der Teufel sei gestorben.“

Aphorismen über Gott und die Welt Von Nicolás Gómez Dávila (1913-1994) Unsere letzte Hoffnung liegt in der Ungerechtigkeit Gottes. Wenn … Mehr