Adolf Martin Ritter über Arius: „Es macht den einzigartigen Rang des »arianischen Streites« und seine exempla­rische Bedeutung bis heute aus, dass man ihm wohl erst dann voll gerecht wird, wenn man sich darin die Problematik der geistesgeschichtlichen Bezie­hungen zwischen Antike und Christentum überhaupt bündeln und verdichten sieht. Dadurch, daß die Alte Kirche – nach einigem Schwanken gewiß – am Ende dem Arianismus gegenüber bei ihrem Nein blieb, kam es zum Bruch mit der naiven Aufnahme antiken Seinsverständnisses zur Deutung des biblischen Kerygmas.“

Arius Von Adolf Martin Ritter Arius (Areios) war (nach Epiphanius, Panar. 69, 1.2) Libyer von Herkunft. Sein Geburtsjahr könnte etwa … Mehr

Thomas F. Torrance über das Homoousion: „‚Homoousion‘ ist alles andere als eine Zwangsjacke für das Evangelium. Ganz im Gegenteil: durch den Bezug auf den ontischen Zusammenhang in der Beziehung zwischen Christus und dem Vater hat es sich als eine so fruchtbare Interpretationshilfe im Dienst des Evangeliums und der fortschreitenden, immer tiefer eindringenden Erfassung der Wahrheit erwiesen, daß es in der Alten Kirche als eine den nicänischen Vätern gewährte ‚inspirierte‘ Einsicht verehrt wurde. Deshalb hat sich auch der diese Einsicht ausdrückende Terminus von einem ökumenischen Konzil zum anderen bewährt, und zwar wegen seiner schöpferischen und heuristischen Kraft. Er war im Urgrund des Glaubens der Kirche so tief verwurzelt, dass er immer neue Hinweise auf noch tiefere Gesichtspunkte der göttlichen Wirklichkeit in Jesus lieferte, die im Bewusstsein der Kirche zu Wort kommen wollten.“

Homoousion Von Thomas F. Torrance Ich glaube … an Jesus Christus …Gott von Gott, Licht vom Licht,wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen … Mehr

James Barr über Friedrich Mildenbergers Biblische Dogmatik: „Mein abschließendes Urteil über Mildenbergers faszinierendes Werk ist, dass es sich um einen theologiegetriebenen und nicht um einen bibelorientierten Vorschlag handelt. Das Schema wird durch die nachbiblische theologische Tradition konstituiert, und das biblische Material wird in dieses Schema eingefügt. Es wäre falsch zu behaupten, dass Mildenberger nicht darüber nachdenkt, ob es biblisches Material gibt, das nicht in das Schema passt. Doch obwohl diese Frage zweifellos in seinem Kopf ist, gibt es kaum oder keine positive Auseinandersetzung mit ihr.“

Über Friedrich Mildenbergers Biblische Dogmatik Von James Barr Einige Leser könnten überrascht sein, dass ich hier ein Werk vorstelle, das … Mehr

Kornelis Heiko Miskotte, Flucht aus Babel (Vlucht uit Babel, 1956): „Tragisch wird es erst, wenn auch die Kirche in derselben Sprachzersetzung ihr Leben fristen müsste. Wenn sie keine Synthese zwischen Tradition und Innovation fände, zwischen der stets wirksamen Gleichnisrede und dem kreativen Bild. Wenn auch dort keine Jahrhunderte überspannende, Völker verbindende, die Philosophien überragende Einheit und Einfachheit der Sprache gefunden würde.“

Flucht aus Babel (Vlucht uit Babel, 1956) Von Kornelis Heiko Miskotte Ganz ruhig sprechen wir es aus: Wir verstehen einander … Mehr

Friedrich Gogarten, Zwischen den Zeiten (Christliche Welt, 1920): „Hüten wir uns in dieser Stunde vor nichts so sehr, wie davor, zu überlegen, was wir nun tun sollen. Wir stehen in ihr nicht vor unserer Weisheit, sondern wir stehen vor Gott. Diese Stunde ist nicht unsere Stunde. Wir haben jetzt keine Zeit. Wir stehen zwischen den Zeiten.“

Zwischen den Zeiten Von Friedrich Gogarten 1. Das ist das Schicksal unserer Generation, daß wir zwischen den Zeiten stehen. Wir … Mehr

Robert W. Jenson über Theosis und die Lehre von der Trinität (1993): „Die Einheit Gottes besteht nicht in der Einzigartigkeit, mit der seine Natur verwirklicht wird, sondern in der Kohärenz des einen Lebens oder der einen Geschichte, die zwischen Vater und Sohn im Heiligen Geist gelebt wird. Insofern wir „ist“ in diesem speziellen Zusammenhang verwenden, werden wir sagen: Der eine dreieinige Gott ist dieses Leben. Es gibt also ein Leben, das Gott ist. Und dieses Leben ist in sich selbst gemeinschaftlich; es gibt drei personale Individuen, die dieses Leben miteinander vollziehen. Daher können sie uns in dieses Leben hineinnehmen. So verstanden – gemäß der kappadokischen Trinitätslehre – können wir Gott werden, ohne die göttliche Natur zu erwerben, und damit ohne zusätzliche Instanzen dieser Natur zu werden.“

Theosis Von Robert W. Jenson (1930-2017) I Es ist bekannt, dass die Kirche der Väter das Heil in erster Linie … Mehr

Johann Baptist Metz, Gotteskrise. Versuch zur »geistigen Situation der Zeit« (1993): „Die biblische Botschaft ist in ihrem Kern eine Zeitbot­schaft, eine Botschaft vom Ende der Zeit. Alle biblischen Aussagen tragen einen Zeitvermerk, einen Endzeitvermerk. Die Art, wie das Christentum zur Theologie wurde, hat den heilsdramatischen Zusammenhang zwischen Gott und Zeit entspannt. Die Theologie lebt zumeist von fremden, von ge­borgten Zeitverständnissen, die es in meinen Augen fraglich machen, wie in Verbindung mit ihnen der Gott der biblischen Überlieferung anzusprechen und zu denken sei.“

Gotteskrise. Versuch zur »geistigen Situation der Zeit« Von Johann Baptist Metz I. Zeitansage, zu sagen, was ist, war einmal Sinn … Mehr

Heinrich Vogel, Das Nicaenische Glaubensbekenntnis. Eine Doxologie (1963): „Wie sollten wir dann die Sprache des Glaubens, des Gebetes, der Predigt und des Bekenntnisses anders als aus dem gehörten Wort verstehen?! Der Geist erweckt uns, die wir als das Wortwesen, als antwortende Kreatur, geschaffen sind, aus unserer Taubstummheit zum neuen, reinen Hören, zu dem Hören vor und über und nach allem Verstehen. Kein hermeneutisches Prinzip sprengt den Riegel unseres in der Pervertierung auf uns selbst ertaubten Gehörs. Der Heilige Geist lässt das Licht des Wortes die Wände unserer Zelle durchdringen und erfüllt den ganzen Raum im reinen Hören des Wortes, das er spricht. Dieses sich selber hörbar machende Wort geht allem unseren Verständnis voran, und unsere Bemühungen zu verstehen, können in Wahrheit doch nur ein Gebet sein, neu zu hören, was wir hören. Audio, ut intellegam, – ich höre, um zu verstehen, und intellego, ut audiam, — ich verstehe, um zu hören.“

DAS NICAENISCHE GLAUBENSBEKENNTNISEINE DOXOLOGIE ausgelegt von HEINRICH VOGEL LETTNER-VERLAG · BERLIN · STUTTGART 1. Auflage im Herbst 1963 © Lettner-Verlag … Mehr

Ernstpeter Maurer, Dreimal eins gleich eins? Drei und doch einer: Der dreieinige Gott: „In jeder der drei Personen ist Gottes Wesen ganz zu fassen — und in jeder der drei Personen wieder auf jeweils eigene Weise auf die beiden andern bezogen. Die Personen unterscheiden sich nicht so, dass sie dreifach das eine göttliche Wesen verwirklichen. Dann müssten wir von drei Göt­tern sprechen, so wie drei Enten dreimal anders das Wesen einer Ente verwirklichen und zu selbstständigen Einzelwesen werden.“

Dreimal eins gleich eins? Drei und doch einer: Der dreieinige Gott Von Ernstpeter Maurer Kennen Sie Tick, Trick und Track? … Mehr