Wort an die Gemeinden in den Gliedkirchen des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR wider die Einführung des obligatorischen … Mehr
Kategorie: Politische Ethik
Ernst Cassirer über das Wiederkehr des Mythus in der Gesellschaftskrise (Vom Mythus des Staates, 1945): „Der Mythus ist nicht wirklich besiegt und unterdrückt worden. Er ist immer da, versteckt im Dunkel und auf seine Stunde und Gelegenheit wartend. Diese Stunde kommt, sobald die anderen bindenden Kräfte im sozialen Leben des Menschen aus dem einen oder anderen Grunde ihre Kraft verlieren und nicht länger imstande sind, die dämonischen mythischen Kräfte zu bekämpfen.“
Über das Wiederkehr des Mythus in der Gesellschaftskrise Von Ernst Cassirer Die mythische Organisation der Gesellschaft scheint von einer vernünftigen … Mehr
Leonhard Goppelt über die Christen in der nachchristlichen Gesellschaft der Endzeit nach der Offenbarung des Johannes: „Das Lamm empfängt aus Gottes Hand das Buch mit den sieben Siegeln (5,7), d. h. dem, der für alle gestorben ist, wird die Vollstreckung von Gottes Geschichtsplan, auch gegenüber den Widersachern Gottes, übergeben. Er wird zum endzeitlichen Herrscher eingesetzt, der die Geschichte auch und gerade im Blick auf die Widersacher zum Ziel bringen wird. Er wird, wie beim Öffnen der Siegel sichtbar wird, die das Evangelium ablehnende Geschichte an ihrem Widerstreit sterben lassen.“
Die Christen in der nachchristlichen Gesellschaft der Endzeit nach der Offenbarung des Johannes Von Leonhard Goppelt Johannes Behm, Gott und … Mehr
Emmanuel Lévinas, Ohne Namen (Sans Nom, 1966): „Wir sagen nicht, dass die jüdische Bedingung ein Schutz gegen dieses Risiko sei. Ein Volk wie jedes andere, das ebenfalls wünscht, die Stimmen seines Gewissens in einer unvergänglichen Zivilisation wiederzufinden; ein älteres Volk, skeptischer, forschender als andere, das sich fragt – früher als andere –, ob diese Stimmen nicht schon das Echo einer Geschichte sind, die über sie hinausweist. Ein Volk, das wie alle anderen nach Glück strebt, verliebt in die Süße des Lebens. Doch durch eine seltsame Erwählung ist es ein Volk, das so geformt und so inmitten der Nationen gestellt ist – ist das Metaphysik oder Soziologie? – dass es sich von einem Tag auf den anderen, ohne Vorwarnung, in der Trostlosigkeit seines Exils, seiner Wüste, seines Ghettos oder seines Lagers wiederfindet, all die Herrlichkeit des Lebens fortgefegt wie Lumpen, der Tempel in Flammen, die Propheten ohne Vision, reduziert auf eine innere Moral, die von der Welt geleugnet wird. Ein Volk, das – selbst in Friedenszeiten – dem antisemitischen Wort ausgesetzt ist, weil es in diesem Wort etwas hört, das für gewöhnliche Ohren unhörbar ist. Und schon weht ein eisiger Wind durch die noch anständigen oder luxuriösen Räume, reißt Wandteppiche und Bilder fort, löscht Lichter aus, reißt Risse in die Wände, zerfetzt Kleider und bringt das Geheul und Gebrüll unerbittlicher Massen. Das antisemitische Wort – ist es ein Schimpfwort wie jedes andere?“
Ohne Namen (Sans Nom) Von Emmanuel Lévinas Seit dem Ende des Krieges ist das Blut nicht aufgehört zu fließen. Rassismus, … Mehr
Stanley Hauerwas und John Berkman über Gewalt als Thema der christlichen Ethik (1995): „Eine der großen Ironien der christlichen Tradition ist, dass viele Rechtfertigungen von Gewalt, die Christen vertreten, auch die Hinrichtung Jesu durch die römischen Behörden legitimieren würden. Dennoch haben die meisten Christen weiterhin an der Zentralität des Kreuzes festgehalten und damit eine ständige Spannung zwischen christlichen Überzeugungen und der Legitimation von Gewalt aufrechterhalten. Das Neue Testament zeichnet Jesus eindeutig als jemanden, der mit Gewalt umging, indem er den grundlegenden Anspruch der Notwendigkeit oder Wirksamkeit von Gewalt infrage stellte.“
Gewalt Von Stanley Hauerwas und John Berkman In ähnlicher Weise, wie für den einen eine Person ein „Terrorist“ und für … Mehr
Paul Althaus, Kirche und Volkstum (1927) und die Ambivalenz seiner Volkstumstheologie: „Jedes Volk — auch das unsere, findet in der Geschichte, die dem Reiche Gottes entgegengeht, seinen Lebenssinn, seine gottgegebene Stelle und darum unendliche Verantwortung, Verantwortung auch dafür, das eigene Leben stark, frei, rein zu halten für den Dienst am Reiche Gottes. Die Völker bekommen verschiedene Sendung von dem Herrn der Geschichte. Unserem Volke ist durch seine Geschichte von Gott gezeigt, daß er ihm Besonderes anvertraut hat.“
Kirche und Volkstum (1927)[1] Von Paul Althaus 1. „Kirche und Volkstum“ — einer Versammlung des deutschen evangelischen Kirchentages im deutschen … Mehr
Vaterländische Kundgebung des Königsberger Kirchentages 1927 und die Volktumstheologie: „Wir sind Deutsche und wollen Deutsche sein. Unser Volkstum ist uns von Gott gegeben. Es hochzuhalten ist Pflicht, zwiefache Pflicht in einer Lage wie der gegenwärtigen. Ein Weltbürgertum, dem das eigene Volk gleichgültig ist, lehnen wir ab. Man will Christentum und Deutschtum einander entfremden, ja auseinanderreißen. Das bedeutet eine tödliche Gefahr für unser Volk. Die Kirche kann dazu nicht schweigen. Sie ruft zum Kampf und zum Einsatz aller Kraft für die immer völligere Durchdringung des Volkslebens mit dem Geiste des Evangeliums. Wir müssen bleiben, was wir waren, ein Volk, das feine tiefsten Lebenskräfte aus dem Evangelium schöpft. Solche Arbeit an der Seele unseres Volkes muß geschehen gerade auch im Blick auf die innerlich uns entfremdeten Volksgenossen. Wir können und wollen sie nicht lassen.“
Vaterländische Kundgebung des Königsberger Kirchentages 1927 Im Juni 1927 fand im ostpreußischen Königsberg der zweite offizielle Deutsche Evangelische Kirchentag statt. … Mehr
Heiner Bielefeldt über Konversion als Bestandteil der Religions- und Weltanschauungsfreiheit (2016): „Die Frage der Konversion war und bleibt der Lackmustest für das Verständnis der Religions- und Weltanschauungsfreiheit als universelles Menschenrecht, das allen Menschen in Anerkennung ihrer unantastbaren Würde zusteht. Ohne die Möglichkeit, die eigene Religion oder Weltanschauung zu wechseln, würden Entscheidungen, in einer bestimmten Religionsgemeinschaft zu verbleiben, im Umkehrschluss nicht mehr als Ausdruck von Freiheit gelten. Darüber hinaus kann das Recht auf Religionswechsel – in Verbindung mit dem Recht, andere zum Überdenken ihrer Orientierung einzuladen – religiöse Gemeinschaften auch einem gesunden Wettbewerb aussetzen, anstatt lediglich deren Zusammenhalt zu gefährden.“
Konversion als Bestandteil der Religions- und Weltanschauungsfreiheit (2016) Von Heiner Bielefeldt Definition: Im Kontext der Religions- und Weltanschauungsfreiheit umfasst der … Mehr
Heiner Bielefeldt über Menschenrechte: „Die Menschenrechte institutionalisieren den Respekt vor der Würde des Menschen rechtspraktisch dadurch, dass sie jedem Menschen grundlegende Freiheits-, Gleichheits- und Teilhaberechte garantieren. Freiheit, Gleichheit und Teilhabe (früher: »Brüderlichkeit«) gelten als gleichsam architektonische Prinzipien, die alle menschenrechtlichen Einzelnormen prägen.“
Menschenrechte Von Heiner Bielefeldt I. Zwischen Recht, Moral u. religiöser Ethik Bei den Menschenrechten handelt es sich um grundlegende Freiheits-, … Mehr