Hans Joachim Iwand, Zur theologischen Begründung des Widerstandes gegen die Staatsgewalt: „Jeder echte christliche Widerstand gegen die Staatsgewalt er­folgt aus der hohen und positiven Einschätzung des Staates. Die Christen sind mitverantwortlich, dass der Staat als eine dem Rechte und dem Frieden dienende Macht nicht in sein Gegenteil pervertiert wird. Der Satz, dass alle Macht böse ist, muß dazu führen, dass den Bösen die Macht ausgeliefert wird.“

Zur theologischen Begründung des Widerstandes gegen die Staatsgewalt Von Hans Joachim Iwand I. In diesen Tagen, als ich mich auf … Mehr

Trutz Rendtorff, Erweiterte Nächstenliebe. Die Begründung der Menschenrechte bedarf keiner theologisch-dogmatischen Herleitung: „Das moderne Konzept der Menschenrechte beruht auf spezifischen historisch-kulturellen Voraussetzungen. Und je weiter die Menschenrechte auf soziale und kulturelle Lebensformen hin ausdifferenziert werden, umso stärker treten auch ihre spezifisch westlichen Implikationen hervor und desto größer wird das globale Konfliktpotenzial. Die Kirchen haben mit diesem Problem ihre eigenen Erfahrungen aus der Geschichte der neuzeitlichen Mission.“

Erweiterte Nächstenliebe. Die Begründung der Menschenrechte bedarf keiner theologisch-dogmatischen Herleitung Von Trutz Rendtorff Das erste und fundamentale Prinzip in der … Mehr

Hannah Arendt, Über den Totalitarismus. Vorwort und abschließende Bemerkungen zur ersten Auflage von The Origins of Totalitarianism (1951): „Unsere neue Schwierigkeit liegt darin, dass ein fundamentales Mißtrauen in alles, was nur gegeben ist, zu unserem Ausgangspunkt geworden ist – ein Misstrauen gegen alle Gesetze sowie moralischen und gesellschaftlichen Vorschriften, die aus einem gegebenen, umfassenden, universalen Ganzen abgeleitet werden. Die Quellen der Autorität des Rechts werden untergraben, und es werden die letzten Ziele der politi­schen Organisationen und Gemeinschaften in Frage gestellt; das zwingt uns nicht nur, neue Gesetze zu finden und zu vererben, sondern auch ihr eigentliches Maß, den Maßstab von Gut und Böse, das Prinzip ihrer Quelle, zu finden und zu vererben.“

Über den Totalitarismus. Vorwort und abschließende Bemerkungen zur ersten Auflage von The Origins of Totalitarianism (1951) Von Hannah Arendt Vorwort … Mehr

Über den Thymos und dessen schädigenden Auswirkungen: „Wo der wählerische Homo optativus immer weniger für sich selbst erreichen kann und immer mehr zu verlieren hat, lässt die Verlusterfahrung den Thymos über sich herauswachsen. Als Populismus oder Haltungsaktivismus kollektiviert zersetzt er in seinem Eifer den Gemeinsinn, senkt Toleranzschwellen und lässt Konflikte eskalieren. Ist die kommunikative Vernunft nicht länger einem kollektivierten Thymos gewachsen, zerfällt ein demokratischer Verfassungsstaat in einen Tribalismus oder wird durch eine Diktatur ersetzt.“

Über den Thymos und dessen schädigenden Auswirkungen Von der anthropologischen Tradition her unterscheidet man bezüglich des Menschseins zwischen Geist (pneuma/spiritus) … Mehr

Die Jotamfabel (Richter 9) und die Zukunft politischer Mandatsträger: „Die überkritischen Urteile bezüglich Politikern in den Medien und insbesondere die Verunglimpfungen in den sozialen Medien führen dazu, dass immer weniger kompetente Bürger mit Sachverstand, Urteilsvermögen und Entscheidungsfähigkeit bereit sind, politische Mandate zu übernehmen. Es steht zu befürchten, dass an ihrer Stelle vermehrt Personen sich zu Wahl stellen, die nichts zu verlieren haben und die in ‚bestechender‘ Weise den Herausforderung des jeweiligen Amtes nicht gewachsen sind.“

Die Jotamfabel (Richter 9) und die Zukunft politischer Mandatsträger Die sogenannte Jotamfabel, die Jotam auf die Königswahl Abimelechs und dessen … Mehr

Über Leopoldine Weizmann (1898-2002): „Leopoldine Weizmann, Tochter des Rechtsanwalts Samuel Weizmann und der Marie Frendl, die beide aus Österreich stammten, verbrachte ihre Kindheit in einer wohlhabenden, nicht praktizierenden jüdischen Familie in Wien. Sie hatte eine ältere Schwester, Gertrud, und einen jüngeren Bruder, Fritz, die nach Kanada auswanderten. Ihr Vater starb im April 1943 bei der Deportation nach Auschwitz. Chaim Weizmann, der erste Präsident des Staates Israel, war ein Cousin, dessen zionistische Optionen sie nicht teilte.“

In seiner Biographie über Hannah Arendt erwähnt Thomas Meyer Leopoldine Weizmann, die in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts dem … Mehr

Wie soll das gut gehen? Identifikation, Sympathismus und das eigene Urteil: „Das Problem ist der eigene Identifikationsanspruch, sich als nicht unmittelbar Betroffener mit einem Kollektiv emotional gleichzusetzen und deren (vermeintlichen oder tatsächlichen) Motive und Ideale in das eigene Ich zu übernehmen. Um eine solche Identifikation aufrechterhalten zu können, müssen nicht nur moralische Ambiguitäten, sondern auch explizites Fehlverhalten, wenn nicht gar Verbrechen sowie das Leiden der davon Betroffenen ignoriert bzw. geleugnet werden. So stehen am Ende eines Sympathisantismus mitunter Empathielosigkeit bzw. Selbstgerechtigkeit.“

Wie soll das gut gehen? Identifikation, Sympathismus und das eigene Urteil Wie soll das gut gehen – sich persönlich mit … Mehr

Hannah Arendt, Einige Fragen der Moralphilosophie (Some Questions of Moral Philosophy, 1965): „Wir haben den totalen Zusammenbruch aller etablierten moralischen Standards im öffentlichen und privaten Leben während der 30er und 40er Jahre miterlebt, und zwar nicht nur (wie man heute gewöhnlich annimmt) in Hitlerdeutschland, sondern auch in Stalins Russland, wo in diesem Moment von der jüngeren Generation Fragen gestellt werden, die große Ähnlichkeit mit denen haben, die derzeit in Deutschland diskutiert werden.“

Einige Fragen der Moralphilosophie. Einführungsvortrag Von Hannah Arendt Meine Damen und Herren! Viele von uns haben in den letzten Wochen … Mehr