Helmuth James Graf von Moltke, Entwurf politischer Leitaussagen des Kreisauer Kreises (1943): „Im Zusammenbruch bindungslos gewordener, ausschließlich auf die Herrschaft der Technik gegründeter Machtgestaltung steht vor allem die europäische Menschheit vor dieser Aufgabe. Der Weg zu ihrer Lösung liegt offen in der entschlossenen und tatkräftigen Verwirklichung christlichen Lebensgutes.“

Entwurf politischer Leitaussagen des Kreisauer Kreises Von Helmuth James Graf von Moltke Kreisau, 9. August 1943 Die Regierung des Deutschen Reiches sieht … Mehr

Karl Barths offener Brief in Sachen kirchlicher Treueeid auf Adolf Hitler vom August 1938: „Die Sache des Bekenntnisses, zu dem wir uns 1934 gemeinsam berufen wußten, wird jetzt nur von denen vertreten wer­den, die sich Ihrer Anweisung nicht fügen werden. Sei es darum, weil sie ihre eigenen vier Forderun­gen ernster genommen hatten als Sie selbst, sei es, weil sie darüber hinaus der Mei­nung sind, daß dieser Eid allerdings nicht geschworen werden dürfte, weil er unter allen Um­ständen gegen das erste Gebot verstößt.“

Offener Brief zur Ableistung des Treueides auf Adolf Hitler durch Pfarrer Von Karl Barth An die 6. Bekenntnissynode der Evangelischen … Mehr

Maximilian Forschner, Das Gute: „Die neuzeitliche Rede vom Guten ist von aller objektiv-teleologischen Interpretation des Seienden abgelöst. Das Gute ist demnach nicht ein Prädikat, das eine objektive Eigenschaft des Seienden beschreibt, sondern ein Relationsbegriff, in dem die wertende Einstellung eines Subjekts zu diesem Seienden zum Ausdruck kommt. Da menschliches Begehren auch und primär in seiner Bedürfnisstruktur wurzelt, wird das (außermoralisch) Gute vielfach in jene Güter gesetzt, die der Befriedigung der Bedürfnisse dienen. Da menschliche Bedürfnisse gesellschaftlicher Vermittlung und geschichtlichem Wandel unterliegen, ist das so verstandene Gute relativ zu Person, Ort und Zeit.“

Das Gute Von Maximilian Forschner Das Gute gehört zu den zentralen Begriffen der Metaphysik und der praktischen Philosophie. Gleichwohl ist … Mehr

Leo Löwenthal über amerikanische Agitatoren (Prophetes of Deceit, 1949): „Die Themen werden mit einer frivolen Leichtigkeit vorgetragen. Die Aussagen des Agitators sind oft zweideutig und unseriös. Es ist schwierig, ihn auf irgendetwas festzulegen, und er erweckt den Eindruck, dass er absichtlich schauspielert. Er scheint zu versuchen, sich einen Spielraum der Unsicherheit zu lassen, eine Rückzugsmöglichkeit, falls eine seiner Improvisationen fehlschlägt. Er legt sich nicht fest, denn er ist bereit, zumindest vorübergehend, mit seinen Vorstellungen zu jonglieren und seine Kräfte zu testen. Er bewegt sich in einem Zwielicht zwischen dem Anständigen und dem Verbotenen und ist zu jedem Mittel bereit, von Witzen über Doppelzüngigkeit bis hin zu wilden Extravaganzen.“

Über amerikanische Agitatoren (Prophetes of Deceit) Von Leo Löwenthal und Norbert Guterman Die Tirade des Agitators mag einfach als das … Mehr

Stephen E. Hanson und und Jeffrey Kopstein (The Assault on the State) über die Wiedergeburt des Patrimonialismus als Herrschaftsform: „Viele dieser Führer sind an die Macht gekommen, indem sie relativ freie und faire Wahlen gewonnen haben. Diese Männer als ‚antidemokratisch‘ darzustellen, kann bei ihren Anhängern das Gefühl schüren, dass das ‚liberale Establishment‘ heuchlerisch ist: Wenn Liberale Wahlen verlieren, nennen diese die Gewinner dann „Autoritäre“. Wir sind der Meinung, dass der treffende Begriff ‚Patrimonialismus‘ des deutschen Soziologen Max Weber die Bedrohung, die diese Führer für moderne Institutionen darstellen, besser beschreibt. Diese Männer geben sich als ‚Väter‘ ihrer Nationen aus, führen den Staat als eine Art ‚Familienunternehmen‘ und verteilen Staatsvermögen und Schutz an Loyalisten.“

In ihrem Buch The Assault on the State. How the Global Attack on Modern Government Endangers Our Future (John Wiley … Mehr

Manès Sperber, Mein Judesein (1979): „Ich fühle mich keineswegs verpflichtet zu allem, was die Eigenen tun, ja zu sagen, sondern eher im Gegenteil dazu berechtigt, schärfer als sonst alles zu kritisieren, was bei ihnen ungerecht, unwürdig, zu anspruchsvoll oder opportunistisch und daher unecht sein kann. Solche Strenge habe ich selbst erfahren und sie mir ohne Zögern zu eigen gemacht. Jedoch hat es seither Jahre gegeben, da Jude sein unentrinnbares Leiden bedeutete und ein unaufhörliches Mitleiden; es blieb keine Strenge, sondern nur ein winziger Rest von Zuversicht zurück und der Wille zum Widerstand, doch zumeist keine Möglichkeit, ihn zu leisten.“

Mein Judesein Von Manès Sperber I Ich schreibe diese Zeilen mitten in der Stadt, deren Na­men ich als Kleinkind im … Mehr

Sind Pfarrerinnen und Pfarrer etwa auch „symbolische Kapitalisten“ im Sinne Musa al-Gharbis (We Have Never Been Woke)? „Unsere Berufe bieten Freiheit, sozialen Status, Prestige. Wie rechtfertigen wir das? Indem wir laut behaupten: ‚Das alles ist nicht um unserer selbst willen! Wenn ihr uns diese Privilegien gebt, ist das für jeden besser, besonders für die Geringsten unter uns, besonders für die Ausgegrenzten und Benachteiligten!'“

Sind Pfarrerinnen und Pfarrer etwa auch „symbolische Kapitalisten“ Das ist wohl eine Ansage, das Buch des amerikanischen Soziologen Musa al-Gharbi … Mehr

Werner Elert, Der Christ und der völkische Wehrwille (1937): „Dass der Christ die Gemeinschaft seines Volkes nicht verleugnen kann, dass sein Glaube ihn nötigt, die Grundbedingung seiner irdischen Existenz aus der Hand Gottes entgegenzunehmen und dass er in Bereitschaft, Dienst und Liebe die praktischen Folgerungen daraus zieht, haben wir erwiesen. Aber die Durchführung des Wehrwillens bedeutet ja nun nicht nur irgendeinen Dienst und irgendeine Bereitschaft, sondern Waffendienst und Kampfbereitschaft. Der Wehrwille eines ganzen Volkes kann ohne diesen persönlichen Dienst und diese persönliche Kampfbereitschaft nicht durchgesetzt werden.“

Wer die Theologie Werner Elerts beurteilen will, muss sich dem stellen, was Elert während des Nationalsozialismus vorzutragen wusste und was … Mehr