Hans Jonas, Techniken des Todesaufschubs und das Recht zu sterben (The Right to Die, 1978): „Zur Verteidigung des Rechtes zu sterben muss daher die wirkliche Berufung der Medizin neu bejaht werden, um sowohl Arzt wie Patienten aus ihrer jetzigen Knechtschaft zu befreien. Das neuartige Phänomen von Patientenohnmacht gekoppelt mit der Macht todesverzögernder Techniken unter öffentlicher Obhut verlangt eine solche Wiederbejahung. Nun läßt sich, so glaube ich, Einhelligkeit darüber erzielen, daß die Treuhandschaft der Medizin es mit der Ganzheit des Lebens zu tun hat.“

Techniken des Todesaufschubs und das Recht zu sterben (The Right to Die) Von Hans Jonas Die erste Reaktion auf den … Mehr

Martin Buber, Zwei Völker in Palästina (1947): „Sei dieses vielleicht schwierigste aller politischen Probleme der Gegenwart, die jüdisch-arabische Situation, die Probe aufs Exempel: aus allen Völkern müssen unabhängige Geister, die dem Kampf aller gegen alle um Macht und Besitz nicht verfallen sind, zusammentreten und eine gerechte Bewältigung der Situation vorbereiten.“

Zwei Völker in Palästina (1947) Von Martin Buber Ich will Ihnen von Palästina erzählen nicht zu dem Zweck allein, um … Mehr

Michael Sandel, Wer reich und mächtig ist, ist gut. Die Tyrannei der Leistung und die Politik der Demütigung: „Wir sehen Erfolg in einer Weise, wie die Puritaner Erlösung betrachteten – nicht als etwas, das von Glück oder Gnade abhängig ist, sondern als etwas, das wir uns durch eigene Anstrengung und Mühe verdienen. Das ist der Kern der meritokratischen Ethik. Sie rühmt die Freiheit – die Fähigkeit, mein Schicksal vermöge harter Arbeit zu steuern – und die Verdienste. Wenn ich dafür verantwortlich bin, dass ich einen hübschen Anteil weltlicher Güter angehäuft habe – Einkommen und Vermögen, Macht und Prestige –, dann muss ich mir das verdient haben. Erfolg ist ein Zeichen der Tugend. Mein Wohlstand steht mir zu.“

Wer reich und mächtig ist, ist gut. Die Tyrannei der Leistung und die Politik der Demütigung Von Michael Sandel In … Mehr

Hans Jonas, Technik, Ethik und Biogenetische Kunst. Betrachtung zur neuen Schöpferrolle des Menschen (1984): „Unsere so völlig enttabuisierte Welt muß angesichts ihrer neuen Machtarten freiwillig neue Tabus aufrichten. Wir müssen wissen, daß wir uns weit vorgewagt haben, und wieder wissen lernen, daß es ein Zuweit gibt. Das Zuweit beginnt bei der Integrität des Menschenbildes, das für uns unantastbar sein sollte. Nur als Stümper könnten wir uns daran versuchen, und selbst Meister dürften wir dort nicht sein.“

Technik, Ethik und Biogenetische Kunst. Betrachtung zur neuen Schöpferrolle des Menschen Von Hans Jonas Meine Bemerkungen zerfallen in einen allgemeinen … Mehr

Paul Valery über Geschichte und deren Narrative (1927): „Die Geschichte rechtfertigt, was immer man will. Sie lehrt schlechterdings nichts, denn es gibt nichts, was sich mit ihr nicht belegen ließe. … Beim gegenwärtigen Zustand der Welt ist die Gefahr der Verführung durch Geschichte größer, als sie es jemals war.“

Über Geschichte Von Paul Valéry Die Geschichte ist das gefährlichste Elaborat, das die Chemie des Intellekts produziert hat. Seine Eigenschaften … Mehr

Mitleid allein begründet keine Ethik – Hans Jonas über Euthanasie und Ethik: „Öffentliches Recht und die viel persönlichere Sittlichkeit können nie zu vollkommener Deckung gebracht werden. Zuletzt und im Äußersten werden wir auf die einsamen Entscheidungen der Liebe zurückgeworfen, die selbst dem Gesetz zu trotzen wagt, aber hoffen darf, daß auch das verletzte Recht so gnädig urteilt, wie es der Bestand der Rechtsordnung erlaubt. Mit diesem ungelösten und unauflöslichen Rest in der Euthanasie-Frage – dem Verzicht also auf eine eindeutig regelnde ethische Antwort – müssen wir uns, so glaube ich, in Demut abfinden.“

Mitleid allein begründet keine Ethik. Ein ZEIT-Gespräch mit dem Moralphilosophen Hans Jonas über Euthanasie und Ethik Darf das Leiden eines … Mehr

Günther Anders, Die Antiquiertheit des Sterbens (1979): „Keine Übertreibung ist es zu behaupten, daß immer weniger von uns einfach an Lebensmüdigkeit oder Altersschwäche sterben. Einfache Sterbefälle sind bereits alter­tümliche Raritäten. Zumeist wird der Tod hergestellt. Gestorben wird. Nicht Sterbliche sind wir Heutigen, primär vielmehr Ermordbare.“

Die Antiquiertheit des Sterbens (1979) Von Günther Anders Im Zeitalter des Machens darf es eigentlich keine ungemachten Ge­schehnisse geben, mindestens … Mehr

Roland Barthes, Der Tod des Autors: „Ein Text besteht aus vielfachen, meh­reren Kul­turen entstammenden Schreibweisen, die untereinander in einen Dialog, eine Paro­die, ein Gefecht eintreten; nun gibt es aber einen Ort, an dem sich diese Vielfalt sammelt, und dieser Ort ist nicht, wie bisher gesagt wurde, der Autor, sondern der Leser.“

Der Tod des Autors Von Roland Barthes In Balzacs Novelle Sarrasine heißt es von einem als Frau verklei­deten Kastraten: »Es … Mehr

Günter Anders über Rodins Höllentor (1943): „Hier fanden Skulpturen ihren Platz, aber wie Ausgesetzte, die von einem Boot ge­borgen werden, das seinerseits auf dem Ozean ver­schollen ist. Zwar waren sie zu Figuren auf einem Tor geworden; aber wo fand das Tor seinen Platz? Wie­derum nirgendwo. Während für gewöhnlich ein Tor eine Öffnung in einem Gebäude ist, ist Rodins Tor ein – Gebäude im offenen Raum; es führt nirgendwohin, es ist reine Vortäuschung.“

Über Rodins Höllentor Von Günter Anders Zurück zu Rodins Skulpturen. Wir kommen nun zu seinem dritten Versuch, die Obdachlosigkeit seiner … Mehr