Søren Kierkegaard, Darf ein Mensch sich für die Wahrheit töten lassen?: „Im Verhältnis zu anderen Menschen, oder als Christ zu anderen Christen, darf kein einzelner Mensch, oder kein einzelner Christ meinen, absolut im Besitz der Wahrheit zu sein: Ergo darf er nicht einzelne Andere daran schuld werden lassen, ihn für die Wahrheit zu töten.“

Darf ein Mensch sich für die Wahrheit töten lassen? (Hat ein Mensch das Recht, sich für die Wahrheit totschlagen zu … Mehr

Platon über den Werdegang der Demokratie in seiner Politeia (Der Staat): „In den ersten Tagen, sagte ich, und in der ersten Zeit wird er den Leuten zulächeln und alle freundlich begrüßen, denen er begegnet. Er behauptet, er sei gar kein Tyrann und macht den Einzelnen und der Öffentlichkeit große Versprechungen. Er erläßt Schulden und verteilt Land unter das Volk und unter seine Gefolgschaft und gibt sich den Anschein, als sei er allen freundlich und milde gesinnt.“

Platons Demokratiekritik im 8. Buch seiner Politeia (Der Staat) ist mehr als fraglich. Und doch macht der Altphilologe Christoph Riedweg … Mehr

Ernst Akiba Simon, Der Mensch der zweiten Naivität (1964): „Die Einfalt der Kindheit ist eine »immerwährende Vergangenheit« (Franz Rosenzweig), die sich bei der Geburt eines jeden Kindes täglich erneuert; die zweite Naivität hegt stets in der Zukunft, aber die ihr teilhaftig Gewordenen leben schon gegenwärtig in ihrer Atmosphäre, nicht immer, aber immer wieder.“

Die Rede von einer second naiveté wird gemeinhin Paul Ricœur (Symbolik des Bösen) zugeschrieben. Tatsächlich geht diese Redewendung auf den … Mehr

Edmund Burkes Rede an die Wähler von Bristol über die Unabhängigkeit eines Volksvertreters (1774): „Wohl wählt ihr allein einen Abgeordneten, aber wenn ihr ihn ge­wählt habt, dann ist er nicht mehr Vertreter von Bristol, sondern ein Mitglied des Parlamentes. Falls der lokale Auftraggeber ein Interesse verfolgen oder sich eine voreilige Meinung gebildet haben sollte, die ganz offensichtlich im Wider­spruch zum wahren Wohl der restlichen Gemeinschaft stehen, dann sollte der Abgeordnete dieses Wahlkreises, so gut wie jeder andere, davon Abstand neh­men, diese Sonderinteressen durchzusetzen.“

Rede an die Wähler von Bristol über die Unabhängigkeit eines Volksvertreters Von Edmund Burke Gewiss, meine Herren, es sollte das … Mehr

Peter Gross über Entzeitlichung und Entewigung in der Multioptionsgesellschaft: „Mit dem Verlust der religiösen Rahmenerzählungen haben wir auch die Ewigkeit verloren, die Weltzeit ist geschrumpft auf die individuelle Lebenszeit. Wir suchen uns Ewigkeitssubstitute in den Kindern, dem Laub der Erde, aber das Diesseits erfährt eine enorme Verdichtung, ein einziges Leben muß genügen, um die Träume vom Jenseits im Diesseits zu realisieren.“

Über Entzeitlichung und Entewigung in der Multioptionsgesellschaft Von Peter Gross Das flexibilisierte Verhältnis von Arbeits- und Freizeiten ist indes nur … Mehr

Clifford Geertz, Dichte Beschreibung. Bemerkungen zu einer deutenden Theorie von Kultur: „Die eigentliche Aufgabe der deutenden Ethnologie ist es nicht, unsere tiefsten Fragen zu beantworten, sondern uns mit anderen Antworten vertraut zu machen, die andere Menschen – mit anderen Schafen in anderen Tälern – gefunden haben, und diese Antworten in das jedermann zugängliche Archiv menschlicher Äußerungen aufzunehmen.“

Dichte Beschreibung. Bemerkungen zu einer deutenden Theorie von Kultur Von Clifford Geertz I In ihrem Buch Philosophie auf neuem Wege … Mehr

Karl Homann über den Homo oeconomicus und das Menschenbild: „Das Problem der Ökonomik besteht darin, ob dieses Defektieren Schule macht, d.h. die Institutionen zerstört. Dafür muß man die von den Institutionen bestimmte Anreizstruktur für den einzel­nen untersuchen. Wenn sich das Defektieren ökonomisch lohnt, können einzelne Defektierer gemäß der Logik des Gefangenendilemmas eine ganze Gesellschaft auf den Weg der Defektion ‚zwingen‘, und die Institutionen würden erodieren.“

Homo oeconomicus und Menschenbild Von Karl Homann Die Standardkritik besonders von Theologen und Philosophen an der Ökonomik lautet, sie arbeite … Mehr

Gustav Radbruch zur Schuldfrage und Strafverfolgung bezüglich der NS-Verbrechen (Rechtsphilosophie): „Uns genügt, dass zum mindesten die Unmenschlichkeitsverbrechen nach einem jedem Menschen bewußten übergesetzlichen, natürlichen Recht ein schweres Unrecht darstellen. Verschuldetes Unrecht ist aber, wie Kant gezeigt hat, mit Strafwürdigkeit identisch, und solchen zu dienen, die trotz erkennbarer Straf­würdigkeit sich auf mangelnde positive Strafbarkeit berufen, kann nicht wohl der Sinn des Prinzips nulla poena sein.“

Zur Schuldfrage und Strafverfolgung bezüglich der NS-Verbrechen Von Gustav Radbruch Ein Spruch von Theodor Storm lautet: „Vom Unglück erst zieh … Mehr