Robert Spaemann, Der Anschlag auf den Sonntag (1988): „Der Sonntag repräsentiert in unserem Lebensrhythmus das, was nicht funktional, nicht ‚gut zu etwas‘ ist, sondern das, was aller Funktionalität erst Sinn gibt. Der Sonntag repräsentiert den Sinn. Der Sonntag ist wie ein Baum, in dessen Schatten wir seit jeher auszuruhen gewohnt sind. Als Ressource darüber hinaus steht er nicht zur Verfügung. Nur wenn das ohne Wenn und Aber klar ist, nur dann werden Wege gefunden, auch ohne einen siebten Arbeitstag zu leben.“

Der Anschlag auf den Sonntag. Plädoyer für die Erhaltung eines kulturellen und religiösen Denkmals Von Robert Spaemann Artikel 140 des … Mehr

Ernst Wolf über Jonathan Edwards (1703-1758): „Der Erweckungsprediger konnte so die prädestinatianische Predigt festhalten. Gott bekehrt den Menschen, indem er ihm einen Willen gibt, der in Freiheit ihn und das Gute liebt. Mit dem Harmoniegedanken verband Edwards eine eigentümliche heilsgeschichtliche Schau, in deren Mitte die Aufrichtung des Königreichs Christi stellt.“

Jonathan Edwards Von Ernst Wolf Edwards, Jonathan (1703-58), * als Sohn eines Farmer-Pfarrers in East Windsor, Conn. In früher Jugend … Mehr

Jonathan Edwards über die Schönheit der Welt (1725): „Wie sehr ähneln die Felder, die mit Pflanzen und Blumen bedeckt sind, jeder Anmut, wenn die Sonne heiter und ungestört auf sie scheint. Wie viel Ähnlichkeit, sage ich, mit jeder Anmut und schönen Gemütsverfassung, mit einer niederen gegenüber einer höheren Ursache, mit einem Erhalter, einem gütigen Wohltäter und einer Quelle des Glücks.“

Über die Schönheit der Welt (Beauty of the World) Von Jonathan Edwards Die Schönheit der Welt besteht ganz und gar … Mehr

Karl Löwith, Fortschritt. Eine Fatalität (Progress: A Fatality, 1967): „Nur wenn es so etwas wie eine immerwährende kosmische Zeit gäbe, in der einige Dinge entstehen, während andere vergehen, würde die Idee des Fortschritts und der Wille dazu ihre unverhältnismäßige Schwere verlieren, die Schwere, die sie für uns hat, weil wir nichts ken­nen, was ewig währt, da wir den alten Sinn für die Ewigkeit und damit den Sinn für Propor­tionen in Bezug auf die menschlichen Angelegenheiten verloren haben – la terre des hommes, die jedoch nicht das Universum ist.“

Fortschritt. Eine Fatalität (Progress: A Fatality, 1967) Von Karl Löwith Das Konzept des Fortschritts wird oft mit dem der Entwicklung … Mehr

Emil Cioran, Die Versuchung zu existieren (La tentation d’exister, 1956): „Nachdem wir den Tod zu einer Bestätigung des Lebens gemacht, seinen Abgrund in eine heilsame Fiktion verwandelt und unsere Argumente gegen das Offensichtliche erschöpft haben, werden wir von der Flaute heimgesucht: Es ist die Rache unserer Galle, unserer Natur, dieses Dämons des gesunden Menschenverstandes, der, wenn er eine Zeit lang eingeschlafen ist, wieder erwacht, um die Dummheit und Lächerlichkeit unseres Willens zur Verblendung anzuprangern.“

Die Versuchung zu existieren (La tentation d’exister, 1956) Von Emil Cioran Es gibt Menschen, die von einer Behauptung zur nächsten … Mehr

Eric Voegelin, Der Gottesmord (1958): „Der Versuch, eine neue Welt zu schaffen, setzt also, wenn er sinnvoll unter­nommen werden soll, voraus, dass der Charakter der Seinsordnung als vorgegebener ausgelöscht, daß sie als wesensmäßig in der Verfügungsgewalt des Menschen stehend ausgelegt wird. Und die Übernahme des Seins in die Verfügungsgewalt des Menschen wieder erfordert, dass der transzen­dente Ursprung des Seins ausgelöscht wird — sie erfordert die Dekapitation des Seins, den Gottes­mord.“

Der Gottesmord Von Eric Voegelin Die Analyse der parasitischen Doxa ging von den Marxischen Texten aus, die das Frageverbot be­treffen. … Mehr

Hans-Georg Gadamer über Karl Löwith: „Karl Löwith war ein Mann von unverwechselbarer Eigen­art. Es war eine tiefe Seinstraurigkeit um ihn ausgegossen — zugleich wahrte er die würdigste Gefasstheit gegenüber dem Fremden, Befremdenden des Daseins, das uns auferlegt ist. Ein unfasslicher Gleichmut schien ihn zu be­seelen.“

Karl Löwith Von Hans-Georg Gadamer Karl Löwith war ein Mann von unverwechselbarer Eigen­art. Es war eine tiefe Seinstraurigkeit um ihn … Mehr

Karl Löwith, Weltgeschichte und Heilsgeschehen. Beschluss und Nachwort: „Dieses Vertrauen in die historische Kontinuität bestimmt auch unser praktisches Verhalten im Angesicht von Katastrophen: sie scheinen uns nicht endgültig und absolut, sondern zeitlich und relativ. Es ist eine zynische Wahrheit, aber nichtsdestoweniger eine Wahrheit, dass auf Zerstörungen Wiederaufbau und auf Massenmorde höhere Geburtsraten folgen. Auf der Ebene der erkundbaren Geschichte würde es in der Tat unvernünftig sein zu erwarten, dass z. B. ein Atombombenkrieg ein für allemal den Zivilisationsprozess, d.h. die menschliche Aneignung der Welt durch konstruktive Zerstörungen, beendigen wird.“

Weltgeschichte und Heilsgeschehen. Beschluß und Nachwort Von Karl Löwith Das Problem der Geschichte ist innerhalb ihres eigenen Bereiches nicht zu … Mehr

Wolfgang Huber über den Begriff ‚Fortschritt‘ (1980): „Fortschritt wird also vorrangig als Steigerung aus­gelegt. Erst allmählich tritt die Frage auf, ob im Prozess derartiger Steigerung die Bedingungen menschlichen Lebens zugleich erhalten werden können; und ebenfalls allmählich erst verbindet sich damit die Frage, ob nicht durch fortschreitende quantitative Steigerung die Bedin­gungen menschlicher Freiheit aufs Spiel gesetzt werden.“

Fortschritt Von Wolfgang Huber 1. Der Begriff und seine Herkunft Für das „wissenschaftlich-technische Zeitalter“ ist kaum ein Be­griff kennzeichnender als … Mehr