TROSTLIED AM MORGEN „Wenn ihr stille bliebet, so würde euch geholfen;durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein.“Jesaja 30,15 Wenn … Mehr
Kategorie: Literatur und Gedichte
Elizabeth Bishop über das Verlieren (One Art): „Die Kunst des Verlierens ist nicht schwer zu meistern; / so viele Dinge scheinen von der Absicht erfüllt zu sein, / verloren zu werden, dass ihr Verlust keine Katastrophe ist. – Selbst wenn ich dich verliere (die scherzhafte Stimme, eine Geste, / die ich liebe), werde ich nicht gelogen haben. Es ist offensichtlich, / dass die Kunst des Verlierens nicht allzu schwer zu meistern ist, / auch wenn es (schreibe es!) wie eine Katastrophe aussehen mag.“
Eine Kunst (One Art) Von Elizabeth Bishop Die Kunst des Verlierens ist nicht schwer zu meistern;so viele Dinge scheinen von … Mehr
Netti Boleslav (1923-1981), Mein Traum von Auschwitz: „Vater, / sage mir vor deinem Tod / ein einziges Wort: / Glaubst du noch immer an den einzigen guten Gott? / „Höre Jisrael“, / vernehme ich ein Röcheln aus der Glut.“
MEIN TRAUM VON AUSCHWITZ Für meinen Vater Vater, Vater,was hüllt dich solch ein Nebel ein? Vater, Vater,ist es dein Gebetsmantel, … Mehr
Reinhold Schneiders Sonett ‚Der Antichrist‘ (1938): „Er wird sich kleiden in des Herrn Gestalt, / Und seine heilige Sprache wird er sprechen / Und seines Richteramtes sich erfrechen / Und übers Volk erlangen die Gewalt.“
Der Antichrist Er wird sich kleiden in des Herrn Gestalt,Und seine heilige Sprache wird er sprechenUnd seines Richteramtes sich erfrechenUnd … Mehr
Jochen Kleppers Tagebucheintrag zum gelben Judenstern vom September 1941: „Als Gott in Christus Mensch wurde, wollte er den Juden gleich sein. Wer unschuldig leidet in dem ‚Gleichwerden‘ seines Schicksals mit dem Christi unter dem Judentum, erlebt ein in die letzten Tiefen reichendes Ähnlichwerden mit Christus, in dem allein der Sinn unseres Daseins liegt -. Das stellt alles in den Schatten und hebt unser Los ins unvergängliche Licht.“
Tagebucheintrag zur Einführung der Kennzeichnungspflicht für Juden im Deutschen Reich mit „Judensternen“ Von Jochen Klepper 15. September [1941] / Montag … Mehr
Albrecht Grözinger über die Fiktion: „Die ‚Fiktion‘ ist keine ‚Illusion‘, die den Einblick in die Wirklichkeit verstellt, sondern im Gegenteil eine sprachliche Möglichkeit, die einen intensivierten Einblick in die Wirklichkeit verschafft.“
Über die Fiktion Von Albrecht Grözinger „Fiktion“ ist in den Wochen um Weihnachten wieder verstärkt ein Thema in den digitalen … Mehr
Jochen Klepper, Die Rechenschaft (1938): „Wir sehen unsere Ziffern rasch verbleichen: / was du auch schriebst, hat Maß und Sinn verloren. / Und aus der Wirrnis werden Gottes Zeichen / als einziger Wert, der morgen gilt, geboren.“
Die Rechenschaft Wie Mönche mühsam Pergamente malen,errechnen wir tagtäglich neue Summen.Dann setzt Gott seine Zeichen vor die Zahlen,und was uns … Mehr
Lars Gustafsson, Von einem fernen Ort (Från en avlägsen plats): „Ob Gott oder nicht, / ob Sinn oder Nicht-Sinn, / aus der Ferne schrumpfen die Fragen zu Punkten, / in der Ferne gilt weder Weisheit noch Angst / und frei oder nicht; es wirkt in mir, / etwas wirkt und sucht etwas in mir. / Wenn du still bist, kannst du Wassergeräusche hören.“
Von einem fernen Ort (Från en avlägsen plats) Ob Gott oder nicht,ob Sinn oder Nicht-Sinn,aus der Ferne schrumpfen die Fragen … Mehr
Reinhold Schneiders Sonett ‚Verheißung‘ (1938): „Wenn alle Herzen brennen an dem Pfade, / Wo lange schon geduldig stehn die Frommen, / Wird segensmächtig ihn der Herr beschreiten.“
Verheißung Erst wenn der Menschen Stirnen wieder reinDas Leuchten einer höheren Welt empfangen,Und ihre Augen, die von Nacht verhangen,Sich füllen … Mehr