Verena Pfenninger-Stadler studierte Theologie unter anderem in Marburg bei Rudolf Bultmann und in Münster bei Karl Barth und absolvierte ein … Mehr
Kategorie: Kirchengeschichte
Greti Caprez-Roffler, Zur Theologinnenfrage (1931): „Über meinen Zivilstand und die Möglichkeit, ihn mit dem Theologinnenberuf zu verbinden, haben sich nun schon eine Menge Leute den Kopf zerbrochen. Zwei Fragen standen vor allem zur Diskussion: 1. Die Möglichkeit, den Aufgabenkreis einer Familienmutter mit dem einer Theologin zu verbinden. Ich weiß nicht, aber das Faktum an sich, dass verheiratete Frauen einen Beruf ausüben, dürfte es wohl nicht sein, das Anstoß erregt, denn die Schweiz allein zählt 210,000 berufstätige verheiratete Frauen, und ich habe noch nie einen Zeitungsartikel gelesen, der sich gegen die Arbeit der Bäcker-, Metzger-, Ladenfrauen oder Landwirtinnen ausgesprochen hätte, trotzdem hier sicher die soziale Fürsorge ein weites Arbeitsfeld hätte und es für ihre Pflicht erachten sollte, den viel geplagten arbeitenden Frauen zu mehr Zeit, Energie und Frohmut für ihre Familien zu verhelfen. Die Verbindung von Ehe und Beruf an sich kann es also kaum sein, was so Anstoß gibt. Es muss die Verbindung dieser einen speziellen Berufsart mit der Ehe sein, deren Möglichkeit fraglich erscheint.“
Zur Theologinnenfrage (Antwort an E. Z.) Von Greti Caprez-Roffler Ich habe es schon am Artikel, der in Nr. 46 des … Mehr
Ulrich Peter über Harald Poelchau (1903-1972): „Zahlreiche Opfer waren politische Freunde aus dem »Kreisauer Kreis«, zu dem er selbst gehörte, und aus den Gruppen, die mit dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 zu tun hatten. Die erste Hinrichtung, zu der Poelchau bestellt wurde, fand am 17. April 1934 statt. Weitere 1200 Hinrichtungen folgten in den nächsten elf Jahren bis zum Ende der Nazidiktatur, so dass die Seelsorge für die Verurteilten Poelchau zunehmend beanspruchte. Darüber hinaus schmuggelte Poelchau Nahrungsmittel, die er vom schlesischen Gut Kreisau seines Freundes Helmuth James Graf von Moltke bekam, in die Gefängnisse hinein und Mitteilungen und Briefe heraus. Ihm verdanken wir, dass die Gefängnisaufzeichungen Dietrich Bonhoeffers und die Abschiedsbriefe Helmuth von Moltkes an seine Frau Freya erhalten sind. Nicht nur den Gefängnisinsassen galt Poelchaus Hilfe, zusammen mit seiner Frau Dorothee rettete er Juden, indem er sie versteckte, mit Lebensmitteln versorgte und ihnen falsche Pässe verschaffte.“
Harald Poelchau Geb. 5. 10. 1903 in Brauchitschdorf/Schlesien; gest. 29.4. 1972 in Berlin Von Ulrich Peter Harald Poelchau wuchs in … Mehr
Greti Caprez-Roffler, Als Pfarrerin im Graubündner Bergdorf Furna (1933): „Vor meiner Wahl haben mich alle geduzt. Jetzt duzen mich nur mehr die nahen Verwandten. Und wenn andere mich auf mein Geheiß duzen, reden sie mich doch mit dem Titel an. Sie haben mich einmal zur Pfarrerin gemacht, und nun soll ich auch den Titel tragen. Sie haben mir nun die neue Würde verliehen, und nun wollen sie, dass ich sie auch in Ehren trage. Dass ich in Hosen Ski fahre, dagegen haben sie nichts, aber Besuche soll ich im Rock machen, wegen der Autorität, wie sie sagten. Sie wollen im Pfarrer eine Autorität sehen. Dass ich eine Frau bin, das macht nur, daß sie mir ihre Probleme von Schwangerschaft, Kinderstillen etc. erzählen können. Sie bringen auch noch eine Art Tribut ins Pfarrhaus. Ich habe vom November bis im April kein Fleisch kaufen müssen, weil sie mir von ihren Hausmetzgeten brachten. Sie schicken mir Butter und Eier.“
Als Pfarrerin im Graubündener Bergdorf Furna (1933) Von Greti Caprez-Roffler Nachdem die Bündnerin Greti Caprez-Roffler am 13. September 1931 als … Mehr
Hans Joachim Iwand, Die Neuordnung der Kirche und die konfessionelle Frage (1946): „Von der Lehre her ist die Kirche immer wieder gefragt, ob sie denn auch für das Evangelium einsteht, ob sie nicht vielmehr längst gefallen und abgefallen ist. Die Lehre hat, wenn anders sie reine Lehre ist, eine kritische Funktion gegenüber der Kirche und darum kann die Flucht in die ‚reine Lehre‘ geradezu das Zeichen dafür sein, dass die Kirche nicht steht, die Lehre kann zur Abstraktion werden, sie verliert damit ihre konstituierende Kraft. Wenn die Lehre wirklich reine Lehre ist, wenn sie also nicht selbst etwas sein will, dann müsste sie über sich hinausweisen auf Gott und sein Wort, auf seine Offenbarung; aber im Konfessionalismus wird immer wieder die Gefahr liegen, dass es umgekehrt herauskommt, dass man meint, in der reinen Lehre des Wortes habhaft zu werden.“
Die Neuordnung der Kirche und die konfessionelle Frage (1946) Von Hans Joachim Iwand I. Die Annahme, wir hätten für die … Mehr
Schweizer Frauenblatt 1931: Das volle weibliche Pfarramt und der ‚Fall Furna‘: „Die Gemeinde Furna indessen will sich nicht irre machen lassen. Sie beharrt und beruft sich auf die Kantonsverfassung, nach der ihr die Wahl gestattet ist. Denn sie ist sehr froh um ihre Pfarrerin, froh auch für ihre kleine Gemeinde, eine eigene Seelsorgerin gefunden zu haben: ‚Bis dahin sind wir sehr zufrieden mit unserer Pfarrerin.'“
Das volle weibliche Pfarramt und der „Fall Furna“ Zum vollen Pfarramt sind bei uns in der Schweiz – wie übrigens … Mehr
Martin Niemöller, Rede auf der Kirchenversammlung in Treysa 1945: „Es handelt sich ja eben nicht darum, dass wir als Kirche in der Vergangenheit dies und das falsch gemacht haben, es handelt sich nicht um Fehler, sondern wir haben grundsätzlich das uns aufgetragene Amt im Ungehorsam versäumt und sind damit schuldig geworden. Deshalb haben wir Buße zu tun und umzukehren im rechten Gehorsam, deshalb mit Ernst zu fragen, wie es nun anders, ganz anders werden kann und soll. – Wir sind eine Behördenkirche gewesen, und dieser Umstand hat es uns erleichtert, nur das traditionell Übliche zu tun und nicht weiter zu fragen, was denn eigentlich unsere Verantwortung war; die Kirche der Zukunft wird nie wieder Behördenkirche sein dürfen. Wir haben als Landeskirche in erster Linie unser Augenmerk darauf gerichtet, den Bestand zu wahren, und darüber haben wir den Blick für notwendige Entwicklungen und für die drängenden Aufgaben des Augenblicks verloren.“
Bericht im Auftrag des Reichsbruderrats. Rede auf der Kirchenversammlung in Treysa 1945 Von Martin Niemöller Meine verehrten Herren und Brüder! … Mehr
Karl Barths Consilium zur Frage des «Treueides» der «Geistlichen» vom 18. Mai 1938: „Der von den Pfarrern verlangte Eid ist sachlich identisch mit dem Eid, den der nationalsozialistische Staat von seinen Beamten, von seinen Offizieren, von den Führern und Mitgliedern der SA, der SS, der HJ, des Arbeitsdienstes usf. fordert. Er verlangt also die Einordnung der Pfarrerschaft in die Reihen dieser seiner, des totalen Staates, Kolonnen. Und er verlangt sie als bedingungslose Einordnung. Er verlangt sie als «Gleichschaltung» nun auch dieser Mannschaft.“
Consilium zur Frage des «Treueides» der «Geistlichen» vom 18. Mai 1938 Von Karl Barth Vor mir liegen Nr. 12 des … Mehr
Erich Kock über Hans Graf von Lehndorff, Chronist des „nüchternen Mundes“: „Einmal schrieb mir der Autor Lehndorff: ‚Wirklicher Glaube hat nichts mit menschlicher Vermutung zu tun. Er ist vielmehr ein Ergriffensein von der Gewissheit, dass Gott Mensch geworden und uns nahe gekommen ist; dass er die Macht des Todes gebrochen und damit den Weg freigemacht hat zu einem neuen Leben, einem Leben, das nicht erst mit dem Tode beginnt, sondern bereits jetzt aktuell ist für jeden, der es in Anspruch nimmt.’“
Chronist des „nüchternen Mundes“. Über Hans Graf von Lehnsdorff (1910-1987) Von Erich Kock In seiner Nähe konnte sich keine Phrase … Mehr