Eberhard Jüngel über Karl Barth: „Die Wirkung Karl Barths ist bis jetzt noch nicht absehbar. Den ‚ewigrei­chen Gott‘ einer zwar subjektiv, aber niemals objektiv gottlosen Welt zu bezeugen, war das erklärte Ziel seines Wirkens. Dabei wusste er, dass es dem Reichtum Gottes nicht widerspricht, wenn seine menschlichen Zeu­gen am Ende seufzende und stammelnde, gerade so aber menschliche Menschen sind. In dem kleinen Seufzer, so hat er einmal bemerkt, ‚mit dem wir zu Gott sagen: Ach, ja! … steckt Alles und Alles muß auch immer wieder zu diesem kleinen Seufzer werden‘. Vielleicht wird sich gerade das als die eigentliche Wirkung Barths erweisen, daß er mit seinem gewaltigen theologischen Werk die Christenheit nur eben dies gelehrt hat, auf lautere Weise beides zu sagen: ein sich dem Geheimnis der Gnade Gottes anvertrauendes Ach und ein über die große Liebe Gottes staunendes und ihr auf menschliche Weise entsprechendes entschiedenes Ja.“

Karl Barth (1886-1968) Von Eberhard Jüngel 1 „Es sind jetzt mehr als 40 Jahre her, daß ich bei Franz Overbeck … Mehr

Karl Barth, Du bist ja der Erste, dem unsere Nöte am Herzen liegen (Gebet): „Du kennst die Irrtümer und Bosheiten, die die heutige Lage wieder einmal von allen Seiten so dunkel und gefährlich machen. Lass doch einen frischen Wind hineinfahren, der wenigstens die dicksten Nebel in den Köpfen derer, die die Welt regieren, aber auch der Völker, die sich von ihnen regieren lassen und vor allem in den Köpfen der Leute, die die öffentliche Meinung machen, zu zerstreuen vermöchte.“

Du bist ja der Erste, dem unsere Nöte am Herzen liegen Lieber Vater im Himmel,Wir danken dir für das ewige, … Mehr

Emanuel Hirschs Entgegnung auf Karl Barths ‚Theologische Existenz heute‘ (1933): „Nichts als blankes Heidentum scheint Barth darin zu sehen, dass die Deutschen Chri­sten die Frage nach dem Verhältnis von Christentum und deutscher Art, die Frage nach der Möglichkeit kirchlicher Führung durch Männer nichtdeutschen Bluts, an die evangelische Kirche zu stellen gewagt haben. Alles menschliche Schaffen und Gestalten ist gegrenzt und gebunden in der natürli­chen Art, die wir mitbringen ins Leben. Verdirbt das Blut, so geht auch der Geist zugrunde.“

Das kirchliche Wollen der Deutschen Christen. Zur Beurteilung des Angriffs von Karl Barth (Theologische Existenz heute, München 1933) Von Emanuel … Mehr

Karl Barths offener Brief in Sachen kirchlicher Treueeid auf Adolf Hitler vom August 1938: „Die Sache des Bekenntnisses, zu dem wir uns 1934 gemeinsam berufen wußten, wird jetzt nur von denen vertreten wer­den, die sich Ihrer Anweisung nicht fügen werden. Sei es darum, weil sie ihre eigenen vier Forderun­gen ernster genommen hatten als Sie selbst, sei es, weil sie darüber hinaus der Mei­nung sind, daß dieser Eid allerdings nicht geschworen werden dürfte, weil er unter allen Um­ständen gegen das erste Gebot verstößt.“

Offener Brief zur Ableistung des Treueides auf Adolf Hitler durch Pfarrer Von Karl Barth An die 6. Bekenntnissynode der Evangelischen … Mehr

Karl Barth, Wie man die eigene Lebensbahn findet? (Neujahr 1958): „Es geht schlicht um das Hören seines Wortes, das er uns nicht ver­schwiegen hat, keinem von uns ver­schweigt. Es ist lebendig mitten unter Bitten und Empfangen, Suchen und Finden, Anklopfen und Aufgetanbekommen sind, indem wir sein Wort hören, Eines. Und wieder indem wir es und in ihm ihn selbst hören, zeigt es uns auch unsere eigene, zeigt es je mir meine, je dir deine Lebens­bahn, ist es deines und meines Fusses Leuchte, das Licht auf deinem und meinem Pfade. So auch in dem nun anhebenden Jahr 1958. Wir wissen nicht, wie unsere Le­bensbahn in diesem Jahr aussehen wird. Es könnte für mich oder für dich deren letzte Strecke sein. Sie wird aber, indem wir auch in ihm Gottes Wort hören und also mit Gott leben dürfen, auf alle Fälle keine Todesbahn, sondern hell und also gangbar sein. Ein Jahr des Herrn und darum ein Jahr des Heils ist dann auch mit diesem neuen Jahr für uns angebrochen. «Jesu, geh voran, auf der Lebensbahn!»“

Wie man die eigene Lebensbahn findet? Von Karl Barth Indem ich die Frage genau so aufnehme, wie sie mir gestellt … Mehr

Karl Barth, Verwunderung. Eine Weihnachtspredigt (1962): „Jetzt und jetzt erst ist Gott für uns Gott geworden, da er, in­dem Christus zu uns kam, die unsinnige Frei­heit uns nahm, uns selbst meistern und helfen zu wollen. Es könnte sein, daß wir unserer Götterfabrikation und unserer eigenen Gottähnlichkeit aus allerhand Gründen so müde gewor­den wären, dass wir nach eben der Offenbarung, von der die Hirten erzählt haben, greifen müssten wie ein Ertrinkender nach der Hand, die ihm im letzten Augenblick zu seiner Rettung gereicht wird. Auch das wäre dann wirkliche Verwunderung.“

Verwunderung. Eine Weihnachtspredigt Von Karl Barth „Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten … Mehr

Karl Barth, Christus und die Christen (1947): „Es geht für den Christen darum, die Freude zu bezeugen, die ‚im Himmel‘ ist. In dieser Freude dürfen wir leben, d. h. in Jesus Christus sind wir Menschen, die schon getröstet sind und die, auch wenn sie es schwer haben, nicht verzweifeln müssen, sondern die durch Christus fest genug gehalten sind, um gegen den Betrug der Welt, gegen den Unfug der Kirche und gegen ihre eigene Verkehrtheit immer wieder einen Abend und einen Morgen überstehen zu können. Das bißchen Manna, das die Israeliten in der Wüste jeweils gerade für einen Tag bekommen haben, um jeweils zu diesem Tag wieder herzlich Ja zu sagen, wird auch uns nicht fehlen, wenn wir nur hinlaufen, es aufzusammeln, wo es vom Himmel gefallen ist. So steht es mit dem Leben unter dem christlichen Trost. Man kann ihn nicht aufsparen, man kann ihn sich immer wieder schenken lassen. Aber er wird einem auch geschenkt. Und indem man ihn aufnimmt, muss man nicht verzweifeln, sondern ist man ein durch Christus Getrösteter, getröstet in der Welt und in der Kirche, getröstet auch in seinem eigenen Herzen und Gewissen.“

Christus und wir Christen (1947) Von Karl Barth Unser Thema hat die Eigenschaft, sehr einfach zu sein. Christus und wir … Mehr