Karl Barth, Philosophie und Theologie (1960): „Ob der Philosoph fähig und geneigt sein wird, in der vom Theologen angegebenen und beschriebenen Be­ziehung von «Schöpfer» und «Geschöpf» von «Gott» und «Mensch» seine eigenen Gegenüber- und Zusammenstellungen wiederzuerkennen? Und ob der Theologe seinerseits in den Begriffspaaren des Philosophen das wiederfinden wird, was er unter «Schöpfer» und «Geschöpf», «Gott» und «Mensch» versteht? Ob man sich hiervon beiden Seiten mit gutem Ge­wissen darüber verständigen könnte, dass man ja «im Grunde dasselbe» meine und sagen wolle? Ob es also gelegentlich oder gar durchgängig tun­lich sein möchte, dass der Philosoph in der Sprache des Theologen, der The­ologe in der des Philosophen redet?“

Philosophie und Theologie Von Karl Barth Die Gegenüberstellung von «Philosophie» und «Theologie» ist eine (leicht mythologisierende) Abstraktion. Das Wirkliche, das … Mehr

Karl Barth über das Christentum und die Religion (1963): „Wir sind hier nämlich außer dem, dass wir wohl Christen sein und uns nennen möchten, alle auch religiös, z. T. sogar schrecklich religiös. Es gibt ja auch als Wissen­schaft, Kunst und Politik, als Technik, Sport und Mode verkleidete Religionen: unter aller zur Schau getragenen Säkularität verborgen, aber umso rüstiger vollzogene Übergriffe und Überbauten in irgendein Jenseits hinein, Verehrungen der verschie­den­sten Götter und Götzen: Mammon, das Geld, die mächtigste dieser verborgenen, aber sehr reellen Gottheiten!“

Das Christentum und die Religion Von Karl Barth Ich habe mich Ihnen vorzustellen als Theologe, d. h. aber als Vertreter … Mehr

Karl Barth, Die Hoffnung der Kirche und die Hoffnung der Welt. 18 Thesen (1951): „Die Kirche dürfte, müsste und könnte in der Welt die große, umfassende und endgültige Hoffnung vertreten und verkündigen: die bevorstehende Wiederkunft Jesu Christi als die allgemeine Offenbarung der Versöhnung der Welt mit Gott, die eben in Jesus Christus schon geschehen ist. Die Wahrheit und Kraft dieser Botschaft der Kirche hängt zu allen Zeiten und in allen Verhältnissen davon ab, ob die Kirche selbst die Lektion, die sie der Welt lehren möchte, schon gelernt hat, oder doch zu lernen ernstlich im Begriff steht, d.h. ob sie selbst in der großen, in Jesus Christus begründeten und auf ihn gerichteten Hoffnung für die Welt lebt: in der Zuversicht, dass diese letztlich die einzige, aber auch die ganz gewisse und genügende Hoffnung ist.“

Die Hoffnung der Kirche und die Hoffnung der Welt. 18 Thesen (1951) Von Karl Barth 1. Unter „Hoffnung“ ist zu … Mehr

Karl Barth, Dieses und das zukünftige Leben. Zu 1. Korinther 15,19-20: „Es gibt nichts Erbärmlicheres als das christliche Leben, wenn ihm jene Hoffnung fehlt: nichts Erbärmlicheres als dieses Leben unter dem Zei­chen des ewigen Lebens, wenn das Zeichen uns doch gar nichts zeigt, wenn das ewige Leben doch gar nicht ist; nichts Erbärmlicheres als ein Pfeil zu sein, der doch nie zum Ziele fliegen wird. Armer Christ — und wenn er Christus noch so viel Stärkung, Vertiefung und Verbes­serung, und wenn er ihm die größte Verklärung in diesem Leben zu verdanken hätte — ohne die Zukunft des ewigen Lebens!“

Dieses und das zukünftige Leben Von Karl Barth Wenn wir nur in diesem Leben auf Christus hof­fen, so sind wir … Mehr

Karl Barth im Konflikt mit der Leitung des Instituts für Leibesübungen an der Uni Bonn 1931: „Ich fühle mich durch diese Massnahmen gekränkt und in meiner Tä­tigkeit als Lehrer der systematischen Theologie gestört und ersuche Ew. Magnificenz ehrerbietigst, mich und alle davon mitbetroffenen nicht leibesübenden Kollegen gegen die Uebergriffe jenes Instituts in Schutz zu nehmen.“

Bonn, den 19. Januar 1931 Magnificenz! Der Unterzeichnete gestattet sich hiemit, Ihnen folgende Beschwerde zu unterbreiten: Die Leitung des dem … Mehr

Thomas F. Torrance über Karl Barth (1969): „Auch nachdem sein Werk in den kommenden Generationen gesichtet, geprüft und durchdacht worden ist, wird es sich als reich an bleibenden theologischen Errungenschaften erweisen, die in die geschichtliche Struktur der christlichen Theologie aufgenommen werden. Sowohl in seiner Erhabenheit als auch in seiner Tiefe hat Barths monumentale Auslegung unserer Gotteserkenntnis einen solchen Bezug zur Wirklichkeit hergestellt, dass sie eine ständige Quelle der Überraschung und Entdeckung für jene Studierenden bleiben wird, die etwas von jener Ehrfurcht und Demut, jener Mischung aus Freude, Staunen und Verantwortung in sich tragen, die Karl Barth selbst auszeichnete. Wie bei den Newtons und Einsteins auf ihrem Gebiet, so auch bei Karl Barth auf dem seinen: Seine gewaltigen Leistungen haben die gesamte Perspektive der theologischen Wissenschaft so weit geöffnet, dass wir, stehend auf seinen Schultern, mit Begeisterung weit in das blicken können, was noch zu tun ist.“

Karl Barth Von Thomas F. Torrance Karl Barth starb in den frühen Morgenstunden des 10. Dezember 1968 – Gottes größtes … Mehr

Karl Barth, Rundfunkvortrag über die Freiheit (1960): „So kann niemand für seine Freiheit garantieren, so kann sie auch keinem durch andere garantiert werden. So gibt es keine Technik zur Erwerbung und keine zur Erhal­tung und Verteidigung der Freiheit. Freiheit kommt aus freier Erwäh­lung. Freiheit ist freies Geschenk. Der freie Gott, vor dem alle Men­schen sich immer wieder als Unfreie erkennen und bekennen müssen, der sich aber gerade der Unfreien annehmen will und längst ange­nommen hat, ist der Ursprung der Freiheit. Er schuf zu allen Zeiten und schafft immer neu freie — eben in jener Bindung freie —, zur Be­freiung anderer brauchbare Menschen. Und die wahrhaft entschei­dende Betätigung ihrer Freiheit wird jeden Morgen neu in der Anrufung bestehen: «Herr, mach uns frei!».“

Freiheit Von Karl Barth Es ist mit der Freiheit wie mit dem Glauben oder wie mit der Liebe, wie mit … Mehr

Karl Barth, Die letzte Frage und Antwort (Weihnachten 1938): „Es beunruhigt uns mit Recht, dass so viele schon die rechten Fragen, die uns heute gestellt sind, immer wieder ver­fehlen und missverstehen: dass sie etwa den Zusammenhang zwischen dem offenkundig gefährlichen deutschen und einem blöden, aber vorläufig noch harmlosen schweizerischen Nationalismus, oder den Zusammenhang zwischen Antisemitismus und Barbarei, oder den Zusammenhang zwischen einer wirksamen Landesverteidigung und einer energischen Inan­griffnahme des Arbeitslosenproblems, oder den Zusammenhang zwischen der Sache unserer Freiheit und der der Freiheit in ganz Europa so gar nicht sehen und dementsprechend auch lauter törichte Antworten geben.“

Die letzte Frage und Antwort (Weihnachten 1938) Von Karl Barth Die «Schweizer Zeitung am Sonntag» will an der Weihnacht nicht … Mehr