Karl Barth, Die evangelische Kirche in Deutschland nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches (1945): „Dass einige deutsche Professoren — darunter leider mindestens zwei Theologieprofessoren — bis auf diesen Tag an Hitler festhalten, daß «in des Waldes finstern Gründen und in Höhlen tief versteckt» einige Werwölflein und andere Unverbesserliche immer noch über Plänen zur Erneuerung seines Reiches brüten, dass das Ende dieser Sache sich, wie es scheint, besonders unter den Kriegsgefangenen noch nicht überall durchgesprochen zu haben scheint, dass der Vergleich zwischen der Bitterkeit von jetzt und der von einst bei manchen unmutigen deut­schen Beurteilern gelegentlich zugunsten des «einst» ausfal­len mag — das Alles sind keine ernsten Beweise dagegen, dass das Dritte Reich heute wirklich zusammengebrochen ist: äußerlich nicht nur, sondern auch innerlich.“

Die evangelische Kirche in Deutschland nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches (1945) Von Karl Barth Das Dritte Reich des Nationalsozialismus … Mehr

Hans Ehrenberg, „Ihr seid teuer erkauft.“ Geleitwort zu Karl Barths Tambacher Rede (1919): „Unter den Schweizer Vorträgen in Tambach machte den stärksten Eindruck die Rede von Karl Barth: Christ in der Gesellschaft; und alle, Gleichdenkende wie Gesinnungsgegner, hatten den einen Wunsch, die ge­sprochenen Worte auch im Buche zu besitzen. Da konnte ich nun Karl Barch um seine Rede bitten für unseren Patmoskreis. Und er gab sie mir, denn zwischen uns hatte in Tambach ein Etwas gesprochen, das nicht lügt. Und ich darf auch annehmen, dass es ihm von großem Werte ist, vor die deutsche Öffentlichkeit in einem Kreise von Gesinnungsfreunden zu erscheinen; denn die Schweizer empfinden ja doch das ganze Land ihrer Sprache als ihre Mutter Erde.“

„Ihr seid teuer erkauft.“ Geleitwort zu Karl Barths Tambacher Rede Von Hans Ehrenberg Ihr seid teuer erkauft.1. Korinther 6,20. Wir … Mehr

Karl Barths Consilium zur Frage des «Treueides» der «Geistlichen» vom 18. Mai 1938: „Der von den Pfarrern verlangte Eid ist sachlich identisch mit dem Eid, den der natio­nalsozialistische Staat von seinen Beamten, von seinen Offizieren, von den Führern und Mit­gliedern der SA, der SS, der HJ, des Arbeitsdienstes usf. fordert. Er verlangt also die Einord­nung der Pfarrerschaft in die Reihen dieser seiner, des totalen Staates, Kolonnen. Und er ver­langt sie als bedingungslose Einordnung. Er verlangt sie als «Gleichschaltung» nun auch die­ser Mannschaft.“

Consilium zur Frage des «Treueides» der «Geistlichen» vom 18. Mai 1938 Von Karl Barth Vor mir liegen Nr. 12 des … Mehr

Karl Barth, Rudolf Bultmann. Ein Versuch, ihn zu verstehen (1952): „Kann ich irgendeinen anderen, irgendeinen (z. B. einen mythischen!) Text echt und recht verstehen, wenn ich mich von ihm nicht in der größtmöglichen Offenheit gefragt finde? Ich will den Mund nicht zu voll nehmen und also nicht von unbedingter, vorbehaltloser Offenheit reden, weil es dergleichen weder in unserem Verhältnis zum Worte Got­tes noch zu einem Menschenwort so bald geben dürfte. Aber geht es, wenn es ums Verstehen gehen soll, jemals und irgendwo ohne prinzipielle und also ohne die größte jeweils mögliche Offenheit? Ver­stehe ich irgendeinen anderen, wenn ich nicht bereit bin, mir von ihm auch etwas ganz Neues sagen zu lassen: etwas, was ich mir zuvor durchaus nicht selbst sagen zu ‚können‘ meinte, etwas wogegen ich zuvor ein Vorurteil oder viele und vielleicht sehr wohl begründete Vorurteile hatte?“

Rudolf Bultmann. Ein Versuch, ihn zu verstehen (1952) Von Karl Barth Der Name Rudolf Bultmann und der Begriff „Verstehen“ werden … Mehr

„Hannibal ante portas!“ Karl Barths prophetisches Vorwort zur Neuauflage von Trouble and Promise in the Struggle of the Church in Germany (1938): „Was heißt ‚Freundschaft‘ mit dem Deutschland Adolf Hitlers? Soll es auch das heißen, dass in Zukunft ganz Großbritannien sich hinsichtlich des deutschen Kirchenkampfes auf den Standpunkt des Bischofs von Gloucester und seiner deutschen Gewährsmänner und Freunde stellen und also schweigen und zustimmen wird, wenn die Unterdrückung des Wortes Gottes in Deutschland in immer raffinierteren Formen weiter und weiter geht? Man sollte sich nicht täuschen: Freundschaft mit dem Deutschland Adolf Hitlers würde wohl notwendig auch das heißen müssen! Was soll es dann aber bedeuten, wenn auch der Erzbischof von Canterbury für eine Politik eintritt, die in dieser Freundschaft gipfelt? Es ist höchste Zeit, zu erwachen, sich die Augen zu reiben und aus den Träumen, die Einige oder Viele dort zu träumen scheinen, in die Wirklichkeit zurückzukehren.“

Vorwort zur Neuauflage von Trouble and Promise in the Struggle of the Church in Germany (1938) Von Karl Barth Ich … Mehr

Karl Barth, Die Gerechtigkeit Gottes (1916): „Es widerstrebt uns innerlich, dass die Gerechtigkeit, nach der wir lechzen, Gottes Sache ist, und nur von Gott her zu uns kommen kann. Wir würden ums Leben gern diese große Sache an die Hand und in Betrieb nehmen, wie wir so manches Andere in Betrieb haben. Es erscheint uns als höchst wünschenswert, dass die Gerechtigkeit, ohne die wir ja nicht sein können, einfach von unserm Willen ins Programm genommen werde, unbesehen, was das eigentlich für ein Wille sei. Wir nehmen uns ungefragt das Recht, die tumultuarische Frage: was sollen wir tun? aufzuwerfen, als ob das so wie so die erste und dringendste wäre. Nur möglichst schnell Hand angelegt an Reformen, Sanierungen, Methoden, Kultur- und Religionsbestrebungen von allen Sorten! Nur möglichst schnell ‚positive Arbeit‘ geleistet!“

Die Gerechtigkeit Gottes (1916) Von Karl Barth Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den … Mehr

Karl Barth, Die Menschlichkeit Jesu (1956): „Die Menschlichkeit Jesu ist in ihrer ganzen Überlebensgroße keine gespenstische, sondern echte, wirk­liche Menschlichkeit. Wie könnte er für uns eintreten, wenn es zwischen ihm und uns, uns und ihm nicht bei aller Un­gleichheit auch Gleichheit gäbe, wenn er nicht recht und natürlich unser Bruder wäre? Die Ungleichheit zwischen ihm und uns besteht klar darin, daß wir einander keine Heilande, keine Erretter sein, daß wir nicht füreinander einstehen können. Die Gleichheit zwischen uns und ihm besteht aber eben in der von Gott gut geschaffenen mensch­lichen Natur, die bei uns zwar mannigfach und schwer ver­deckt, bei uns verborgen bei ihm offenbar, die aber in ihm und in uns dieselbe ist.“

Die Menschlichkeit Jesu Von Karl Barth Im Neuen Testament kommt an einer Reihe von Stellen ein merkwürdiger Ausdruck vor, in … Mehr

Karl Barth, Jesuiten und Klöster. Die umstrittenen Verbote in der Schweizerischen Bundesverfassung (1967): „Wer jene Verbote gutheisst, wird sich zunächst allgemein fragen müssen: ob es nicht dem christli­chen Glauben überhaupt und als solchem in allen seinen Formen wesentlich sein möchte, sich (nicht nur, aber auch) in solchen konzentrierten, poten­zierten, pointierten, unter Umständen sogar pene­tranten Gestalten ins Werk zu setzen? Wie war das schon in seiner im Neuen Testament erkennbaren Urzeit?“

Jesuiten und Klöster. Die umstrittenen Verbote in der Schweizerischen Bundesverfassung Von Professor Karl Barth, Basel Von den Jesuiten liest man … Mehr

Karl Barth, Alle!, Predigt zu Römer 11,32 (1957, Strafanstalt Basel): „Eingeschlossen! Über die nächste Bedeutung dieses Wortes will ich in diesem Haus, in welchem es so viele verschlossene Türen gibt, kein einziges Wort verlieren. Der Mensch kann noch ganz anders und viel schlimmer eingeschlossen sein, als ihr es hier seid. Eingeschlossen vielleicht in ein Leid, das ihn betroffen hat und das nun aus seinem Herzen und Leben nicht mehr weichen will! Eingeschlossen in einen Kummer, Zorn und Haß, den er gefaßt und vielleicht mit Recht gefaßt hat, gegen Menschen, die ihm ein Unrecht, etwas Böses oder Ungeschicktes angetan haben!“

Alle!, Predigt zu Römer 11,32 (1957) Von Karl Barth Gebet vor der Predigt: Herr unser Gott, du willst, daß die … Mehr