Cicely Saunders, Spiritueller Schmerz (Spiritual Pain, 1987): „Wie können wir also anderen dabei helfen, einen Ausweg aus dem Schmerz der Sinnlosigkeit zu finden? Wir kommen aus so unterschiedlichen Verhältnissen, unsere Geschichten sind grundverschieden, und wir haben keine tödliche Krankheit vor uns. Können wir eine Art Brücke zwischen uns bauen, damit wir uns treffen und ihnen bei ihrer Suche helfen können? Die Gastfreundschaft gegenüber unseren Patienten muss sicherlich auch die Bereitschaft beinhalten, ihnen bei der Auseinandersetzung mit dem Wichtigsten von allem zu helfen, nämlich mit ihrem inneren Kummer, ihrer Schuld und ihren Sehnsüchten.“

Spiritueller Schmerz (Spiritual Pain) Von Cicely Saunders Definition Rene Lerich gab vor etwa 50 Jahren eine der besten Definitionen des … Mehr

Timothy Radcliffe, Der Geist der Wahrheit. Sechste Exerzitienansprache für die Teilnehmer der Weltsynode in Rom: „Wenn wir uns vom Geist der Wahrheit leiten lassen, werden wir zweifellos streiten. Das wird manchmal schmerzhaft sein. Es wird Wahrheiten geben, denen wir uns lieber nicht stellen würden. Aber wir werden ein wenig tiefer in das Geheimnis der göttlichen Liebe hineingeführt werden, und wir werden eine solche Freude empfinden, dass die Menschen uns darum beneiden werden, hier zu sein.“

Der Geist der Wahrheit. Sechste Exerzitienansprache für die Teilnehmer der Weltsynode in Rom am 3. Oktober 2023 Von Timothy Radcliffe … Mehr

Claus Westermann, Ruf aus der Tiefe (1976): „Die Klage ist die Sprache des Leides. Leid muss sich aussprechen können, es muss sich auch Gott gegenüber aussprechen können. Darum gehört die Klage not­wendig zum Reden des Menschen zu Gott. Klage aber ist nicht einfach identisch mit Schrei. Schrei ist der un­mittelbare Reflex des Schmerzes oder der Angst, der als solcher nicht artikuliert zu sein braucht. Es ist ein Reflex kreatürlicher Art, der dem Menschen mit vielen Tieren gemeinsam ist. Die Klage ist im Unterschied zum Schrei artikuliert, in der Klage wird der Schrei zur Sprache.“

Ruf aus der Tiefe Von Claus Westermann Der Schrei der Unterdrückten in den Psalmen Das Loben Gottes in den Psalmen … Mehr

Ottmar Fuchs, Gott in Dunkelheit erahnen. Die biblische Verbindung von Lob und Klage: „Auf den ersten Blick scheinen Klage und Lob sich wie Feuer und Wasser zueinander zu ver­halten. Schaut man aber genauer hin, dann verhält sich das Lobgebet nicht so wie das Dankgebet zur Klage: denn das Dankgebet könnte in der Not kaum gesprochen werden. Beim Lobgebet kann dies aber der Fall sein. Wenn man von dieser Ahnung Gottes in der Dunkelheit keine Ahnung hat, kommt man leicht dazu, den dritten Teil von Psalm 22 (V. 23-32) als einen später angefügten Teil zu betrachten. Denn in diesem dritten Teil wird Gott gelobt und die ganze Welt wird dazu aufgerufen Gott zu loben.“

Gott in Dunkelheit erahnen. Die biblische Verbindung von Lob und Klage Von Ottmar Fuchs Das Bekenntnis, dass Gott der „Ich … Mehr

Johannes Chrysostomus über Jesu Aussendungsrede: „Siehe, ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe“ (Matthäus 10,16): „Solange wir Lämmer sind, siegen wir. Mögen auch unzählige Wölfe uns umgeben, wir siegen doch und gewinnen die Oberhand. Wenn wir dagegen selbst zu Wölfen werden, unterliegen wir; es fehlt uns dann eben die Hilfe des Hirten.“

Über Jesu Wort „Siehe, ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe“ (Matthäus 10,16) Von Johannes Chrysostomus Wenn ihr auf … Mehr

Timothy Radcliffe, Wofür ist das Christentum gut? (2011): „Wir haben eine seltsame Hoffnung, die sich genau dann offenbart, wenn es keine Zukunft zu geben scheint; wir haben eine Freude, die groß genug für Trauer ist; und wir haben eine Freiheit, die darin gipfelt, dass wir unser Leben weggeben. Das alles verlangt von uns den Mut, der eine so starke Liebe zum Leben ist, dass wir bereit sind zu sterben, und es verlangt auch die Wert Schätzung unserer körperlichen Existenz. Wenn Menschen einem solchen leben­digen, hoffnungsvollen, freien Glauben nicht begegnen, dann sind alle unsere Evangelisierungsversuche reine Zeitverschwendung.“

Wofür ist das Christentum gut? Von Timothy Radcliffe Während eines Abendessens vor einigen Jahren reichte mir ein Freund, ein Professor … Mehr

Julius Schniewinds Predigt über Hebräer 10,35-36 (1935): „Das Bekenntnis zu dem, der uns gleich ward ganz und gar, heißt Lobpreis Christi! Da hört dann alles Ungewöhnliche, Auffällige und Groß­artige vollständig auf, aber auch alles Sich-Quälen, Sich-Sorgen, alles Sich-Verstellen darf aufhören, alle Selbsttäuschung und Illusion, wo wir mit ihm selbst, mit Jesus, den Weg des Glaubens gehen, den Weg, den er uns eröffnet hat durch sein eigenes Leben, Leiden und Sterben.“

Predigt über Hebräer 10,35-36 Von Julius Schniewind „Werfet euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Geduld aber ist … Mehr

Hans Joachim Iwand, Die Gegenwart des Kommenden. Eine Auslegung von Lukas 12 (1954): „Jahr um Jahr wird das Evangelium vom reichen Kornbauern am Erntedankfest verlesen. Mitten hinein in die Freude und das Glück über die Ernte, eine Freude, die wir wohl alle verstehen, denn wir haben erfahren, was Hunger und Hungersnot bedeu­tet — aber mitten hinein in dieses Glück der Geborgenheit erklingt eine Warnung. Der Tod wird sichtbar als Grenze aller unserer Möglichkeiten des Sammelns und Sorgens. Das Erntefest und und der Tod — das ist eine seltsame Zusammenstellung.“

Die Gegenwart des Kommenden. Eine Auslegung von Lukas 12 Von Hans Joachim Iwand I Es lief das Volk zu und … Mehr