Von Feindseligkeiten und der Feindesliebe: „Jesus fordert keine sozialpsychologische Wegrationalisierung von Feindbildern, sondern die Liebe gegenüber anderen Menschen, die sich in ihrem Denken und Tun als Gegner erweisen. Feindesliebe widersteht dem Bösen jenseits eigener Selbstgerechtigkeit. Sie ignoriert keine Gegensätze und Unvereinbarkeiten; sie redet auch nicht Konflikte schön, sondern verzichtet auf Vergeltung und erweist dem Gegner Gutes.“

Von Feindseligkeiten und der Feindesliebe Haben wir eigentlich Feinde? In der Öffentlichkeit ist von ihnen selten die Rede. Eher spricht … Mehr

Lothar Kreyssigs Aufruf zur Gründung der Aktion Sühnezeichen 1958: „Noch können wir der Selbstrechtfertigung, der Bitterkeit und dem Hass eine Kraft entgegensetzen, wenn wir selbst wirklich vergeben, Vergebung erbitten und diese Gesinnung praktizieren. Des zum Zeichen bitten wir die Völker, die Gewalt von uns erlitten haben, dass sie uns erlauben, mit unseren Händen und mit unseren Mitteln in ihrem Land etwas Gutes zu tun.“

Heute vor 125 Jahren wurde Lothar Kreyssig (1898-1986), der Initiator von Aktion Sühnezeichen geboren. Hier der Aufruf zur Gründung der … Mehr

Martin Luthers Brief an Georg Spenlein, Augustiner in Memmingen, vom 8. April 1516: „Christus wohnt nur in Sündern. Denn deshalb ist er vom Himmel herniedergestiegen, wo er in Gerechten wohnte, damit er auch in Sündern wohnte. Diese seine Liebe erwäge immer wieder bei Dir, und Du wirst seinen überaus süßen Trost sehen. Denn wenn wir durch unsere Bemühungen und Trübsale zur Ruhe des Gewissens kommen müssten: wozu wäre er denn gestorben? Deshalb wirst Du nur in ihm, durch getroste Verzweiflung (desperatio fiducialis) an Dir und Deinen Werken, Frieden finden.“

Brief an Georg Spenlein, Augustiner in Memmingen, vom 8. April 1516 Von Martin Luther Übrigens möchte ich wissen, was Deine … Mehr

Christoph Blumhardts Predigt über Lukas 18,1-8 – Von der Zukunft Christi (1886): „Rede ich zu stark? Ich weiß, daß man mich darüber anficht, ich rede zu stark und übertreibe; wenn ich mich aber dann umgeben sehe von so vielen Finsternissen in vielen Menschen, die mir ihr Herz ausschütten, dass auch mein Herz zerrissen wird ob dem Abgrund der Sünde und des Todes, so muss ich dabei bleiben; denn es ist so: es kommen Dämonen, es kommt Sünde und Höllenpein, es kommen die gräßlichsten Verwicklungen mit der Welt, und statt der Zukunft Christi haben wir eine Zukunft Satans erlebt.“

Von der Zukunft Jesu Christi. Predigt über Lukas 18,1-8 (1886) Von Christoph Blumhardt Er sagte ihnen aber ein Gleichnis davon, … Mehr

Peter Brown, Der Schatz im Himmel (The Ransom of The Soul): „Dieses Beharren auf der täglichen Buße für die tägliche Sünde hatte eine konkrete, finanzielle Konsequenz. Wie alle anderen christlichen Prediger seiner Generation bezweifelte Augustinus nie, dass das Gebet um Vergebung von Almosen begleitet werden sollte. Die Almosen waren die ‚Flügel‘, die das Vaterunser in den Himmel trugen. Ohne solche Flügel konnte kein Gebet fliegen.“

Der Schatz im Himmel Der heilige Augustinus und andere frühe Christen stellten die römische Vorstellung von Nächstenliebe in Frage, indem … Mehr

Ruth Benedict über Schuld- und Schamkulturen (Guilt Cultures versus Shame Cultures, The Chrysanthemum and the Sword): „Wo Scham die wichtigste Sanktion ist, erfährt ein Mensch keine Erleichterung, wenn er seine Schuld öffentlich macht, auch nicht gegenüber einem Beichtvater. Solange sein schlechtes Verhalten nicht ‚in die Welt hinausgeht‘, braucht er nicht beunruhigt zu sein, und die Beichte erscheint ihm lediglich als ein Weg, Ärger zu provozieren.“

Höchst einflussreich wurde die Unterscheidung zwischen „guilt cultures“ versus „shame cultures“, die die amerikanische Anthropologin Ruth Benedict 1946 in ihrer … Mehr

Reinhold Schneider, Das Friedensreich der Toten. Zu Allerheiligen – Allerseelen (1945): „Es dunkelt früh, und die verlassene Trümmermasse baut sich zusammen zur Totenstadt, über die der Turm gebietet. Und wieder ist ein Tag über den Garten gegangen, und es ist nichts geschehen, als daß der Teppich der Blätter noch dichter wurde und die Zweige sich ein wenig mehr gelichtet haben. Die Stunden glitten hin wie der Flug der Vögel, der keine Spuren läßt.“

Das Friedensreich der Toten. Zu Allerheiligen – Allerseelen Von Reinhold Schneider In der Nacht, gegen Morgen, breitete sich der Nebel … Mehr

Gerhard Sauter über Altern und das Sterbenmüssen: „Im Handeln Gottes geborgen sind Alternde, weil sie in der Geschichte, die er mit ihnen eingegangen ist, aufgehoben sind, auch mit allen Einbußen, die sich beim Altern einstellen, und mit allem, was ih­nen entnommen und genommen wird. In besonderer Weise sind sie aufgehoben in dem, was Gott für sie vorgesehen hat.“

Im wahrsten Sinn des Wortes ist es ein „Alterswerk“, das Gerhard Sauter mit seinem Buch Beseeltes Alter. Über Hoffnung und … Mehr