Es war „gut“, nicht perfekt Die Sprache der Schöpfung kann unsere Sicht auf Menschen mit Behinderungen in der Kirche verändern. … Mehr
Kategorie: Ethik des Evangeliums
Verena Pfenninger-Stadler, Meine Arbeit als Theologin unter den Protestanten des Oberwallis (1933): „Für den Christen gibt es keine allgemeinen Theorien über sein Tun, also auch keine allgemeine Theorie darüber, ob eine verheiratete Frau imstande ist, beides, Beruf und Ehe, zu vereinen. Es gibt immer nur den Gehorsam gegen Gott in jedem Augenblick der Gegenwart. Kein Mensch kann ihm abnehmen, darüber zu entscheiden, was Gott gerade von ihm fordert. So kann ich zum Schluss weder alle andern Frauen auffordern, dasselbe zu tun, wie ich, noch auch solchen, die es tun wollen, davon abraten, um der großen Last der Arbeit willen, die sie sich damit aufladen. Ich kann nur bezeugen, dass ich mich in beides, in meinen Beruf sowohl wie in meine Ehe, gewiesen sah, und dass mir darum nichts anderes übrig blieb, als im Glauben diesen Weg zu gehen. Ich kann nur bezeugen, dass ich auch heute noch meine, diesen Weg im Glauben weitergehen zu müssen.“
Verena Pfenninger-Stadler studierte Theologie unter anderem in Marburg bei Rudolf Bultmann und in Münster bei Karl Barth und absolvierte ein … Mehr
Hans Ehrenberg, „Ihr seid teuer erkauft.“ Geleitwort zu Karl Barths Tambacher Rede (1919): „Unter den Schweizer Vorträgen in Tambach machte den stärksten Eindruck die Rede von Karl Barth: Christ in der Gesellschaft; und alle, Gleichdenkende wie Gesinnungsgegner, hatten den einen Wunsch, die gesprochenen Worte auch im Buche zu besitzen. Da konnte ich nun Karl Barch um seine Rede bitten für unseren Patmoskreis. Und er gab sie mir, denn zwischen uns hatte in Tambach ein Etwas gesprochen, das nicht lügt. Und ich darf auch annehmen, dass es ihm von großem Werte ist, vor die deutsche Öffentlichkeit in einem Kreise von Gesinnungsfreunden zu erscheinen; denn die Schweizer empfinden ja doch das ganze Land ihrer Sprache als ihre Mutter Erde.“
„Ihr seid teuer erkauft.“ Geleitwort zu Karl Barths Tambacher Rede Von Hans Ehrenberg Ihr seid teuer erkauft.1. Korinther 6,20. Wir … Mehr
Greti Caprez-Roffler, Zur Theologinnenfrage (1931): „Über meinen Zivilstand und die Möglichkeit, ihn mit dem Theologinnenberuf zu verbinden, haben sich nun schon eine Menge Leute den Kopf zerbrochen. Zwei Fragen standen vor allem zur Diskussion: 1. Die Möglichkeit, den Aufgabenkreis einer Familienmutter mit dem einer Theologin zu verbinden. Ich weiß nicht, aber das Faktum an sich, dass verheiratete Frauen einen Beruf ausüben, dürfte es wohl nicht sein, das Anstoß erregt, denn die Schweiz allein zählt 210,000 berufstätige verheiratete Frauen, und ich habe noch nie einen Zeitungsartikel gelesen, der sich gegen die Arbeit der Bäcker-, Metzger-, Ladenfrauen oder Landwirtinnen ausgesprochen hätte, trotzdem hier sicher die soziale Fürsorge ein weites Arbeitsfeld hätte und es für ihre Pflicht erachten sollte, den viel geplagten arbeitenden Frauen zu mehr Zeit, Energie und Frohmut für ihre Familien zu verhelfen. Die Verbindung von Ehe und Beruf an sich kann es also kaum sein, was so Anstoß gibt. Es muss die Verbindung dieser einen speziellen Berufsart mit der Ehe sein, deren Möglichkeit fraglich erscheint.“
Zur Theologinnenfrage (Antwort an E. Z.) Von Greti Caprez-Roffler Ich habe es schon am Artikel, der in Nr. 46 des … Mehr
Elie Wiesel, Eine Betrachtung über die Hoffnung (2003): „Hoffnung hat ihre eigene Architektur, ihre geheimnisvolle Bahn. Die ganze Idee der Erlösung wurzelt im Prinzip der Erwartung, des Wartens. Was ist Messianismus, wenn nicht Hoffnung, die ihren glühenden Höhepunkt erreicht? Hoffnung hat viele Facetten und erfüllt viele Bedürfnisse. Es gibt die Hoffnung der Gerechten und die der Bösen: Die erste ist inklusiv, die zweite nicht. Der Gerechte teilt seine Hoffnung mit anderen, der Böse glaubt nur an seine eigene.“
Eine Betrachtung über die Hoffnung (A Meditation on Hope) Von Elie Wiesel Dieser Vortrag soll ein Appell für die Hoffnung … Mehr
Martin Niemöller, Predigt zu 2. Korinther 12,9 (Human Weakness and Divine Strength, Duke University, 1963): „Wie oft musste ich mich jeden Tag beherrschen, wenn der Gedanke aufkam: Wenn diese Leute mich von hier zu diesem Galgen schleppen, werde ich ihnen zurufen: ‚Ihr Verbrecher, ihr Mörder, wartet nur – es gibt einen Gott im Himmel, und er wird es euch zeigen!‘ Und dann die quälende Frage: Was wäre geschehen, wenn Jesus, als sie ihn an seinen Galgen, ans Kreuz, nagelten, so gesprochen und seine Feinde verflucht hätte? Nichts wäre geschehen, nur gäbe es kein Evangelium, keine christliche Kirche, denn es gäbe keine frohe Botschaft; denn dann hätte er gegen seine Feinde gebetet, nicht für sie, und wäre gegen sie gestorben, nicht für sie. Gott sei Dank! Er betete, er starb auf eine andere Weise: ‚Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!‘ stimmt oder wird es jemals tun.“
Menschliche Schwäche und göttliche Stärke. Predigt zu 2. Korinther 12,9 (Human Weakness and Divine Strength, Duke University, 1963) Von Martin … Mehr
Ulrich Peter über Harald Poelchau (1903-1972): „Zahlreiche Opfer waren politische Freunde aus dem »Kreisauer Kreis«, zu dem er selbst gehörte, und aus den Gruppen, die mit dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 zu tun hatten. Die erste Hinrichtung, zu der Poelchau bestellt wurde, fand am 17. April 1934 statt. Weitere 1200 Hinrichtungen folgten in den nächsten elf Jahren bis zum Ende der Nazidiktatur, so dass die Seelsorge für die Verurteilten Poelchau zunehmend beanspruchte. Darüber hinaus schmuggelte Poelchau Nahrungsmittel, die er vom schlesischen Gut Kreisau seines Freundes Helmuth James Graf von Moltke bekam, in die Gefängnisse hinein und Mitteilungen und Briefe heraus. Ihm verdanken wir, dass die Gefängnisaufzeichungen Dietrich Bonhoeffers und die Abschiedsbriefe Helmuth von Moltkes an seine Frau Freya erhalten sind. Nicht nur den Gefängnisinsassen galt Poelchaus Hilfe, zusammen mit seiner Frau Dorothee rettete er Juden, indem er sie versteckte, mit Lebensmitteln versorgte und ihnen falsche Pässe verschaffte.“
Harald Poelchau Geb. 5. 10. 1903 in Brauchitschdorf/Schlesien; gest. 29.4. 1972 in Berlin Von Ulrich Peter Harald Poelchau wuchs in … Mehr
William H. Willimon, Jesus nachfolgen: „Die moderne Welt hat viele Möglichkeiten, uns gegen uns selbst zu wenden, um schließlich den lieben kleinen Gott in uns anzubeten. Das Christentum, die von Jesus beschworene Religion, ist ein ausgesprochen heftiges Mittel, um uns nach außen zu zerren. Wir werden nicht in Ruhe gelassen, um uns mit unseren süßen Binsenweisheiten zu trösten oder mit der angeblich so schönen Mutter Natur zu kuscheln oder gar die Augen zu schließen und die Menschheit im Allgemeinen zu umarmen. Ein Gott, den wir uns nicht hätten ausdenken können, hat sich uns zugewandt, hat sich uns genähert, hat sich als jemand ganz anderes offenbart als der Gott, den wir hätten, wenn Gott nur ein Hirngespinst wäre – Gott ist ein Jude aus Nazareth, der kurz lebte, gewaltsam starb und unerwartet auferstand. Dieser Gott hat uns zu Tode erschreckt, aber auch zum Leben erweckt.“
Jesus nachfolgen Von William H. Willimon Ich erinnere mich noch gut an ein langes Gespräch mit einem Mann, der Mitglied … Mehr
Martin Luther über die Früchte des Geistes. (Auslegung zu Galater 5,22f, 1519): „Es mag also wohl die Liebe im Verborgenen bleiben, solange Friede ist; bricht aber Feindschaft aus, dann kommt uns nichts lebhafter zum Bewusstsein als die Liebe, die Hoffnung und der Glaube, – es wäre denn, dass man auch des Unglaubens, der Verzweiflung und des Hasses sich nicht bewusst würde.“
Über die Früchte des Geistes. Auslegung zu Galater 5,22f (1519) Von Martin Luther Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, … Mehr