Das Paradies, der Überdruss und das Lebensglück: „Weder in dem dauerhaft Zuhandenen noch in dem erfolgreich Erstrebten findet der Mensch sein umfassendes Lebensglück. Was in der christlichen Lehre als (Glück-)Seligkeit (beatutido) verheißen wird, ist ein lebensvollendende Schau Gottes (visio Dei beatifica), von der ’selige‘ Menschen selbst eingenommen ist. Das Lebensglück entzieht sich damit eigener Bestimmung bzw. Wahl. Die Gottesschau lässt sich nur in paradoxer Weise als lebenserfüllend – Erfüllung, die keine Erfüllung ist – bezeichnen, da der Zustand einer ewigen Erfüllung den Vorgang einer Erfüllung unterbinden würde. Die visio Dei ist also ein Sehen, das sich nicht sattsehen kann.“

Das Paradies, der Überdruss und das Lebensglück Paradiesische Zustände sollen das eigene Lebensglück bedingen. In der Paradieserzählung (Genesis 2-3) wird … Mehr

Zur ethischen Problematik eigener Identifikationen (Sympathismus): „Statt unkritischer Identifikation ist passionierte Solidarität angebracht. Solidarität – im ursprünglichen Sinne als gemeinschaftliche Verantwortung bzw. Haftung verstanden – ignoriert kein Fehlverhalten, sondern spricht dieses um der göttlichen Gerechtigkeit willen an. Während Identifikation auf Selbstbestätigung in einem Gruppenideal aus ist, stellt sich Solidarität problematischem Gruppengeschehen bzw. -vergehen, die das eigene Gewissen versehren.“

Zur ethischen Problematik eigener Identifikationen (Sympathismus) Identifikation lässt sich unterschiedlich thematisieren. Kognitiv verstanden geht um das Wiedererkennen bzw. das begriffliche … Mehr

Grundlegende Elemente eines ökonomischen Verhaltensmodells: „So kann man beispielsweise bezüglich eines Studiums der Theologie von Zeit als Opportunitätskosten sprechen, weil eine Entscheidung für dieses Studium in aller Regel das Studium der Betriebswirtschaftslehre ausschließt. Durch die Spezifikation der Opportunitätskosten als Wertgröße für einen entgangenen Nutzen wird das ökonomische Kostenkonzept über ein rein monetäres, geldwertes Verständnis hinaus verallgemeinert. Ökonomische Entscheidungen können also nicht nur Geld, sondern auch Zeit, Schlaf, Stress, Spaß, Freunde, Ehen, Kinder, Karriere, Ruf, Seelenheil und was sonst noch kosten. Demzufolge lässt sich die Ökonomik nicht auf rein monetäre Ziele reduzieren.“

Grundlegende Elemente eines ökonomischen Verhaltensmodells 1. Ökonomik Wie lassen sich nun ökonomische Verhaltensweisen von Menschen charakterisieren? Dieser Aufgabenstellung hat sich … Mehr

Eisberge schmelzen. Zur finanziellen Zukunft der Landeskirchen: „Eine zukunftsfähige Finanzreform der verfassten Landeskirchen ist kaum möglich. Daher wird landeskirchliches Haushalten von Jahr zu Jahr schwieriger. So werden tatsächlich erzielte Einsparungen wohl immer schneller von weiteren Sparanforderungen überholt werden. Nichts erreicht und nichts gesichert, sondern immer mehr zusätzlich zugemutet – Bedienstete können damit auf Dauer nicht zurechtkommen. Die Zukunft der verfassten Landeskirchen ähnelt Eisbergen, die nach der Kalbung vom Schelfeis im antarktischen Meer treiben und dabei fortwährend abschmelzen. Deren Lebensdauer wird von verschiedenen Faktoren bestimmt – Größe und Form, Strömung und Verweilort sowie Wasser- und Lufttemperatur. Und doch gilt für jeden Eisberg dasselbe: Sein Ende ist absehbar; in nicht allzu ferner Zukunft wird er weggeschmolzen sein.“

Nun ist in der aktuellen Juni-Ausgabe des Deutsches Pfarrerinnen- und Pfarrerblatt mein Artikel Eisberge schmelzen. Zur finanziellen Zukunft der Landeskirchen … Mehr

The Question of God in the Age of AI and the Freedom of the Children of God (2018): „If the future of Artificial Intelligence has caught up conceptually with the idea of God, then the metaphysical question of God can no longer be posed in the same way. It cannot be answered philosophically alone—it must be answered liturgically by Christians: within the gathered community of believers, the one God is invoked by name—the God who acted for the salvation of the nations through his people Israel and who revealed himself decisively in his Son, Jesus Christ. Christian faith is not directed toward whatever we can imagine as the greatest within ourselves, but toward the one to whom we may entrust ourselves ‚in life and in death‘ (Heidelberg Catechism).“

The Question of God in the Age of AI and the Freedom of the Children of God “That than which … Mehr

Die liturgische Form eines Kollektengebets: „Dann und nur dann kommt es zur Bitte, die die Darstellung einer zu verändernden Situation in Verbindung mit der Bitte um ein bestimmtes göttliches Handeln beinhaltet, z. B. ‚Sieh auf das Elend und die Verwüstung in der Welt. Brich die Macht des Bösen und führe uns in dein Reich‘.“

Die liturgische Form eines Kollektengebets Das liturgische Kollektengebet beginnt mit der Anrufung (invocatio) Gottes unter Verwendung von doxologischen („lobenden“) Attributen … Mehr

Wilhelm Sigmund Teuffel und der Familienname ‚Teuffel‘: „Im 19. Jahrhundert gibt es für den ‚Teufel‘ keine einheitliche Schreibweise, was auf die Luther-Bibel von 1545 zurückzuführen ist. Dort finden sich in den biblischen Büchern sowohl der ‚Teufel‘ wie auch der ‚Teuffel‘. Erst als 1880 der erste ‚Duden‘ erschien, wurde der „Teufel“ auf ein „f“ vereinheitlicht. Daraufhin wurden sukzessive die Familiennamen ‚Teuf(f)el‘ in den Personenstandsregistern ebenfalls auf ‚Teufel‘ vereinheitlicht. Warum dies nicht mit meinen Vorfahren geschehen ist, lässt sich leicht erklären …“

Wie der Familienname „Teuffel“ zustande gekommen ist In meiner Familie gilt die Faustregel: Alle „Teuffels“ mit zwei „f“ sind miteinander … Mehr

Auferstehung von den Toten versus Weiterleben nach dem Tod: „Von der zu erwartenden Auferstehung der Toten her können eigene irdische Lebensverhältnisse nicht in ein Jenseits verlängert werden. Wo Gott in der Auferstehung von den Toten mit Menschen neu anfängt, gibt es keine bleibende Geschlechterdifferenz bzw. Statusunterschiede nach dem Tod.“

Auferstehung von den Toten versus Weiterleben nach dem Tod Der Tod eines Menschen hat immer auch eine soziale Dimension, sind … Mehr