Die Allgäuer Artikel vom 24. Februar 1525: „Dies sind die Artikel: Der erste besagt, dass man keinem Pfarrer den Schlüssel zur Kirche überlassen soll. Man soll mit ihm reden, dass er das Heilige Evangelium predigt, die Lehren des Alten und Neuen Testaments und was dazu gehört, und nicht menschliche Träume und Erfindungen. Und wer das nicht tun will und sich nicht belehren lässt, den soll man hinausweisen und entlassen.“

Die Allgäuer Artikel vom 24. Februar 1525 (in heutigem Deutsch) Die Fürstabtei Kempten im Allgäu war bereits gegen Ende des … Mehr

Helmut Gollwitzer zu Karl Barths 75. Geburtstag 1961: „So möchte er nichts anderes tun, als diese überwältigende Geschichte nacherzählen, – angemessen nacherzählen, so dass sie nicht verkleinert, nicht entstellt, nicht verflacht wird, sondern die Hörender ebenso ergreift, erschreckt, erfreut und verwandelt, wie es den erster Hörern geschehen ist. Er wundert sich, dass man neben dieser unvergleichlichen Geschichte noch anderes mit gleicher Aufmerksamkeit hören kann; er möchte der Kirche bewusst machen, dass sie nichts Schöneres, Größeres, Hoffnungsvolleres tun kam, als von dieser Geschichte zu leben und ihr zu dienen: der Geschichte des Angriffs der Liebe Gottes auf seine Menschheit, wie sie mit der Anrede Gottes an Israel angefangen, – in der Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi ihre Mitte gefunden hat. Sie ist die Offenbarung der letzten Wirklichkeit der Welt, des wahren Sinnes des Daseins, und zwar für alle. Darum ist sie nicht eine Kirchen-, sondern eine Weltangelegenheit und die Kirche hat sie nicht für sich zu behalten und gegen andere Menschen zu. verteidigen, sondern in Angriff hinauszutragen und alle Menschen damit zu belästigen und zu erfreuen.“

Zu Karl Barths 75. Geburtstag am 10. Mai 1961 Von Helmut Gollwitzer Der große Theologe, der heute 75 Jahre alt … Mehr

William H. Willimon über Pfarrer: „Man kann mit nur bescheidenen intellektuellen Fähigkeiten Pfarrer sein, aber man kann nicht lange Pfarrer bleiben, wenn man keinen Sinn für Humor hat. Die Fähigkeit, über die Ungereimtheiten des Lebens zu lachen, Gott ernst zu nehmen, aber nicht uns selbst, die Fremdartigkeit unserer Leute anzunehmen, anstatt sie mit bloßen Händen zu erdrosseln, ist eine große Gnade.“

Über Pfarrer Von William H. Willimon Vor dem Altar Gottes, am Krankenbett, im Gespräch mit aufgewühlten Seelen, verwirrt vor dem … Mehr

Eberhard Jüngel über Karl Barth: „Die Wirkung Karl Barths ist bis jetzt noch nicht absehbar. Den ‚ewigrei­chen Gott‘ einer zwar subjektiv, aber niemals objektiv gottlosen Welt zu bezeugen, war das erklärte Ziel seines Wirkens. Dabei wusste er, dass es dem Reichtum Gottes nicht widerspricht, wenn seine menschlichen Zeu­gen am Ende seufzende und stammelnde, gerade so aber menschliche Menschen sind. In dem kleinen Seufzer, so hat er einmal bemerkt, ‚mit dem wir zu Gott sagen: Ach, ja! … steckt Alles und Alles muß auch immer wieder zu diesem kleinen Seufzer werden‘. Vielleicht wird sich gerade das als die eigentliche Wirkung Barths erweisen, daß er mit seinem gewaltigen theologischen Werk die Christenheit nur eben dies gelehrt hat, auf lautere Weise beides zu sagen: ein sich dem Geheimnis der Gnade Gottes anvertrauendes Ach und ein über die große Liebe Gottes staunendes und ihr auf menschliche Weise entsprechendes entschiedenes Ja.“

Karl Barth (1886-1968) Von Eberhard Jüngel 1 „Es sind jetzt mehr als 40 Jahre her, daß ich bei Franz Overbeck … Mehr

Paul Schempps Beileidsbrief zum Tode eines Soldaten, den dieser in Iptingen konfirmiert hatte (1946): „Sie könnten uns anklagen: »Warum habt ihr uns in diesen Wahnsinn rennen lassen? Was habt ihr getan, um es zu verhindern, dass wir in den Tod marschieren mußten?« Und ich kann mich nicht entschuldigen. In der Kirche hab’ ich wohl ein wenig für Freiheit gekämpft gegen die Vergewaltigung der Gewissen, aber was hat uns nun dieses sture Sichbefehlenlassen gekostet bis zur Zerstörung der eigenen Heimat! Angst hat man uns gemacht, und wir haben uns einschüchtern lassen und woll­ten doch freie Christenmenschen sein!“

Beileidsbrief zum Tode eines Soldaten, den Schempp einst in Iptingen konfirmiert hatte. Kirchheim, den 30. Januar 1946 Liebe Familie G.! … Mehr

Über die verschiedenen Formen des Atheismus: „Der theoretische Atheismus ist die bewusste und begründete Ablehnung Gottes. Die Existenz Gottes ist für ihn eine realitätsfremde Illusion. So will er an die Stelle des Gottesglaubens eine vermeintlich aufgeklärte Lebenshaltung setzen: Ein vernunftgemäßes und eigenverantwort­liches Leben allein ermögliche die wahre Humanität des Menschen und führe zur Verwirkli­chung einer besseren Welt.“

Über die verschiedenen Formen des Atheismus In der Spätantike hatten die Kirchenväter dem Vorwurf zu begegnen, dass das Christentum atheistisch … Mehr

Martin Luther, Eine treue Vermahnung an alle Christen, sich vor Aufruhr und Empörung zu hüten (1522): „Beachte ein Gleichnis: Wenn dein Bruder mit einem Strick um den Hals gefährlich von seinem Feind gebunden wäre, und du Narr würdest zornig auf den Strick und den Feind, liefen hin und rissen den Strick mit großem Ernst zu dir oder stachen mit einem Messer danach, so würdest du wohl deinen Bruder erwürgen oder erstechen und mehr Schaden anrichten als der Strick und der Feind. Wenn du ihm aber helfen willst, musst du folgendermaßen vorgehen: Den Feind kannst du hart genug bestrafen oder schlagen, aber mit dem Strick musst du sanft und vorsichtig umgehen, bis du ihn von seinem Hals entfernt hast, damit du deinen Bruder nicht erwürgst.“

Eine treue Vermahnung an alle Christen, sich vor Aufruhr und Empörung zu hüten (1522) Von Martin Luther Jesus. Allen Christen, … Mehr