Hans Graf von Lehndorff, Vom Sinn der Barmherzigkeit in der modernen Welt (1969): „Wie muss ein Mensch beschaffen sein, damit er Aufgaben an seinen leidenden Mitmenschen in sinnvoller Weise wahrnehmen kann? Wenn man mich fragen würde, welche menschliche Eigenschaft ich in diesem Zusammenhang für die wichtigste halte, würde ich ohne Zögern sagen: die Dankbarkeit. Dankbarkeit äußert sich darin, dass diese Wohltat weiterwirkt, sei es auf den Wohltäter zurück oder, was das Größere ist, in die Weite hinaus auf Menschen, die ihrerseits besondere Hilfe nötig haben.“

Vom Sinn der Barmherzigkeit in der modernen Welt (1969) Von Hans Graf von Lehndorff Barmherzigkeit — wenn ich dieses Wort … Mehr

Walter Höchstädter und seine illegale Flugschrift „Darum seid nüchtern!“ wider die nationalsozialistische Judenvernichtung (1944): „Das Blut von Millionen hingeschlachteter Juden, von Männern, Frauen und Kindern, schreit heute gen Himmel. Da darf die Kirche nicht schweigen. Sie darf da nicht sagen, die Regelung der Judenfrage sei eine Angelegenheit des Staates, wozu er aufgrund von Römer 13 ein Recht habe. Es gibt also keine indifferente Haltung für den Christen in dieser Frage. Es gibt keinen gemäßigten – christlichen – Antisemitismus. Auch dann nicht, wenn er einleuchtend mit vernünftigen (etwa nationalen) Gründen dargelegt wird, oder gar mit wissenschaftlichen (sage: scheinwissenschaftlichen) Gründen.“

Darum seid nüchtern!EIN GRUSS AN DIE BRÜDER Der bayerische Pfarrer Walter Höchstädter (1907-1994) verfasste im Sommer 1944 als Lazarettgeistlicher in … Mehr

Hartmut Ludwig über Hans Joachim Iwand (1899-1960): „Wie kein anderer reflektierte Iwand alles theologische Denken im geschichtlichen Kontext. An Martin Niemöller schrieb er: »Ich will Ihnen gern gestehen, daß ich seit 1945 mich viel mit jenen Vorgängen des vorigen Jahrhunderts beschäftigte, die dem Sturz Napoleons in Europa folgten, und befürchte, dass wir in Gefahr sind, wieder in jene alten Gleise einzubiegen, die sich bereits damals als tote Gleise erwiesen haben.«“

Hans Joachim Iwand Geb. 11. 7. 1899 in Schreibendorf; gest. 2. 5. 1960 in Bonn Von Hartmut Ludwig Nach den … Mehr

Beten

Martin Luther, Die Bedingungen des wahren Gebets (Orationis verae conditiones, 1520): „Das Gebet geschehe im Ernst, nicht in schwankendem Geist und nicht so, dass man die Sache, um die man bittet, nicht dringend ersehnt, wie bei einem Abenteuer, kommt’s, so kommt’s, wie wenn man nach einer Birne wirft. Dies wäre sogar eine Verhöhnung Gottes, als wollte er nicht ge­währen, was er zugesagt hat. Solche Abenteurer erreichen es nicht nur nicht, sondern reizen vielmehr Gott zu ihrem größten Übel.“

Die Bedingungen des wahren Gebets (Orationis verae conditiones, 1520) Von Martin Luther Jedes Gebet [oratio] wird aus fünf [Merkmalen] bestehen, … Mehr

Christian Smith, Warum Religion obsolet wurde (Why Religion Went Obsolete: The Demise of Traditional Faith in America): „Die überwiegende Mehrheit der Amerikaner erwartet nicht, in den kommenden Jahren religiöser zu werden. Und die Minderheit der nach-Boomer-Generationen, die das vielleicht doch tun wird, startet von einem relativ niedrigen Niveau aus. Selbst wenn sie religiöser werden, bewegt sich das wahrscheinlich nur in den Bereich ‚mäßig religiös‘ – zu wenig, um die traditionelle amerikanische Religion auf ein früheres Niveau zurückzuführen.“

Jüngst ist Christian Smiths Why Religion Went Obsolete: The Demise of Traditional Faith in America bei OUP erschienen. Smith ist … Mehr

Martin Kähler, Die Theologie in ihrer Bedeutung für die Gemeinde dargestellt (1903): „Die Theologie ist eine Sprachmeisterin. Sie ist noch mehr, sie ist sozusagen ein fortwährender Fingerzeig auf die Wahrheit; darauf, dass das Christentum den ganzen Menschen will, und indem es den ganzen Menschen will, an eine seiner Seiten, die man beim Christentum vielmals sehr gering schätzt, sehr starke Ansprüche erhebt. Die Theologie ist unerbittlich, wenn man bloß von religiösem Gefühle, bloß von der Praxis redet; wenn man meint, Gefühl und Wille sei allein von der Religion, vom Christentum in Anspruch genommen, und es sei am besten, wenn man ganz darauf verzichtet, dass das Christentum auf Wahrheit beruhe.“

Die Theologie in ihrer Bedeutung für die Gemeinde dargestellt Von Martin Kähler Verehrte Freunde und Brüder! Warum ist dieser Gemeinschaftsconferenz … Mehr

Brauner DC-Messianismus in Württemberg – Fritz Veigel, Die braune Kirche (1934): „Uns ist Hitler der deutsche Gottesmann, der in unbegreiflich großer Bruder­liebe Gebete lebt und seinen Willen an Gottes wunderbare Allmacht heftete. Wie Luther einer zerfaserten, vielstimmig lärmenden Zeit durch seinen Glauben und seine Tat den großen Akzent, das einheitliche Gesicht gab, so ist Hitler für uns die Norm der Gegenwart und der Garant der Zukunft, und darum nehmen auch alle unsre frommen Erkenntnisse, Pläne und Hoffnungen von diesem Namen ihren Ausgang.“

Die braune Kirche Von Fritz Veigel (1908-1942) Fragt man uns aber: Ist Hitler Christ? so sagen wir getrost: Ja! Denn … Mehr

Welcher Rosenart entspricht die Lutherrose: „Dass die Hundsrose auch weiße Blüten ausbilden kann, wird in unserem Pfarrgarten ersichtlich. Da die Hundsrose die mit Abstand häufigste wild wachsende Art der Gattung Rosen in Mitteleuropa ist und ihre Früchte rot sind – im Unterschied zu den schwarzen bis purpurschwarzen Hagebutten der Bibernell-Rose – gehe ich davon aus, dass die Lutherrose botanisch eine Hunds- bzw. Heckenrose ist.“

Warum die Lutherrose botanisch betrachtet eine Hunds- bzw. Heckenrose ist In seinem Brief an Lazarus Spengler vom 8. Juli 1530 … Mehr

Die liturgische Form eines Kollektengebets: „Dann und nur dann kommt es zur Bitte, die die Darstellung einer zu verändernden Situation in Verbindung mit der Bitte um ein bestimmtes göttliches Handeln beinhaltet, z. B. ‚Sieh auf das Elend und die Verwüstung in der Welt. Brich die Macht des Bösen und führe uns in dein Reich‘.“

Die liturgische Form eines Kollektengebets Das liturgische Kollektengebet beginnt mit der Anrufung (invocatio) Gottes unter Verwendung von doxologischen („lobenden“) Attributen … Mehr