Karl Löwiths Rundfunkvortrag über Töten, Mord und Selbstmord (1962): „Es gibt nur ein einziges stichhaltiges Argument gegen das Recht zur Selbstvernichtung, und dieses ist kein eigentlich moralisches, sondern ein religiöses. Es steht und fällt mit dem christ-lichen Glauben, dass der Mensch ein Geschöpf Gottes ist, dass er sein Leben als eine Gabe geschenkt bekam. Dann, aber auch nur dann, ist der Selbstmord in der Tat ein Mord, ein höchstes Unrecht gegen Gott.“

Töten, Mord und Selbstmord (1962) Von Karl Löwith Das biblische Gebot »Du sollst nicht töten« wäre nur dann eindeutig, wenn … Mehr

Warum der Martin-Luther-Kirche in Vöhringen 1934 eine Lutherfigur über dem Eingangsportal erspart geblieben ist: „Weil nun der Bau im Oktober 1933, also im Lutherjahre begonnen wurde, soll die Kirche den Namen ‚Lutherkirche‘ bekommen und um diese auch nach außen zu kennzeichnen, soll am Westgiebel gegen die Straße eine Lutherfigur aus Sandstein, etwas über Lebensgröße, mit der Inschrift in der Konsole: ‚Für meine Deutschen bin ich geboren, meinen Deutschen will dienen‘ angebracht werden.“

Warum der Martin-Luther-Kirche in Vöhringen 1934 eine Lutherfigur über dem Eingangsportal erspart geblieben ist Schreiben des Vöhringer Kirchenpflegers bzw. Kirchenvorstehers … Mehr

Ruth Benedict on Guilt Cultures versus Shame Cultures (1946, The Chrysanthemum and the Sword): „True shame cultures rely on external sanctions for good behavior, not, as true guilt cultures do, on an internalized conviction of sin. Shame is a reaction to other people’s criticism. A man is shamed either by being openly ridiculed and rejected or by fantasying to himself that he has been made ridiculous. In either case it is a potent sanction.“

On Guilt Cultures versus Shame Cultures By Ruth Benedict In anthropological studies of different cultures the distinction between those which … Mehr

Aus der Urkunde zur Grundsteinlegung der Martin-Luther-Kirche in Vöhringen vom 8. Oktober 1933: „Der Bau unseres Gotteshauses fällt in eine große Zeit unserer evangelischen Kirche und unseres deutschen Volks. Aus den vielen, bisher nur lose miteinander verbundenen deutschen evangelischen Landeskirchen ist die eine deutsche evangelische Kirche geworden. Das deutsche Volk hat sich nach jahrelangem äußerem und innerem Niedergang unter der machtvollen Führung Adolf Hitlers auf seine alte Kraft, auf seine alte Ehre und auf seinen alten Gott besonnen. Möge dieses Gotteshauses eine Stärke werden, da das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden, ein Ort, da Seine Ehre in Wahrheit wohnt. Dann wird von ihnen nicht nur Segen ausgehen für unsere Kirche und Gemeinde, sondern auch Heil für unser Volk und Vaterland. Dereinst aber tue der Herr uns allen die Türe zum oberen Heiligtum auf, wo wir ihn mit allen Engeln und Auserwählten loben und preisen werden in Ewigkeit. Amen!“

Einen völkischen Geist atmet die Urkunde zur Grundsteinlegung der Martin-Luther-Kirche in Vöhringen vom 8. Oktober 1933, vermutlich vom damaligen Illertisser … Mehr

Karl Barth, Rundfunkvortrag über die Freiheit (1960): „So kann niemand für seine Freiheit garantieren, so kann sie auch keinem durch andere garantiert werden. So gibt es keine Technik zur Erwerbung und keine zur Erhal­tung und Verteidigung der Freiheit. Freiheit kommt aus freier Erwäh­lung. Freiheit ist freies Geschenk. Der freie Gott, vor dem alle Men­schen sich immer wieder als Unfreie erkennen und bekennen müssen, der sich aber gerade der Unfreien annehmen will und längst ange­nommen hat, ist der Ursprung der Freiheit. Er schuf zu allen Zeiten und schafft immer neu freie — eben in jener Bindung freie —, zur Be­freiung anderer brauchbare Menschen. Und die wahrhaft entschei­dende Betätigung ihrer Freiheit wird jeden Morgen neu in der Anrufung bestehen: «Herr, mach uns frei!».“

Freiheit Von Karl Barth Es ist mit der Freiheit wie mit dem Glauben oder wie mit der Liebe, wie mit … Mehr

Stanley Hauerwas und John Berkman über Gewalt als Thema der christlichen Ethik (1995): „Eine der großen Ironien der christlichen Tradition ist, dass viele Rechtfertigungen von Gewalt, die Christen vertreten, auch die Hinrichtung Jesu durch die römischen Behörden legitimieren würden. Dennoch haben die meisten Christen weiterhin an der Zentralität des Kreuzes festgehalten und damit eine ständige Spannung zwischen christlichen Überzeugungen und der Legitimation von Gewalt aufrechterhalten. Das Neue Testament zeichnet Jesus eindeutig als jemanden, der mit Gewalt umging, indem er den grundlegenden Anspruch der Notwendigkeit oder Wirksamkeit von Gewalt infrage stellte.“

Gewalt Von Stanley Hauerwas und John Berkman In ähnlicher Weise, wie für den einen eine Person ein „Terrorist“ und für … Mehr

Paul Althaus, Kirche und Volkstum (1927) und die Ambivalenz seiner Volkstumstheologie: „Jedes Volk — auch das unsere, findet in der Geschichte, die dem Reiche Gottes entgegengeht, seinen Lebenssinn, seine gott­gegebene Stelle und darum unendliche Verantwortung, Verant­wortung auch dafür, das eigene Leben stark, frei, rein zu halten für den Dienst am Reiche Gottes. Die Völker bekommen verschiedene Sendung von dem Herrn der Geschichte. Unserem Volke ist durch seine Geschichte von Gott gezeigt, daß er ihm Besonderes anvertraut hat.“

Kirche und Volkstum (1927)[1] Von Paul Althaus 1. „Kirche und Volkstum“ — einer Versammlung des deutschen evan­gelischen Kirchentages im deutschen … Mehr