Gottfried Bachl, Wider die harmlose Redseligkeit (1991): „Dagegen begegnet mir heute eine Kirchensprache, aus der der Gott der Zumutungen verschwunden ist. Alles, was den Menschen hart angeht: ungefragtes Dasein in dieser Welt, die Schwere der Materie, die Unausweichlichkeit der Freiheit, der Schmerz des geistigen Bewußtseins, der dunkle Abstand zum Urheber des Ganzen, dessen schroffe Andersheit, das zufahrende Wort aus dem Bereich des Heiligen, die Ungewißheit der Spannung zwischen Gut und Böse – all das wird überspielt von einer Monotonisierung der Sprache auf Liebe.“

Wider die harmlose Redseligkeit. Thesen zur Sprachkultur in der heutigen Kirche Von Gottfried Bachl Die Sprache der Kirche ist heute … Mehr

Eberhard Jüngel, ‚sola scriptura‘. Von der reformatorischen Lust, aus der Quelle zu trinken: „Die Texte der Heiligen Schrift locken uns nun, zu ihnen zurückzukehren, in sie einzukehren, um uns in ihnen aufzuhalten, in ihnen gleichsam Wohnung zu nehmen, in ihnen hin und her zu gehen wie in einem Haus mit vielen Gemächern. Dann vermitteln sie uns eine Geborgenheit oder so etwas wie Heimat, ohne die man in der komplexen, ja überkomplexen Wirklichkeit unserer Welt schwerlich seinen Weg findet.“

‚sola scriptura‘. Von der reformatorischen Lust, aus der Quelle zu trinken Von Eberhard Jüngel I. Breit dahinfließende Ströme haben etwas … Mehr

Martin Buber über Franz Kafka (Zwei Glaubensweisen): „Der Jude, sofern er nicht vom Ursprung getrennt ist, auch noch der exponierteste Jude, also Kafka, ist geborgen. Alles geschieht ihm, aber es kann ihm nichts geschehen. Wohl vermag er sich nicht mehr »im Versteck deiner Flügel« (Ps 61,5) zu bergen, denn der Zeit, in der er lebt, und mit ihr ihm, ihrem exponiertesten Sohn, verbirgt Gott sich.“

Über Franz Kafka (Zwei Glaubensweisen) Von Martin Buber Man kennt Kafkas Beitrag zur Metaphysik der »Tür«: die Parabel von dem … Mehr

Max Brod, Verzweiflung und Erlösung im Werk Franz Kafkas: „Man könnte Kafkas religiöse Grundüberzeugung in die Sätze formen: »Das Gött­liche ist da; aber es ist unserem menschlichen Fassungsvermö­gen inkommensurabel. Sehr oft (von Ausnahmen abgesehen) entsteht eine trübe Brechung des ursprünglichen Göttlichen im Sensorium des Menschen. Die »kaiserliche Botschaft‹ erreicht dich nicht. Aber wenn du sie ständig in Liebe erwartest (›Du aber sitzt an deinem Fenster und erträumst sie dir, wenn der Abend kommt‹), dann tust du das Richtige.«“

Verzweiflung und Erlösung im Werk Franz Kafkas[1] Von Max Brod Der Glaube und die Verzweiflung In Kafkas Werk findet sich … Mehr

Rabbiner Walter Rothschild über das Tischgebet: „Indem man vor dem Essen anerkennt, dass die Nahrung nicht einfach »aus dünner Luft heraus kam«, sondern ein Teil der Schöpfung Gottes ist, dankt man Gott für das Recht und die Fähigkeit zu essen, und man wandelt einen bloßen körperlichen Vorgang – die Aufnahme gewisser Kalorien und Vitamine – um in einen »heiligen Akt«.“

Das Tischgebet – oder: Was ist »Bentschen«? Von Walter L. Rothschild Es gibt das Gebot in der Tora (Deuteronomium 8,10), … Mehr

Kristlieb Adloff, »Das beladenste aller Menschenworte«. Vom Judentum über G’tt sprechen lernen: „Wenn Gott, anders als im Judentum, als der dem Menschen Zugewandte, nicht in eins damit der Richter, der Gott des Gesetzes und des konkreten Gebietens sein kann, bleibt nur das Feld einer vagen »Spiritualität« und einer jeweils zeitgemäßen Moral. Das Judentum könnte das Christentum daran erinnern, dass der von ihm verkündigte Gott nicht irgendeine Gottheit, sondern in der Nachfolge Jesu der ist, dessen Name geheiligt werden soll.“

Am 20. Dezember 2023 ist Kristlieb Adloff im Alter von 89 Jahren verstorben. Ihn zeichnete eine biblische Theologie aus, die … Mehr

Johann Baptist Metz, Erlösung und Emanzipation (1973): „Wo immer der Versuch ge­macht wird, die in Jesus Christus vollbrachte Erlösungsgeschichte und die menschliche Leidensgeschichte nicht einfach geschichtslos paradoxal gegeneinanderzusetzen bzw. das eine sub contrario im anderen zu behaupten, sondern die Entzweiung mensch­licher Leidensgeschichte selbst noch einmal in der Dialektik der trinitarischen Gottes­geschichte zu deuten und zu begreifen, liegt die genannte Verwechslung zwischen der Negativität des Leidens und der Negativität des dialektisch vermittelten Begriffs des Leidens vor.“

Erlösung und Emanzipation[1] Von Johann Baptist Metz I. Akzentuierung des Themas Der theologische Pluralismus, zuweilen nicht mehr als Ausdruck einer … Mehr

Walter Brueggemann, David verschont Saul in der Wüste von En-Gedi. Kommentar zu 1. Samuel 24,1-23: „Geschichte ist keine Abfolge von zufälligen Ereignissen. Geschichte ist die Verwirklichung einer Verheißung, die „erniedrigt und erhöht“, die „arm macht und reich“, die „erniedrigt und erhöht“. Saul wird nun erniedrigt, verarmt, zu Fall gebracht. Die Erzählung verweilt jedoch nicht bei Saul. Sie richtet ihr Augenmerk auf den, der zum Herrschen bestimmt ist.“

David verschont Saul in der Wüste von En-Gedi. Kommentar zu 1. Samuel 24,1-23[1] Von Walter Brueggemann Dieses Kapitel weist enge … Mehr