Rückblick. Albert Schädelin zum 70. Geburtstag
Von Karl Barth
Lieber Freund!
So bist du also im Begriff, das biblische Normalalter von 70 Jahren zu vollenden. Ich stehe einen Augenblick mit dir still, blicke mit dir zurück und freue mich an dem, was in deinem Leben bis auf diesen Tag nun eben so werden, kommen und sein durfte unter der guten Regierung und Führung, der du dich von Anfang an und bis auf diesen Tag anvertraut hast. Es ist selbstverständlich, daß ich dir mit allen, die dich kennen, respektieren und lieben, noch manches Jahr der Rüstigkeit zu unser aller Erquickung wünsche. Aber «die Zukunft decket Schmerzen und Glücke schrittweise dem Blicke», und auf dem Deckel eines (natürlich amerikanischen) psychologischen Fragebogens las ich gerade heute: Do not open until told to do so! Ich will jetzt also, soweit ich das kann – wir haben ja in den entscheidenden Zeiten immer in einigem geographischen Abstand gelebt – lieber ein wenig mit dir Rückschau halten.
Du bist sieben Jahre älter als ich. Das bedeutet eine Distanz, die stets gerade groß genug war, um mich dir gegenüber zu angemessener Ehrfurcht zu verpflichten (hoffentlich habe ich sie nicht zu oft vermissen lassen!), und doch nicht so groß, daß wir jetzt nicht im ganzen auf eine gemeinsam erlebte Geschichte zurückblicken könnten. Es ist schon ein Stück Kirchengeschichte, das sich in deinem Leben gespiegelt und abgespielt hat, während die Aare rauschte und rauschte und der Gurten, das Stockhorn und die Jungfrau immer gleich ruhig auf das schöne Land und auf das alte und neue Bern herunterschauten.
In der Knaben- und Jünglingszeit freilich machten sieben Jahre eine Differenz aus, die von der von Himmel und Erde kaum sehr verschieden war. So kann ich mich aus den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, dessen etwas ungebärdige Klinder wir ja beide noch sind, was dich betrifft, eigentlich nur einer Tatsache erinnern, nämlich der bei den Promotionsfeiern des Freien Gymnasiums in der Nägeligaß-Kapelle von Lehrer Ulrich Kriemler in monotonem Singsang vorgetragenen Ranglisten, unter denen sich die einer hoch, hoch über der meinigen figurierenden Klasse befand, die (wenn ich nicht irre, regelmäßig) so anfing: «Der Erste Albert Schädelin, der Zweite …»1 Eine oder zwei Klassen naher der Tiefe, in der ich mich befand, war dann jeweils auch der Name eines heutigen Bundesrates — ich weiß nicht, mehr, in welchem Rang — zu hören. Ich jedenfalls hin in meiner Klasse nie «der Erste» gewesen. So also fing es an. Und dann erinnere ich mich noch sehr genau, wie ich dich (es muß etwa um die Jahrhundertwende gewesen sein) aus dem Munde meines Vaters als einen überaus hoffnungsvollen und ihm besonders lieben Studenten rühmen hörte. Als ich selbst zu studieren begann, warst du bereits in höhere Sphären verschwunden. Aber dein Name — geschmückt mit der Haller-Medaille — geisterte noch in den Räumen als Symbol des Ernstes, mit dem man daselbst – ich war es damals nur teilweise – bei der Sache hätte sein sollen.
Als das erste Jahrzehnt unseres Jahrhunderts zu Ende ging, warst du bereits sichtbar als einer von den damals Jüngeren, die bei aller aufmerksamen Dankbarkeit gegenüber dem, was uns die positiven, die liberalen und die damals mit besonderer Emphase «modern» genannten theologischen Lehrer jener Tage zu bieten hatten, unruhig nach neuen Ufern ausschauten, und an denen man sich als älterer Student und als nachfolgender Neuling im Pfarramt unwillkürlich, wenn auch oft etwas überrascht, orientierte. Ein Tag, den ich bei dir in Rohrbach zubrachte, ist mir in dieser Hinsicht höchst eindrücklich geworden. Es war die Hoch-Zeit der Aarauer Konferenzen mit all den regulären und irregulären Dogmatikern und Propheten, die dort, aus der Nähe und Ferne herbeigeholt, zu Worte kamen. Wenn du in jenen Diskussionen das Wort ergriffst oder selbst vortrugst, erschrak man oder freute man sich angesichts der unbekannten, aber sichtlich wichtigen Dinge, die da offenbar, jetzt noch in Dunkel gehüllt, kommen wollten. Und das Wort Bucers über Luther paßte schon damals auch auf dich: nihil in eo non vehemens.
Im Frühjahr 1912 standest du auf einmal auf der Berner Münsterkanzel, der du nun also bald 40 Jahre treu geblieben bist. Die heute Jüngeren werden die Bedeutung jener Wahl kaum mehr zu ermessen vermögen, weil sie die für die damalige Kirche repräsentativen Männer, denen du in Bern nachfolgtest und mit denen du teilweise noch zusammengearbeitet hast, ihre Art, ihre Vortrefflichkeiten und ihre Schranken und darum die damals angehende Veränderung des Bildes nicht mehr vor Augen haben können. Der historische Tag, an dem du mit Julius Thellung und Wilhelm Hadorn zusammen den letzten deutschen Kaiser vor dem Tor des Münsters begrüßtest, sollte ja nicht in Vergessenheit geraten. So hart im Raume stoßen sich die Sachen. Dein unmittelbarer Vorgänger, der unvergeßliche Robert Äschbacher, dessen Konfirmandenunterricht ich recht eigentlich die Anregung zum Ergreifen des Theologiestudiums verdanke, stand freilich mindestens mit einem Fuß schon diesseits der Linie, von der aus es dann weitergehen sollte. Du standest von Anfang an diesseits, und die berühmte «Konfitüren-Predigt», mit der du – wohl gleich in deinem ersten Jahr – die damalige Münstergemeinde etwas unsanft auf die soziale Frage aufmerksam gemacht hast, war nur ein Symptom dafür, daß ein neuer Wind in jenen heiligen Hallen zu wehen bzw. zu pfeifen begonnen hatte.
Woher? Noch eine andere Hoch-Zeit war damals angebrochen, nämlich die der «religiös-sozialen» Bewegung. Du warst wohl einer der ersten, der damals auf Hermann Kutter gehört und auch uns andere auf ihn zu hören angeregt hat, nachher freilich auch einer der ersten, der sich diesem Gewaltigen gegenüber wieder energisch auf seine eigenen Füße stellen wollte. Aber da war ja auch Leonhard Ragaz, da waren auch Hans Bader, Emanuel Tischhauser, Karl von Greyerz und so manche andere, jeder mit seinem eigenartigen Impuls und Pathos, deren Auswirkung und Begegnung — während sie nach außen eine Einheit zu bilden schienen und auch bildeten — so manche Konferenz zu einem bewegten Treffen werden ließ, das dann zu unzähligen Gesprächen im engeren und weiteren Kreis – auch und nicht zuletzt in deinem Studierzimmer über der Aare – Anlaß gab. Jeder nicht schlafende oder sonst irgendwie hinter dem Mond lebende oder aus irgendeinem Grund verbockte jüngere Schweizer Pfarrer war damals im engeren oder weiteren Sinn «religiös-sozial». Wir wurden – im Negativen allerdings sicherer als im Positiven – heftig antibürgerlich: du auf deiner Münsterkanzel wahrlich nicht zuletzt. Es war die Zeit, in der ein Spötter – nicht über dich, wohl aber über mich und meine Tätigkeit in meinem Aargauer Dorf gedichtet hat: «Und das Reich Gottes stehet dorten, nicht nur in Kraft, sondern auch in Worten.» Überhaupt: «Als Zentauren gingen sie einst durch poetische Wälder …» Dein besonderer Anteil an der ziemlich aufregenden und aufgeregten Sache aber war der, daß die ursprüngliche, eben durch den Namen Kutters bezeichnete Initialzündung, d.h. aber gerade das theologisch relevante Motiv der «Bewegung» – schlicht gesagt: ein neues Ernstnehmen der Wirklichkeit Gottes — bei dir in einer Weise durchhielt und sichtbar blieb, wie es von manchen anderen gar nicht oder nur teilweise zu sagen war.
Die Spannung jener Jahre ist dann durch den Ersten Weltkrieg mächtig vermehrt worden. Er brachte uns — es gab jetzt schon ein wuchtiges, wenn auch schwer zu definierendes «Wir!» — vor allem zwei große Enttäuschungen: einmal die an der damals herrschenden und auch von uns mehr oder weniger selbstverständlich anerkannten «modernen» Theologie in Deutschland, an deren ethischem Versagen wir gewahr wurden, daß auch ihre exegetischen und dogmatischen Voraussetzungen nicht in Ordnung sein könnten — und die am europäischen Sozialismus, von dem wir (« Sie müssen») mehr oder weniger bestimmt erwartet hatten, daß er sich als eine Art Hammer Gottes bewähren werde, und den wir dann doch überall in die nationalen Kriegsfronten einschwenken sahen. Viele von uns wurden gründlich stutzig. Unsere muntere Kritik begann sich auf uns selbst zu richten. Wir bemerkten, daß es wohl eine neue Offenheit und Bereitschaft für weitere Einsicht gelte. Sie war bei dir in vorbildlicher Weise zu finden. Wer in jenen Jahren zu dir kam, wurde – manchmal mit dem erhobenen Zeigefinger, den eine Photographie aus späteren Jahren so trefflich festgehalten hat – gewarnt, gemahnt, zum Ausschauen nach neuen Möglichkeiten aufgerufen. Das höchste Lob, das du schon damals jemandem spenden konntest, war die Vermutung, daß er etwas «geschmöckt» haben möchte von Aspekten, die uns bisher noch entgangen sein könnten. Und du selbst hast dich in solchem « Schmöcken» damals und bis auf diesen Tag wahrhaftig als ein nimmermüder Meister erwiesen. So sehr, daß es gar nicht immer ganz leicht war, deinen jeweils neuesten Erleuchtungen in bezug auf Personen und Sachen ohne weiteres zu folgen.
Als der Erste Weltkrieg zu Ende ging, waren viele von uns zur Überzeugung gekommen, daß das Neue, das sich offenbar anmeldete, sehr einfach darin bestehen müsse, daß wir noch einmal «mit dem Anfang anfangen», d.h. aufgeschlossener und sachlicher als zuvor die Bibel selbst in unserem Denken und in unserer Verkündigung maßgeblich zu Worte kommen lassen müßten. Die «Bewegung» hörte auf. Die Arbeit begann. Sie führte uns, wie es nicht anders sein konnte, zum Bibel- und Gottesverständnis der Reformatoren. Was wir auf dem Umweg über Kutter von Blumhardt gelernt hatten, blieb darum nicht zurück. Wir lernten aber verstehen, daß alle individuelle und soziale Hoffnung genau so viel Kraft hat, als sie mit dem Glauben an Jesus Christus identisch ist. Wir wurden in diesem Sinn radikaler und eben darum nun doch auch verständnisvoller für mehr als ein Element der kirchlichen Überlieferung, das wir bis dahin – teils aus der Befangenheit unserer früheren theologischen Schule, teils wegen unseres sozialistischen Eifers – ein wenig unbesehen zum alten Eisen gerechnet und geworfen hatten. In dieser Zeit war es wohl, daß wir in den Geruch der «Orthodoxie» geraten sind. Du und ich lachen darüber. Daß es auf das Leben und nicht auf die Lehre, auf das Reich Gottes und nicht auf die Kirche ankomme, das haben wir zu Herzen genommen und nicht vergessen. Aber, nicht wahr, wir haben damals hinzugelernt, daß man auch nach lebendiger Lehre und gerade in der Kirche nach dem Reich Gottes fragen darf und soll, daß das Evangelium nicht durchaus da am besten verkündigt wird, wo es am lautesten «schränzt», und daß es interessanter und fruchtbarer ist, das Absolute nun eben im Relativen, das Wort Gottes im Fleisch zu entdecken und geltend zu machen, als sich immer wieder über das Fleisch aufzuregen und sich selbst und andere immer wieder mit der unbestreitbaren Wahrheit zu unterhalten und aufzuhalten, daß man um des Himmels willen nichts «verabsolutieren» dürfe. Die alte Unruhe, mit der wir einst aus den väterlichen Hürden aufgebrochen sind, ist uns darum doch geblieben; ich meine sogar: sie ist damals erst tief und gründlich geworden. An dir jedenfalls, lieber Freund, habe ich sie noch keinmal vermißt, wenn ich mit dir zusammentraf. Eben darum treffe ich auch immer wieder gern mit dir zusammen. Und darüber allerdings könnten wir beide nicht lachen, wenn unsere damals vollzogene Umkehr zur Bibel und zur Kirche von arbeitslosen jungen Leuten der uns folgenden Generationen dahin verstanden würde, daß es seither wieder erlaubt oder gar geboten sei, es auch, ohne jene Unruhe zu machen. In deiner Schule jedenfalls kann kein Aufrichtiger zum Pfaffen geworden sein.
Dreißig Jahre sind seit jener Wendung ins Land gegangen. Wir haben in dieser Zeit beide alle Hände voll zu tun gehabt. Du wurdest Professor und ich auch. Mit dem Angreifen von allerlei Irrtum und Mißstand war es nun nicht mehr getan. Wir kamen auf einmal ins erste Glied. Wir hatten Verantwortlichkeiten zu übernehmen, die wir, solange wir einfach in der Opposition standen, so nicht gekannt hatten. Uns war jetzt plötzlich Raum gegeben, um in der Theologie zu sagen, wie wir es denn eigentlich meinten, und in der Kirche zu zeigen, was wir eigentlich wollten und könnten. Das erste ist mehr mein Teil geworden, das zweite und sicher schwerere der deinige, der von Eduard Thurneysen und anderen. Und wir waren doch wahrhaftig alles andere als «fertig». Wir hatten doch wahrhaftig keine Positionen bezogen, die nun einfach auszubauen und zu verteidigen waren. Wir hatten doch einen Weg erst angetreten, den nun jeder an seinem Ort mühsam genug zu gehen hatte. Im einzelnen war ja alles erst zu entdecken, zu klären und vor allem zu bewähren. Aus der Nähe sahen viele Dinge so ganz anders aus, als wir sie im ersten Anlauf zu sehen meinten. Und diese 30 Jahre waren ja auch von außen — politisch und geistig — bewegt genug, um uns immer wieder vor neue Situationen zu stellen. Die Vorkriegswelt, gegen die wir einst so rüstig aufgestanden waren, verschwand ohne unser Zutun rasch und gründlich. Aber was nachkam, machte das Leben und unsere Aufgaben nicht leichter. Schließlich brach das Hitlerreich an und dann der Zweite Weltkrieg. Wir haben durch das alles hindurch getan, was wir eben konnten: du im soliden Rahmen deiner Münstergemeinde und der bernischen Landeskirche, ich sehr viel unsteter kreuz und quer in Deutschland draußen und schließlich hier an der Dreiländerecke, von der aus ich doch oft genug nach Bern hinüberdenke. Wir haben beide viel Schönes und Gutes erfahren. Du hast zwei rüstige Theologensöhne und ich auch zwei, die nun alle auch schon selbständig mitzutun begonnen haben. Wir haben viele und liebe – auch gemeinsame – Weggenossen und Freunde gefunden. Wir haben freilich von jeher und bis auf diesen Tag auch allerlei wilde und zähe Gegner gehabt: Kirchenmänner und Pietisten, liberale Theologen von allerlei Schattierung und politische Potentaten und Zeitungsschreiber großen und kleinen Kalibers. Es war aber bis jetzt alles zu überstehen und wird uns hoffentlich auch in Zukunft nicht umbringen. Das Pendel müßte freilich bei dir wie bei mir gelegentlich jetzt nach der einen, jetzt nach der anderen Seite ziemlich heftig ausschwingen, wenn der kleine und der große Zeiger ordentlich weitergehen sollten. Es kann sein, daß du mir in deinen Worten und Verhaltungsweisen in dem einen und anderen dieser Jahre bei der Ausführung solcher Pendelbewegung von weitem oft etwas gar zu bodenständig-landeskirchlich-konservativ vorkommen wolltest. Aber wenn es so war, so beruhte das gewiß auf einer optischen Verkürzung meines Sehens, und wer weiß, ob ich, wäre ich selbst in Bern geblieben, dem Zauber jenes auf eurer Liturgie abgebildeten Bären, der zwischen zwei qualmenden Räucherpfannen sicheren Schrittes aufwärts wandelt, nicht noch ganz anders erlegen wäre. Es war auf alle Fälle so, daß wir uns, wenn wir uns nur wieder begegneten, alsbald und mühelos aufs neue verstanden und im Substantiellen wie im Akzidentiellen d’accord waren wie von jeher. Du warst immer ernst, aber nie gravitätisch. Du hast immer so erquickend und ermutigend lachen können. Und nachher wurde die Hand dort wie hier wieder an den Pflug gelegt.
Und nun bist du also 70. Ich weiß zufällig – oder nicht zufällig – noch genau, wie du 40 wurdest und wie es mir als eine große Sache vorkam, daß jemand schon 40 sein und also das Schwabenalter überschritten haben und also endgültig klug und weise geworden sein könne. Und jetzt? Jetzt sind wir beide weit über die 40 hinaus, froh, noch immer nicht klug und weise sein zu müssen und nicht darauf angewiesen zu sein, uns der Gerechtigkeit unserer mit so viel Eifer vollbrachten theologischen und kirchlichen Werke trösten zu müssen. Soll ich zum Schluß auch noch die letzten Worte jener Goethe-Strophe zitieren? Sie lauten: «Doch ungeschrecket dringen wir vorwärts.» Warum soll ich das nicht zitieren? Du warst, seit ich dich kenne, ein «Ungeschreckter», und als solcher wirst du ohne allen Zweifel auch in deinen wohl nicht mehr fernen Ruhestand gehen und auch dort als solcher «vorwärts dringen». Und wir anderen, denen noch einiges zu tun bleibt, werden uns deiner Teilnahme, deines Rates und deiner Ermunterung, unsererseits «vorwärts zu dringen», bestimmt auch von dorther erfreuen dürfen. Aber eben: so einfach ist es mit dem «ungeschrecket» auch wieder nicht. Es ist angesichts der tiefen Bedrohtheit und Fragwürdigkeit allen menschlichen Lebenswerkes immer ein gänzlich Unverdientes, wenn man im letzten Grunde tatsächlich, allem zum Trotz ohne Schrecken sein und ungeschreckt vorwärts dringen darf. Und so will ich doch lieber damit schließen, daß ich dir sage: wir, deine Freunde, sind dem, von dem dieses Unverdiente kommt, mit dir dankbar dafür, daß du so, wie du bist, und mit deinem Lebenswerk, wie es wuchs und wurde, bis auf diesen Tag unter uns warst. Wir sind ihm dankbar dafür, daß die dir gegebene Zeit gerade diesen Inhalt haben durfte. Und darin ist eingeschlossen, daß wir auch dir dankbar sind.
Ich grüße dich von Herzen. Dein Karl Barth
Basel, im November 1949.
Quelle: Das Wort sie sollen lassen stahn. Festschrift für Albert Schädelin, Bern: Herbert Lang & Cie, 1950, S. 1-8.
1 Diese Erinnerung scheint, wie ich inzwischen aus kompetentester Quelle erfahren habe, historisch nicht eben exakt zu sein. Ich lasse den Satz dennoch stehen: man soll nicht alles «entmythologisieren» wollen.