Zu Jesu Stellung zum Gesetz (Matthäus 5,17-20): Warum Gesetzesverächter nicht die Kleinsten, sondern die Geringsten im Himmelreich sind

Das ist wieder ein Beispiel dafür, dass der Luther-Bibel mitunter die notwendige Präzision abgeht: Luthergetreu heißt es in der Luther-Bibel 2017 bezüglich Jesu Stellung zum Gesetz: „Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.“ (Matthäus 5,19) Dabei wird elachistos als „der Kleinste“ übersetzt. Im Kontext der Himmelreich-Botschaft Jesu nach Matthäus sind es aber gerade die (infantilen) „Kleinen“ (mikroi), die einem besonderen, fürsorglichen Blick Gottes ausgesetzt sind. Aus dem Munde Jesu: „Seht zu, dass ihr nicht einen von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.“ (Mt 18,10f; vgl. Mt 11,11) Von daher ist elachistos abwertend als „Geringster“ zu übersetzen, so wie dies ja Luther zurecht bei Paulus‘ Selbsteinschätzung in 1Korinther 15 getan hat: „Denn ich bin der geringste (elachistos) unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, dass ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe.

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