Zusammenstellung der Botschaft Christoph Blumhardts (von Leonhard Ragaz): „Wir haben einen Him­mel unter uns, der sich durch unterirdisches Leben hinzieht, der nie fehlt, auch im Unglück und in vielem Leiden nicht und in vielem unglücklichem Wesen der Menschen. Wenn wir das nicht sehen, sind wir immerfort gekränkt. Wir müssen den Boden in der Liebe Gottes haben, die in unserem Leben liegt. Du musst empfinden, dass du nicht allein bist, dass Gott dich liebt.“

Zusammenstellung der Botschaft Christoph Blumhardts

Aus Anlass des 100. Geburtstags von Christoph Blumhardt (1842-1919) von Leonhard Ragaz herausgegeben, der dazu schreibt: „Am 1. Juni sind es hundert Jahre gewesen, seit Christoph Blumhardt geboren worden ist. Es widerstrebt mir, aus einer starken Empfindung heraus, dazu einen jener Jubiläumsartikel zu schreiben, wie sie bei solchen, heute so sehr häufigen, viel zu häufigen Anlässen üblich sind. Aber ich bin in der glücklichen Lage, eine Zusammenfassung seiner ganzen Botschaft veröffentlichen zu können, die Blumhardt selbst bei einer wichtigen Besprechung gegeben hat. Es ist wohl mehr ein Auszug, aber ein sehr verlässlicher. Er dient gewiss trefflich dazu, gerade bei diesem Anlass an Blumhardt, den im Übrigen keines „Jubiläums“ Bedürftigen, in kein Jubiläum Passenden, zu erinnern.“

Wirklichkeit Gottes

Werfet doch Alles andere weg, seid einmal ganz frei von Allem, das euch umgibt und seid völlig Eigentum eures Gottes, als kleine Kin­der, die einen hohen, heiligen Schutz brauchen. Wenn wir mit dem lieben Gott zu leben begonnen haben, dann sind wir tatsächlich wo anders, und von dort aus kommt Ruhe über uns, so dass unser Herz still wird und wir uns wundern müssen, dass so viele Dinge, die uns geplagt haben und noch plagen wollen, bedeutungslos werden. Wäre nicht Gottes Welt und Leben wirklich um uns, so wäre das nicht denkbar.

Reich Gottes

Also schaut alle in euch hinein; dort drinnen muss das Reich Gottes sich finden. Das Ziel unseres Lebens ist der Wille Gottes, und der ist in uns drinnen, wie etwa die Kraft in einem Baum ist, damit er sich entwickelt.

Wachsen wir im Willen Gottes weiter oder steht es still? Das fragt sich alle Tage. Wie steht’s in unserm Inwendigen? Stockt es innerlich, dann wird sozusagen das Laub dürr und fällt ab. Die grob sinnliche Art der Menschen möchte unter dem Reich Gottes etwas recht ins Auge Fallendes sehen.

Und auch dem Heiland gegenüber fragen sie immer: „Wann kommt Deine Zeit?“ Sie umgeben ihn als einen Mann, der einmal recht stark und mächtig als Rebell gegen alles Irdische austreten müsse, wie ein Völkerherrscher. Aber davon will das Gottesreich nichts wissen. Der Heiland hat deshalb einen Namen bekommen bloß im Inwendigen des Menschen. In der Weltgeschichte hat er keinen eigentlichen Namen, man stellt ihm andere Leute weit voraus. Die Reich-Gottesgeschichte, in der wir stehen, hat lauter Menschen, die kommen nicht in die Welt hinein.

Reich Gottes kann kein Mensch machen. Deswegen ist das bloß menschliche Bemühen umsonst. Wir müssen immer aufschauen zum Schöpfer des Lebens, insbesondere bitten: Gib das Reich Gottes in uns, gib Kraft, die Herrschaft in uns, dass unsere Entwicklung, unser Leben nicht immer wieder verkehrt wird. Denn das ist das Traurige, es wächst so wie krumm. Soviel abnorme, unrechte Menschenwesen, die wachsen aus wer weiß was für Kräften heraus, und dann ver­liehen ficht die Menschen nicht mehr. Zwei gerade gewachsene Men­schen verliehen sich immer, aber wenn es ein bisschen krumm wird, dann gibt’s Händel und Streit und all das ungemütliche Wesen unter den Menschen. Aber das soll überwunden werden durch das Reich Gottes. Wir liehen wirklich schon drin. Wenn die Kraft des Reiches Gottes inwendig ist und keine lärmende äußerliche Sache, so gibt es doch Früchte. Ehe wir’s uns versehen ist ein Mensch da, an dem wir uns erquicken können und schauen: Hier ist Reich Gottes.

In jedem Menschen legt sich das Reich um seine spezielle Ent­wicklung her, es wird etwas Charakteristisches, das ein andrer nie nachahmen kann. Auf dem Boden des Reiches Gottes ist Nachahmung unmöglich, und wenn man he versucht, kommt etwas Falsches heraus. Und das macht es auch so schön und glücklich für die Menschen, dass jeder für sich selbst ein Stückchen Reich Gottes werden darf mit seiner Art und mit seinem Wesen, und das Reich Gottes soll in ihm das Vergängliche überwinden, damit das Ewige zuletzt allein bleibe.

Das Gericht

Das sind die gewöhnlichen Entwicklungen unseres Lebens. Wir flehen immer im Gericht, es ist fast immer etwas Drohendes. Ein Menschenleben ist so durchzogen mit vielfachem Leid, aus welchem Empfindungen verwirrend kommen, dass wir meinen, unser Weg gehe bloß zum Übel, gar zur Hölle. Nein, meine Lieben, das ist nicht das Letzte. Jesu Herz ist darauf gerichtet, dass das Gericht zum Siege geführt werde. Der Herr Jesus heilt uns alle. Des Heilandes Art ist still, in stillem Frieden. Er fleht unter uns als eine mächtige Wohl­tat. Und vielleicht, wenn du es recht anschaust, darfst auch du eine Wohltat werden unter den Menschen.

Die Gnade

Alle Völker, alle Menschen, auch du einzelner Mensch, sei gewiss, du stehst in der Gnade. Die Gnade räumt hinter dir auf, und schließlich kommt es doch mit deinem Leben zu einem guten Ziel, wie auch im Allgemeinen unter den Menschen. Und vorher müssen einzelne lei­den um dieser großen Gnade willen, und der Mensch soll nicht sagen: „Es ist alles umsonst, was tue ich in meinem Leben?“ Es kann oft sein, dass ein einzelner sagen darf: „Ich muss um des Allgemeinen willen, um der Gnade Gottes willen auch etwas auf mich nehmen, meine Leiden sind nicht umsonst, sie dürfen mithelfen, dass irgendwo eine Finsternis überwunden wird.“ Darum heißt es: Halte aus, und werde nicht müde! Unsere Schicksale führen uns in einen Kampf, und wenn wir Schweres durchmachen und es uns noch so schwer wird mit unserer Umgebung, unseren Verhältnissen, müssen wir sagen: „Ich achte daran keines, wenn ich nur meinen Beruf durchbringe, in der Gnade Gottes auszuhalten und es verkündigen darf, obwohl ich leide und dulde.“

Es handelt sich immer wieder um das Leiden, das eine Kraft hat gegen das Böse. Es ist lauter Kraft, lauter Gottestun hinter unserer Entwicklung. Mag kommen was will, die Kraft fleht hinter uns: „Ich bin mit dir, Ich bin dein Gott und helfe dir.“ Im Licht der Gnade muss jedes Leiden leicht werden, dass wir uns freuen: „Auch ich darf um der Gnade willen leiden und dulden.“ Allen Menschen Gnade, Gnade in ihr Leben hinein auf ein großes Ziel hin.

Liebe Gottes

Die Religion, wenn wir so sagen wollen, die von Jesus kommt, die wurde anfangs nicht „gelehrt“, sie wurde empfangen. Wir müssen einen Sprung wagen auf die Quelle hin, von der es wieder frisch und lebendig in die Herzen kommen kann durch den Heiligen Geist. Und das ist in den Hauptsachen notwendig z. B. in der Liebe Gottes. Es ist menschlich unmöglich, ganz die Liebe Gottes zu empfinden, die im menschlichen Schicksal liegt. Dies Schicksal scheint preisgegeben all den rohen Gewalten der Natur, und demgemäß gestaltet sich die Menschenwelt. Wir müssen, um die Liebe Gottes zu empfinden, nicht bloß in den Himmel schauen, in das Göttliche über uns; denn wir werden da leicht verführt, die Liebe Gottes immer in Wunder­barem sehen zu wollen. Wir wollen dann stets eine übersinnliche Macht in unser Schicksal hinunterziehen. Aber da wird man ungedul­dig und hat nicht den rechten Überblick. Aber wir haben einen Him­mel unter uns, der sich durch unterirdisches Leben hinzieht, der nie fehlt, auch im Unglück und in vielem Leiden nicht und in vielem unglücklichem Wesen der Menschen. Wenn wir das nicht sehen, sind wir immerfort gekränkt. Wir müssen den Boden in der Liebe Gottes haben, die in unserem Leben liegt. Du musst empfinden, dass du nicht allein bist, dass Gott dich liebt. Es ist das Wunderbarste, das uns passieren kann, dass wir die Liebe Gottes fühlen können in dem Gewirr und grässlichen Dasein auf Erden. Trotz allem Unschönen einen Blick in das Ewig-Liebe und Gute, das auch auf Erden ist und dann fröhlich werden aus diesem Blick heraus und stark werden und die Welt über­winden! Alles Böse ertragen und Trübsal auf sich nehmen können, das ist das Wunder des Christentums. Wer will das lehren? Das ist das Besondere des Heiligen Geistes, der mitgeteilt werden kann, dass wir Augen bekommen, Herzensaugen, die Gott schauen. Wir müssen einen Unterschied machen zwischen „sehen“ und „schauen“. Du meinst, wenn du nicht Wunder siehst, dann fei Gott dir nicht sichtbar. Wir „schauen“ die Liebe Gottes, wenn wir sie auch oft nicht „sehen“. Wir müssen auf die Augen unseres Herzens achten. Von dort aus können wir, wenn unsere äußeren Augen gar nichts sehen, doch die Liebe Gottes schauen, so dass wir sagen können: Ich ganz persönlich gehöre zu Gott, in dem Alleinsein, zu dem das Leben uns führt. Das Gefühl: „Ich bin ganz allein, das Leben ist doch elend, hart und wüst“ — dies mürrische Gefühl ist nicht von Gott. Das ist unwahr und ein Betrug, und so kommt es zu einer Schwäche, die nicht vom Heiligen Geist ist.

Je mehr man ausspricht, man fei unglücklich, es fei nicht auszu­halten, desto schlimmer wird es. Wir dürfen aber der Liebe recht geben. Wir sind keinen Augenblick allein, wir gehören zu Gott. Und dann natürlich sprudelt aus uns Liebe; denn es soll nicht bei dem bleiben, dass Gott uns liebt, es muss auch Menschen geben, die Ihn lieben. Wir meinen, unsere Liebe müsse bloß in dem bestehen, dass wir Menschen lieben. Aber zunächst besteht die Menschenliebe darin, dass wir Gott lieben. Das ist ihr Charakter, sonst ist sie falsch. Da ist es Geliebel auf Erden, das gar nicht mehr Liebe zu nennen ist. Das ist Afterliebe, die gar keinen Boden hat. Die kommt und geht. Die Liebe, die uns am allermeisten betrügt, ist diese Menschenliebe, bei der man sich bloß an Menschen hängen will. Die eigentliche Menschenliebe ist, dass wir Gott lieben, wie die Gottesliebe die ist, dass Er uns führt, dass Er Seine Liebe gibt in allen Schicksalen, auf die man vertrauen darf. So umschlingt uns das Band der Liebe in den allerhöchsten Wehen und Gott und Mensch wird ineinander Verfehlungen. Und ich meine, das sei der religiöseste Mensch, der glauben kann, dass Gott den Hei­ligen Geist Seiner Liebe in Menschenherzen geben kann, dass diese sie leibhastig in sich tragen und ausbreiten um sich her und Macht haben, das Böse zu überwinden.

Jesus Christus

Durch den Herrn Jesus ging ein strahlendes Licht auf in der rastlosen Maile der Menschen. Die ersten Jünger preisen sich nicht darum selig, weil sie große Männer geworden sind, sondern weil sie Augen hatten fürs Reich Gottes. Es gab eine große wartende Welt. Da ging das Licht auf, das im Geiste leuchtete und anzeigte: „Nun wird alles neu.“ Die Menschen sollen sich zu dem einfinden, was sie zu eigentlichen Menschen macht. Wer sah das? Man hat es „schön“ gefunden und doch hatte die Menge keinen Sinn dafür. Sie sah den Heiland äußer­lich, aber das beginnende Reich Gottes sah sie nicht. Sie verstanden die Stimme nicht: „Stehet auf von den Toten und machet euch bereit zu etwas ganz Neuem!“

Auch in unsern Tagen, da wir mehr denn je Suchende geworden sind, müssen wir uns in acht nehmen, dass wir vor lauter Suchen nicht sehen, was Gott in unsere Zeit gelegt hat. Man kann sich blind machen vor lauter „Streben“, als ob nichts um uns herum wäre von dem seligmachenden Reich Gottes. Aber man darf heute fragen: Wo ist Jesus bei uns? Wir brauchen nicht nur auf das zu sehen, was die ersten Jünger hatten. Wir können leben mit dem, was Er uns gibt. Wer das sieht, der kann ruhig sein: „Jetzt greift eine hohe Hand in mein Leben und ins Leben der Völker.“ Unter diesem Regiment können wir uns fühlen wie Kinder. Was wir Übel nennen im Einzelnen, im Beruf, pass auf!

Ich wollte dich ein paar hundert Jahre zurückversetzen können, damit du erkennest, wie viel Jesus in unserer Zeit ist, trotz Unklarheit und Unruhe. So war es nicht und so wird es nicht, dass wir gute Tage haben. Wir müssen durch Übel hindurch und doch können wir getrost werden im Schauen, dass Jesus lebt und Gott handelt.

Wir brauchen andere Augen als die Apostel. Sie haben aus Seiner Menschlichkeit Gott gefühlt, wir nicht. Wir müssen geistige Augen haben, um zu sehen, was Jesus ist, zur Rechten des Vaters, was heute aus der Ewigkeit kommt und sich in unsere Zeit senkt. Dieses Wunder­bare, von Gott aus Lebende, muss in unsere Herzen kommen. Von dem, was der lebendige Heiland tut, muss man nicht reden, nur im Herzen bewahren als in der starken Hoffnung. Der Heiland kommt! Dieses Wort hat uns Ströme von Taten Gottes gebracht.

Das Kreuz

So müssen wir in allen Nöten, namentlich, wenn sie etwas hart sind und schnell über uns kommen, gleich daran denken: Nimm dein Kreuz auf dich: die an den Heiland glauben und Seiner wert sein wollen, die müssen auch einmal etwas von ihrem eigenen Kreuz tragen. Das Kreuz ist zwar eine Schmach, eine Sache, die einem gegen die Ehre gehen will, und das macht es so schwer. Und doch, im Glauben das Kreuz auf sich nehmen ist das Göttlichste, das es gibt, das uns Jesus gelehrt hat. Das Kreuz Jesu segnet unser Kreuz und schafft durch unser Kreuz die volle Vergebung der Sünde und bringt uns Leben und Seligkeit.

Es ist doch eigentlich eine schöne Sache, dass wir im Leiden, in der An­fechtung — auch wenn wir einmal schreien müssen: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ — dass wir uns gerade in diesen Nöten mit dem Heiland verbinden können. Es ist nicht gedankenmäßig, sondern es ist auf die reelle Basis unserer Verbindung mit Jesus gestellt in Kreuz und Leiden. Darum wird auch das Reich Gottes, wenn es kommt, nicht gleich alles Leiden wegnehmen. Es geht noch lange fort, und die Menschen müssen in der Entwicklung des Reiches Gottes viel leiden. Bis aller Sünde gewehrt ist, bis die Finsternisse, die sich seit Jahrtausenden aufgehäuft haben, aufgelöst und weggenommen sind, muss die Ge­meinde Jesu Christi leiden. Und Gott sei Dank, wir erfahren dabei doch auch Hilfe, dass es uns doch nicht zu schwer wird und dass es endlich sanft und lieblich zu Ende geht und wir den Eindruck haben: „Jetzt ist etwas überwunden.“ Wir, die wir an den Heiland glauben, dürfen es mit vollem Bewußtsein auf uns nehmen, uns denken als die Leute, die mithelfen in den Leiden Christi, mit ihren eigenen Lei­den, dass die Finsternisse überwunden werden. Und indem wir auch an andere Menschen denken, wird unser Leiden zu einer Kraft, die dem Vater im Himmel hilft, Sein Reich auf Erden aufzurichten. Denn auf Erden muss es anders werden. Die Ansicht, dass es auf Erden immer gleich bleibe, muss man sehr stark abweisen. Denn das wäre die Bankrott-Erklärung des Christentums. Wir müssen fest ins Auge fassen: Das Kreuz Jesu brachte zunächst Ihm die Auferstehung und unser Kreuz bringt auch Auferstehung. Neues Leben muss auf der Erde offenbar werden. Die, welche ihr Kreuz tragen, sind Mithelfer, dass alles neu wird: der Sinn, das Gefühl, das Inwendige der Menschen. Da kann der Geist Gottes eindringen und alles ändern. Wenn nur wir die rechten Jünger sind, von keiner Hoffnung ablassen und von keinem Gebet um Frieden. Wir wollen alles dulden, glauben, auf uns nehmen, wenn es noch so schwer ist. Wir werden das Gute er­leben, dass selbst die Berge jubeln werden, denn Jesus ist in unserer Mitte, in dem die Zukunft der Erde steht.

Vergebung

Man kann sich selbst schwach machen, indem man immer nur auf die sündlichen Verhältnisse, auf gewisse Verkehrtheiten in sich selber steht. Oft sind diese längst vergeben, aber der Mensch hängt noch daran und hält sich für den, der in Sünden schwach ist. Da heißt es: Aufstehen und stark sein. Darum ist auch das Klagen und sich unglück­lich aussprechen nicht gut. Man sollte das nicht tun, sondern immer am Guten halten, das uns stark macht in uns selbst. So werden wir die Überwinder des Bösen in uns und um uns. Berühmtheit und einen großen Namen in der Welt schafft gar nichts in der rechten Art. Denn was wir schaffen müssen ist verborgen. Stehst du im Unfrieden irgend­wo und bist du für dich selbst im Frieden, so halte: „Tut wohl denen, die euch beleidigen und verfolgen, segnet die euch fluchen.“ Jeder Mensch, der die Vergebung dieser Sünde, die ihm weh tut, festhält, ist eine Art Fortsetzung der Vergebungskraft, die in Gott ist. Immer, wenn wir nachgeben, wenn wir mürrisch werden, weil die Welt böse ist, ist es eine Schande. Wir müssen Trotz bieten in der Vergebung der Sünde. Sünde ist vergeben im Prinzip, und wir müssen die Wirk­lichkeit in die Welt hineintragen.

Bloß in Gedanken sich christlich machen hat keinen Wert, nein ganz praktisch: Ich bin stark und ich will stark sein in der Vergebung der Sünde. Es gibt nichts, das nicht überwunden werden könnte, wenn wir die Vergebung im Herzen haben.

Auferstehung

Auch in das Schwärzeste unseres Lebens, unserer Umgebung hin­ein, in unser Unmöglichstes hinein, schauen wir mit der Hoffnung auf die Auferstehung.

Auferstehung macht alles möglich, macht, dass du Törichter weise wirst und du Verkehrter recht, dass du Kranker wieder lebst. Auferstehung macht alles möglich, selbst wenn sich das Grab über unsern Lieben geschlossen hat. Wir stehen nicht still bei Grab und Tod, wir suchen sie bei den Lebendigen. Die Auferstehung ist auch näher als ihr glaubt. Aber glaubt das nicht nur mir, glaubt das eurem Herzen. Wo ihr seufzet, wo ihr eine Hilfe sucht, da denket an die nahe Auferstehung.

Quelle: Neue Wege. Beiträge zu Religion und Sozialismus, Band 36, Heft 7 (Juni 1942), S. 22-28.

Hier der Text als pdf.

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