Predigt zu 2.Mose 19,1-6: „Der dreieinige Gott ist allein in SEINER ganz besonderen Geschichte mit Israel und seinem Sohn Jesus Christus zu finden. SEIN Gesetz, die Tora, und das Evangelium ziehen uns in die biblisch bezeugte Gottesgeschichte mit dem Volk Israel hinein.“

Kurzpredigt zu 2.Mose 19,1-6

Gnade und Friede von Gott Vater und Christus Jesus, unserem Heiland!

Nach dem Auszug aus Ägypten und dem Weg durch die Wüste empfängt Mose auf dem Berg Sinai die göttlichen Schlüsselworte für das Volk Israel: „Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht. Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.“ (2.Mose 19,4-6)

Göttlich erwählt gilt Israel uns Christen als besonderes Volk. Mancher tut damit schwer. Daher drei Klärungen: a) Israel, dessen Gottesgeschichte im Kanon der Heiligen Schriften erzählt ist, ist nicht mit dem gegenwärtigen Staat Israel identisch. Kein Gotteswort aus dem Alten und dem Neuen Testament kann zu einer religiösen Legitimation dieses 1948 gegründeten Staates beigebracht werden. b) Zurecht halten die ultra-orthodoxen Juden daran fest, dass eine gottgewollte Herrschaft auf dem Boden des Heiligen Landes nur durch den Messias geschehen kann. Und c) können wir Christen neben Jesus Christus als dem einen Wort Gottes nicht „andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.“ (1. These der Barmer Theologischen Erklärung von 1934)

Dennoch ist der dreieinige Gott nicht in unseren eigenen Gottesvorstellungen, sondern allein in SEINER ganz besonderen Geschichte mit Israel und seinem Sohn Jesus Christus zu finden. SEIN Gesetz, die Tora, und das Evangelium ziehen uns in die biblisch bezeugte Gottesgeschichte mit dem Volk Israel hinein. Schlussendlich finden in der göttlichen Erwählung Israels die Völker friedvoll zusammen, wenn es beim Propheten Jesaja heißt: „Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des Herrn Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen, und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufgehen zum Berg des Herrn, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen!“ (Jesaja 2,2f)

So bete ich: HERR Gott, himmlischer Vater, Israel hast Du zu deinem Volk erwählt – als Licht unter den Völkern. So reicht dein Heil bis an die Enden der Erde. Öffne uns die Tore des himmlischen Jerusalems, damit wir zusammen mit deinem Volk dich loben und preisen in Ewigkeit. Durch Christus Jesus. Amen.

Hier mein Text als pdf.

1 Kommentar

  1. Super, Jochen, dass Du an den Israelsonntag erinnerst.
    Es gibt eben nicht nur verschiedene Strömungen Zionisten und Antizionisten, sondern es geht um das Entweder-Oder der Geschichte Gottes mit seinem Volk und allen Völkern auf der einen Seite und unseren Geschichten und unsere „Geschichte“, auch der des Staates Israel, auf der anderen Seite. Der Messias, an den wir Christen glauben ist ja nicht „in die Geschichte inkarniert“, sondern hat unseren Geschichten und unserer „Geschichte“ die Geschichte Gottes konfrontiert.
    Weil die Erinnerung an Gerhard von Rad dran war, habe ich mich gefragt, warum diese Theologie, deren Erinnerung wir besonders auch Gerhard von Rad (bei dem ich studiert habe) verdanken, verschwunden ist – oder ist sie nicht verschwunden? (Vielleicht könnten wir auch mal an Gerhard Gloege uns erinnern lassen)
    besonderen Dank an die Predigt ..

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