Osterpredigt Johannes Chrysostomos’: „So gehet ein, ihr Alle, in die Freude eures Herrn; empfanget die Belohnung, ihr Ersten wie die Letzten. Reiche und Arme, jubelt zusammen; Enthaltsame und Träge, ehret diesen Tag; ihr, die gefastet, und ihr, die nicht gefastet habt, freuet euch heute …“

Osterpredigt Johannes Chrysostomos’

Die Johannes Chrysostomos zugeschriebene Homilie (Homilia in sanctum pascha, PG 59, 721-724) wird alljährlich an Ostern in der Ostkirche am Ende des österlichen Morgenlobs verlesen:

Wer Gott anhangt und Ihn liebt,
der komme und erfreue sich
an diesem schönen, hellstrahlenden Fest.
Wer ein getreuer Knecht ist,
trete mit Freuden ein in das Haus seines Herrn.
Wer die Mühen des Fastens auf sich genommen,
der empfange jetzt seinen Denar.
Wer von der ersten Stunde an gearbeitet hat,
empfange heute seinen gerechten Lohn;
wer zur dritten Stunde kam,
der freue sich und sage Dank;
wer zur sechsten Stunde,
der komme, ohne zu zweifeln, denn nichts wird er verlieren;
wer bis zur neunten Stunde zögerte,
der komme ohne Zaudern und ohne Furcht;
wer sich erst zur elften Stunde einfand,
verscheuche alles Bangen wegen seiner Verspätung.

Denn großmütig ist der Herr,
Er empfängt den Letzten wie den Ersten,
Er läßt den Arbeiter der elften Stunde in die gleiche Ruhe eingehen,
wie jenen, der von der ersten Stunde an gearbeitet hat;
Er begnadet den Letzten und liebt den Ersten;
Er beschenkt diesen und begnadet jenen;
Er nimmt das Werk entgegen und Er begnügt sich auch mit der Absicht;
Er ehrt die Arbeit und Er lobt den guten Vorsatz.

So gehet ein, ihr Alle, in die Freude eures Herrn;
empfanget die Belohnung,
ihr Ersten wie die Letzten.
Reiche und Arme, jubelt zusammen;
Enthaltsame und Träge, ehret diesen Tag;
ihr, die gefastet, und ihr, die nicht gefastet habt,
freuet euch heute…

Das Gastmahl ist bereit, kommet alle herbei!
Das gemästete Kalb ist aufgetragen;
niemand gehe hungrig von dannen!
Es mögen alle sich sättigen am Gastmahl des Glaubens;
 empfanget alle die Reichtümer seiner Güte.

Keiner beklage seine Armut,
denn das Reich, das allen gehört, ist gekommen.
Keiner beweine seine Sünden,
denn die Verzeihung erstrahlt aus dem Grabe.
Keiner fürchte den Tod,
denn der Tod des Herrn hat uns befreit.

Es besiegte den Tod Jener, der von ihm festgehalten wurde.
Es fesselte die Hölle Er, der in die Tiefe hinabstieg.
Es betrübte sie Jener, der sie von seinem Fleische kosten ließ.

In der Vorausschau dieses Geschehens rief Isaias aus;
Betrübt ward die Unterwelt,
als sie Dir unter der Erde begegnete.
Betrübt ward sie, denn sie wurde vernichtet;
betrübt ward sie, denn sie wurde gedemütigt;
betrübt ward sie, denn sie wurde getötet;
betrübt ward sie, denn sie wurde zu Boden geschmet­tert;
betrübt ward sie, denn sie wurde gefesselt.
Die Unterwelt ergriff einen Leib und sah vor sich Gott;
sie ergriff die Erde und begegnete dem Himmel;
sie ergriff, was sichtbar ist, und stürzte in das, was unsichtbar ist.

Tod, wo ist dein Stachel?
Hölle, wo ist dein Sieg?
Christus ist auferstanden,
und du bist zu Boden ge­schmettert.
Christus ist auferstanden,
und die Dämonen sind gefallen.
Christus ist auferstanden,
und die Engel frohlocken.
Christus ist auferstanden,
und das Leben triumphiert.
Christus ist auferstanden,
und keine Toten gibt es fort­an in den Gräbern.

Denn Christus wurde zum Erstling der Entschlafenen,
da Er auferstanden ist von den Toten.
IHM SEI DIE EHRE
UND DIE HERRLICHKEIT
IN DER EWIGKEIT DER EWIGKEITEN.
AMEN.

Hier der Text als pdf.

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