Kein Buch mit sieben Siegeln. Wie Christus uns die Bibel mit sieben Lesezeichen als Gottes Wort erschließt

Lamm auf dem Buch mit den sieben Siegeln

In Buch der Offenbarung wird im Rahmen der himmlischen Thronsaalvision im fünften Kapitel das Lamm und das Buch mit den sieben Siegeln vorgestellt: „Und es kam und nahm das Buch aus der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß. Und als es das Buch nahm, da fielen die vier Wesen und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm, und ein jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen, und sie sangen ein neues Lied: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen  und hast sie unserm Gott zu einem Königreich und zu Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden.“ (Offenbarung 5,7-10)

Jesus Christus als Lamm Gottes ist es, der aus der Hand des Gottes das geheimnisvolle Buch mit den sieben Siegeln – Symbol der allumfassenden göttlichen Herrschaftsanspruchs über Himmel und Erde – empfängt und es zu öffnen weiß. Übertragen auf die Bibel lässt sich sagen, dass Christus uns die Heiligen Schriften Alten und Neuen Testaments als göttliches Wort verheißungsvoll erschließt. Durch ihn werden uns die sieben Siegel zu Lesezeichen:

  1. Lesezeichen: Lies die Bibel realistisch, d.h. als geschehene Erzählung bzw. als geschehenes Wort und nicht als gemachte Literatur. Was uns ein möglicher menschlicher Autor mit seinen eigenen religiösen Vorstellungen sagen will, lässt kein Gottvertrauen finden. Historische Fragen – wer es möglicherweise so für wen geschrieben haben könnte – lassen sich nachträglich stellen, können uns jedoch nicht den göttlichen Anspruch erschließen. Die Bibel ist für uns Christen die göttlich inspirierte Heilige Schrift Alten und Neuen Testaments.
  2. Lesezeichen: Unterscheide bzw. identifiziere, wer in einem biblischen Text zu wem aus welcher Veranlassung spricht bzw. wer entscheidend handelt.
  3. Lesezeichen: Nicht alle Worte in der Bibel sind Gottesworte bzw. im Sinne Gottes. Manche Menschenworte sprechen Gott als Lob, Bitte oder Klage an (z.B. in den Psalmen), andere Menschenworte entsprechen Gottes Wort als gottsinniges Zeugnis, andere widersprechen Gottes Wort und sind damit gottwidrig bzw. bekommen im Nachhinein nicht von Gott Recht (vgl. z.B. Hiob 42,7-9).
  4. Lesezeichen: Jesus Christus – menschgewordener Gottessohn, der den Willen seines Vaters verkündigt hat, sich für unsere Sünden am Kreuz hingegeben hat und um unserer Rechtfertigung willen vom Tode auferweckt worden ist – erweist sich als die Mitte der Heiligen Schrift, dem unser Glaube gilt. Von ihm her und auf ihn hin sind alle anderen Worte der Bibel zu beziehen. Für Christen kann kein Wort der Bibel ohne das Paschamysterium Jesu Christi gelten.
  5. Lesezeichen: Wo Gott in der Bibel spricht, muss unterschieden werden, ob sie einzelnen Menschen in einer bestimmten Situation (vgl. Genesis 22,2), seinem Volk Israel als Tora oder aber der Kirche Jesu Christi gelten.
  6. Lesezeichen: Die Worte der Heiligen Schrift, die die Kirche Jesu Christi ansprechen sind in das Gesetz, d.h. die unerfüllbare Gottesanforderung, die uns unserer eigenen Sünde überführt, und in das Evangelium als unbedingte Heilszusage in Jesus Christus zu unterscheiden.
  7. Lesezeichen: Die Worte des Glaubensbekenntnisses bzw. der Bekenntnisschriften (z.B. Luthers Kleiner Katechismus) sind gemeinschaftliche Leseregeln, die uns in der Kirche immer wieder neu zu Jesus Christus als dem verheißungsvollen Wort Gottes führen.

Hier mein Text als pdf.

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