„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir“ – Die Rothko Chapel als Versinnbildlichung von Psalm 139,5.7

rothko-chapel

In einer Fußnote im Schlusskapitel seiner theologischen Anthropologie „Das verborgene Leben“ bezieht Gerhard Sauter die Rothko Chapel in Houston, Texas auf Psalm 139,5.7:

Von hinten und von vorn hast du mich umschlossen,
hast auf mich deine Hand gelegt.
Wohin kann ich gehen vor deinem Geist,
wohin vor deinem Angesicht fliehen?
(Einheitsübersetzung)

Wer sich auf die Architektur der Rothko Chapel (der Grundriss ist von oktogonalen byzantinischen Kirchengebäuden inspiriert) und deren Bilder einlässt, wird dem Vergleich wohl zustimmen. Für den Künstler selbst, Mark Rothko (1903-1970), birgt der Psalm 139 jedoch noch eine Verheißung:

Würde ich sagen: Finsternis soll mich verschlingen
und das Licht um mich soll Nacht sein!
Auch die Finsternis ist nicht finster vor dir, /
die Nacht leuchtet wie der Tag,
wie das Licht wird die Finsternis.
(Ps 139,11f EÜ)

Ein Jahr vor Vollendung und Eröffnung der Rothko Chapel hatte sich Rothko – alkoholabhängig und an schweren Depressionen leidend – am 25 Februar 1970 in seinem Atelier selbst getötet.

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