Taufen heißt Untertauchen: „Die bequeme dreifache Begießung (infusio) mit Wasser aus der Taufkanne verflacht das Verständnis der Taufe zwangsläufig. Statt Taufschale ist mit Luther und den Bekenntnisschriften (bzw. der Ostkirche) die Immersionstaufe in ein tiefes Taufbecken oder ein Taufstein in der Kirche angesagt. Dann erfährt auch die Einkleidung mit dem weißen Taufkleid im Anschluss an die Taufe ihren ursprünglichen Sinn: ‚Ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen.‘ (Galater 3,27)“

Taufen heißt Untertauchen

In Luthers Taufbüchlein von 1526 lautet die Anweisung für den Pfarrer: „Da nehme er das Kind und tauche es in die Taufe und spreche: ‚Ich taufe Dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.'“

Das Untertauchen (immersio) ergibt sich von selbst, schließlich geht es in der Taufe um Tod und Auferstehung. Als Neugeborener wird man aus der Taufe gehoben und nicht einfach nur mit Wasser begossen (infusio). In Kenntnis einer Infusionspraxis schreibt Luther in seinem »Sermon von dem heiligen hochwürdigen Sakrament der Taufe« von 1519:

„Die Taufe heißt auf griechisch baptismus, auf lateinisch mersio, das ist, wenn man etwas ganz ins Wasser taucht, das über ihm zusammenschlägt. Und wiewohl an vielen Orten der Brauch nicht mehr ist, die Kinder in das Taufwasser ganz hineinzutauchen, sondern man begießt sie allein mit der Hand aus dem Taufwasser, so sollte es doch so sein und wäre recht, dass man nach dem Wortlaut des Wörtleins ‚Taufe‘ das Kind oder einen jeden, der ge­tauft wird, ganz hinein ins Wasser senkt und tauft [= taucht] und wieder herauszieht. Denn ohne Zweifel kommt in der deutschen Sprache das Wörtlein ‚Taufe‘ von dem Wort ‚Tiefe‘, dass man tief ins Wasser senkt, was man tauft. Das fordert auch die Bedeutung der Taufe; denn sie bedeutet, dass der alte Mensch und die sündige Geburt von Fleisch und Blut soll ganz ersäuft werden durch die Gnade Gottes, wie wir hören werden. Darum sollte man der Bedeutung genug tun und ein rechtes vollkommenes Zeichen geben.“ (WA 2, 727,4-19)

Die bequeme dreifache Begießung (infusio) mit Wasser aus der Taufkanne verflacht das Verständnis der Taufe zwangsläufig. Statt Taufschale ist mit Luther und den Bekenntnisschriften (bzw. der Ostkirche) die Immersionstaufe in ein tiefes Taufbecken oder einen Taufstein in der Kirche angesagt. Dann erfährt auch die Einkleidung mit dem weißen Taufkleid im Anschluss an die Taufe ihren ursprünglichen Sinn: „Ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen.“ (Gal 3,27; vgl. Kol 3,10).

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