Nachdem Martin Niemöllers Vortrag zur deutschen Schuld am 22. Januar 1946 in der Neustädter Kirche in Erlangen von Unmutsbekundungen begleitet … Mehr
Schlagwort: Schuldfrage
Martin Niemöller, Vortrag am 22. Januar 1946 in der Neustädter Kirche in Erlangen zur deutschen Schuld: „Es kann sein, dass unsere Schuld viel schwerer wiegt, die wir die Botschaft von Buße und Glauben kannten. Wir hätten das wache Gewissen haben müssen, aber wir haben auch das Leben zum Götzen gemacht! Ich habe auch bekannt, so lange es ging, aber als ich im KZ sah, wie man die Juden misshandelte, habe ich selbst nicht mehr gewagt, meinen Mund aufzutun. Auch ich bin verantwortlich für das, was im deutschen Volk geschehen ist. Wir Christen haben diese Schuld anzufassen und zu bekennen. Wenn wir sie nicht anfassen, bleibt diese Schuld: dreißig bis vierzig Millionen Tote durch die Hände deutscher Menschen: aber keiner in Deutschland findet sich bereit, diese Schuld zu bekennen.“
Vortrag am 22. Januar 1946 in der Neustädter Kirche in Erlangen (auf Einladung der dortigen Evangelischen Studentengemeinde) Von Martin Niemöller … Mehr
Hermann Diems offener Brief an Helmut Thielicke zur Frage der deutschen Schuld vom Januar 1946: „Es gibt auf diesem Wege keine Entschuldigung oder Rechtfertigung, sondern nur das Eingeständnis, dass wir faktisch für das Unrecht kämpften und damit an diesem mitschuldig geworden sind, nicht nur wir Soldaten an der Front, sondern genauso jeder Deutsche in der Heimat. Wir können dann aber jedermann nur auffordern, das endlich einzusehen und haben keine Möglichkeiten mehr, seine »Hemmungen« in dieser Weise zu diskutieren und ernst zu nehmen, wie Sie das tun.“
Offener Brief an Helmut Thielicke zur Frage der deutschen Schuld Von Hermann Diem Nachdem Karl Barth am 2. 11. 1945 … Mehr
Karl Jaspers, Die Schuldfrage (1946): „Politische Freiheit beginnt damit, daß in der Mehrheit des Volkes der einzelne sich für die Politik seines Gemeinwesens mit haftbar fühlt, – dass er nicht nur begehrt und schilt, – dass er vielmehr von sich verlangt, Realität zu sehen und nicht zu handeln aus dem in der Politik falsch angebrachten Glauben an ein irdisches Paradies, das nur aus bösem Willen und Dummheit der anderen nicht verwirklicht wurde, – daß er vielmehr weiß: Politik sucht in der konkreten Welt den je gangbaren Weg, geführt von dem Ideal des Menschseins als Freiheit.“
Die Schuldfrage Von Karl Jaspers Dr. med., o. ö. Prof. der Philosophie 1946 LAMBERT SCHNEIDER HEIDELBERG Vorwort Aus einer Vorlesungsreihe … Mehr