Jeanette Wolff, Sadismus oder Wahnsinn: Erlebnisse in den deutschen Konzentrationslagern im Osten (1946): „Mir als Mutter krampfte sich das Herz zusammen, und die anderen, besonders die junge Lettin, waren tieftraurig. Lang­sam ging der Tag zur Neige. Zum Appell ging meine Tochter fort, und wir alle glaubten sie schon verloren. Nach ungefähr einer Stunde kam sie zurück. Max hatte sie aufgeschnallt und immer wieder gefragt: ‚Hast du noch keine Angst?‘ und ‚Willst du den Namen nicht nennen?‘ Sie verneinte immer wieder, und nach 35 Minuten schnallte er sie ab und wurde mit den Worten ‚Na, feige bist du ja nicht‘ und einem Fuß­tritt entlassen. — Was wir beide empfanden, als wir uns wiedersahen, kann kein Mensch ermessen, und in diesem Moment gelobten wir uns: Weg vom Stutthof, sobald wie möglich und ganz gleich wohin.“

JEANETTE WOLFF SADISMUS ODER WAHNSINN. Erlebnisse in den deutschen Konzentrations­lagern im Osten Alleinauslieferung Großvertrieb Ernst BreifeldGreiz in Thüringen Sachsenverlag Druckerei- … Mehr

Lucie Adelsberger, Auschwitz. Ein Tatsachenbericht (1946): „Wenn wir nachts aus dem Schlaf erwachten – wir, die wir das sahen, und doch aßen und schliefen wie normale Menschen – war der Block innen hell erleuch­tet, beleckt von den Reflexen der Riesenglut. Und wenn ich aufstand und mich durch die hintere Türe des Blocks schlich und auf das gegenüberliegende Krematorium, das zweite, schaute, sah ich daneben die offenen Feuer im Freien, in die man die Kinderleiber schmiss, tote und auch lebende; hörte das Schreien der Kinder, sah, wie die Feuer mit den zarten Körpern spielten, und keine Metamorphose meines Seins, gleichviel in welcher Sphäre, wird dieses Gesicht aus meiner Seele je aus­radieren.“

Lucie Adelsberger (1895-1971) hatte als jüdischstämmige Fachärztin für Kinderheilkunde sowie Innere Medizin das KZ Auschwitz überlebt. Ihr 1946 abgefasster Text … Mehr

Paul Gerhard Schoenborn, Die Rettung der dänischen Juden 1943 und das prophetische Zeugnis des Dichterpfarrers Kaj Munk: „Nur eins will ich sagen: Wenn man hier im Lande mit der Verfolgung einer gewissen Gruppe unserer Landsleute anfängt, nur um ihrer Abstammung willen, dann ist es christliche Pflicht der Kirche zu rufen: ‚Das ist gegen das Grundgesetz im Reiche Christi, die Barmherzigkeit, und das ist verabscheuungswürdig für jedes freie nordische Denken.'“

Die Rettung der dänischen Juden 1943 und das prophetische Zeugnis des Dichterpfarrers Kaj Munk Von Paul Gerhard Schoenborn Zweierlei möchte … Mehr

Johann Baptist Metz, Im Angesichte der Juden. Christliche Theologie nach Auschwitz: „Dass wir in der Gottesfrage selbst vom Zeugnis der jüdischen Leidensgeschichte abhängen soll­ten: das scheint vielen Christen viel zu weit gegriffen. Für mich jedoch ist die Anerkennung dieser quasi heilsgeschichtlichen Abhängigkeit der Prüfstein dafür, ob wir Christen bereit sind, diese Katastrophe von Auschwitz wirklich als solche zu erfassen und sie als die Herausforde­rung, als die wir sie häufig moralisch Beschwö­ren, theologisch auch wirklich ernst zu nehmen.“

Im Angesichte der Juden. Christliche Theologie nach Auschwitz Von Johann Baptist Metz Ich habe mich schon früher zum Verhältnis von … Mehr

Edith Steins Brief an Papst Pius XI. zur Judenverfolgung in Deutschland vom April 1933: „Ist nicht diese Vergötzung der Rasse und der Staatsgewalt, die täglich durch Rundfunk den Massen eingehämmert wird, eine offene Häresie? Ist nicht der Vernichtungskampf gegen das jüdische Blut eine Schmähung der allerheiligsten Menschheit unseres Erlösers, der allerseligsten Jungfrau und der Apostel?“

Brief an Papst Pius XI. zur Judenverfolgung in Deutschland vom April 1933 Von Edith Stein Heiliger Vater! Als ein Kind … Mehr

Clara Eisenkraft (Spaleck), Christuserleben in Theresienstadt: „Diese sogenannten Volljuden waren eigentlich die bewussteren Christen! Bei ihnen fand man vielfach das, was man bei den Menschen vergeblich suchte: bewusstes Christentum in Theorie und Tat. Das waren die Menschen, die mit größter Aufopferung unter den widrigsten Verhältnissen und unmöglichen Umständen Großes leisteten im Dienst an ihren Mitmenschen und Gefährten der Leiden.“

In Ergänzung zu Goldschmidts Geschichte der evangelischen Gemeinde Theresienstadt 1942-1945 hatte Clara Eisenkraft (Spaleck) in ihrem postum erschienenen Buch „Damals … Mehr