Paul Ricœur, Das Recht zu strafen (Le droit de punir, 1958): „Wenn das Leiden Christi einen Sinn hat, dann doch den, alle Sühne zu erfüllen und abzuschaffen. Das Leiden Jesu Christi ist die einzige und die letzte Sühne, und wie immer man es versteht, ob man sagt, es sei, weil die Sühne wahr ist und dann ist sie erfüllt, oder ob man sagt, sie sei falsch und dass es gerade keine Sühne gibt, weil Christus nicht gesühnt hat, sondern sich selbst umsonst hingegeben hat, wie man die Frage auch entscheiden mag, indem man sagt, dass die Sühne tot ist, weil sie erfüllt ist oder weil sie überwunden ist – wenn das Leiden Jesu Christi einen Sinn hat, kann nichts und niemand etwas zur Sühne Christi hinzufügen. Der Tod Christi ist der Tod der Sühne.

Das Recht zu strafen (Le droit de punir, 1958) Von Paul Ricœur Der Ausgangspunkt meiner Überlegung ist der Versuch, das … Mehr

Paul Ricœur, Das Symbol regt zum Nachdenken an (Le symbole donne à penser, 1959): „Die zweite Unmittelbarkeit, die wir suchen, die zweite Naivität, die wir erwarten, ist mir nirgendwo anders mehr zugänglich als in einer Hermeneutik; wir können nur glauben, indem wir interpretieren. Dies ist die ‚moderne‘ Modalität des Symbolglaubens, Ausdruck der Not der Moderne und Heilmittel für diese Not.“

Das Symbol regt zum Nachdenken an (Le symbole donne à penser) Von Paul Ricoeur Zunächst möchte ich etwas zu dem … Mehr

Paul Ricœur über das Symbol und die zweite Naivität (seconde naïveté): „Die zweite Naivität ist nicht die erste Naivität; sie ist post-kritisch und nicht prä-kritisch; sie ist eine gelehrte Naivität (La seconde naïveté n’est pas la première naïveté ; elle est post-critique et non point pré-critique ; c’est une docte naïveté).“

Über das Symbol und die zweite Naivität (seconde naïveté) Von Paul Ricœur Das Symbol ist in diesem Sinne der konkrete … Mehr

Paul Ricoeur, Die Goldene Regel. Exegetische und theologische Verwirrungen (1989): „Die sogenannte christliche Ethik beruht meines Erachtens auf dieser Spannung zwischen einseitiger Liebe und zweiseitiger Gerechtigkeit. Die praktischen Konsequenzen dieser gemeinsamen Ethik sind zahllos und durchaus machbar. Die Aufnahme eines Motivs der Barmherzigkeit und Großzügigkeit in alle unsere Gesetzbücher, Strafgesetzbücher und Gesetzbücher der sozialen Gerechtigkeit, stellt eine vernünftige, wenn auch schwierige und endlose Aufgabe dar.“

Die Goldene Regel. Exegetische und theologische Verwirrungen[1] Von Paul Ricoeur Das Problem, das ich Ihnen zur Diskussion stelle, lässt sich … Mehr

Paul Ricoeur, Das Leben bis zum Tod begleiten: „Die Wahrheit der aktiven Sterbehilfe ist die Wahrheit eines assistierten Suizids. Ein Mensch entscheidet autoritativ über die Grenze zwischen dem Tolerierbaren und dem Untolerierbaren. Doch für wen ist die Verlängerung des Lebens unerträglich? Für den kranken Menschen? Für das familiäre Umfeld? Wer bittet um den Tod? Was bedeutet diese Bitte?“

Das Leben bis zum Tod begleiten Von Paul Ricoeur Die Herausforderungen Wer von Einsatz spricht, meint etwas zu gewinnen oder … Mehr