Christoph Blumhardt, Brief über eine Palästinareise im Jahre 1906 (an Richard Wilhelm): „Zur Probe wie sich’s reiten lässt in Palästina, ritten wir nach Bethlehem in zwei guten Stunden und freuten uns der lieblichen Lage und gedachten der Hirten auf dem Felde, d. h. auf den vor Bethlehem sich lagern­den Hügeln. Dort in der Geburtskirche dann, die eine der ältesten Kirchen ist, hatten wir die Freude, einem jauchzenden Herzen zu begegnen. Wir standen in der Kirche, an welche ein Kloster an­gebaut ist, und warteten auf einen Bruder aus dem Kloster, der uns herumführen sollte. Die Türe ging auf und mit einem Freudenruf eilte uns der Mönch, der erschienen war, entgegen mit den Worten: «Ach, mein Herr, dass ich Sie wiedersehe!» — Es war ein Mönch, mit dem ich das Jahr vorher auf einem österreichischen Schiff an einem Sonntagmorgen über das Himmelreich sprach und ihm eine innige Gemeinschaft zuwandte. Ist’s nicht, wie ein Gesang der Engel: «Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden in Men­schen des Wohlgefallens», wenn wir aus so verschiedenen Lagern uns begegnen und alles vergessen, was die Geschichte uns auf­gebunden hat von wunderlicher Natur und Herz zu Herzen kom­men darf? Es ist uns in Bethlehem doch ein Sternlein auf gegangen, das wir nicht vergessen werden.“

Brief über eine Palästinareise im Jahre 1906 (an Richard Wilhelm) Von Christoph Blumhardt Bad Boll, den 15. Dezember 1906 MEIN … Mehr

Solidaritätsherausforderung durch Christen aus dem Heiligen Land: „Am Montag, dem 7. Juli 2025, legten Siedler vorsätzlich ein Feuer in der Nähe des Friedhofs der Stadt und der historischen Kirche des Heiligen Georg (Al-Khadr), die aus dem 5. Jahrhundert stammt – einem der ältesten religiösen Wahrzeichen Palästinas. Wäre es nicht der Wachsamkeit der lokalen Bewohner und dem schnellen Eingreifen der Feuerwehr zu verdanken gewesen, hätte der Schaden weitaus katastrophaler ausfallen können. In einer Szene, die inzwischen provokant alltäglich geworden ist, lassen Siedler weiterhin ihr Vieh auf den landwirtschaftlichen Flächen Taybehs grasen – darunter auch auf familienbetriebenen Feldern und in der Nähe von Wohnhäusern – ohne dass es zu einer Abschreckung oder einem Einschreiten seitens der Behörden kommt. Diese Verstöße gehen über bloße Provokationen hinaus; sie verursachen unmittelbare Schäden an Olivenbäumen – einer lebenswichtigen Einkommensquelle für die Menschen in Taybeh – und hindern die Bauern daran, ihr Land zu erreichen und zu bewirtschaften.“

X-Kommentar von Nikodemus Claudius Schnabel OSB, Abt der Dormitio-Abtei in Jerusalem: „Der Hilferuf der drei Pfarrer von Taybeh, dem Griechisch-Orthodoxen, … Mehr

Martin Buber, Ein Protest gegen die Enteignung arabischer Böden (1953): „Wie uns jedoch bekannt ist, gibt es viele Fälle, in denen nicht Sicher­heitserfordernisse, son­dern ganz andere Ziele, z. B. die Erweiterung des Ge­bietes von bestehenden Ansiedlungen, zur Wegnahme der erwähnten Bö­den führte. Nach unserer Meinung sind diese Fälle in keiner Weise dazu angetan, die Tatsache zu rechtfertigen, dass die jüdische Legislative ihnen den Anschein der Rechtmäßigkeit verleiht. Uns sind außerordentlich bevölkerte Dörfer bekannt, in denen die beschlagnahmten Böden mehr als zwei Drittel des gesamten Bodens ausmachen. Als Juden und als Bürger des Staates Israel fühlen wir uns verpflichtet, gegen den Gesetzes­vorschlag zu protestieren, der allem, was den Namen Jude trägt, in keiner Weise Ehre macht.“

Ein Protest gegen die Enteignung arabischer Böden (1953) Herrn Joseph SprinzakVorsitzender der KnessetJerusalem Jerusalem, den 7.3.53 Sehr geehrter Herr! Diese … Mehr

Martin Bubers Brief an Mahatma Gandhi in Sachen Juden in Palästina von 1939: „Wir sind über­zeugt, dass es möglich sein muss, einen Ausgleich zwischen diesem An­spruch und dem anderen zu finden, weil wir dieses Land lieben und an seine Zukunft glauben, und weil, da gewiss auch auf der anderen Seite solche Liebe und solcher Glaube vorhanden sind, ein Zusammenschluß zu gemeinsamem Dienst an dem Land nicht unerreichbar sein kann. Nun aber kommen Sie und erledigen das ganze existenzielle Dilemma mit der einfachen Formel. »Palästina gehört den Arabern.«“

Nach seiner Übersiedlung nach Palästina im März 1938 bestand eine von Martin Bubers ersten Aufgaben darin, auf einen zionismuskritischen Artikel … Mehr

Martin Buber, Zwei Völker in Palästina (1947): „Sei dieses vielleicht schwierigste aller politischen Probleme der Gegenwart, die jüdisch-arabische Situation, die Probe aufs Exempel: aus allen Völkern müssen unabhängige Geister, die dem Kampf aller gegen alle um Macht und Besitz nicht verfallen sind, zusammentreten und eine gerechte Bewältigung der Situation vorbereiten.“

Zwei Völker in Palästina (1947) Von Martin Buber Ich will Ihnen von Palästina erzählen nicht zu dem Zweck allein, um … Mehr