Karl Barth, Möglichkeiten liberaler Theologie heute (1960): „Eben an ihrer Egozentrik (mein Glaube, mein Heilsbedürfnis, meine Seligkeit usw.) krankt aber mit der Theologie des Pietismus, der nachreformatorischen Orthodoxie, ja weithin schon der Reformatoren selbst, auch die Schleiermachers und Biedermanns — aber auch die Kierkegaards und seiner «existentialistischen» Nachfolger. Immer wieder erscheint da der Mensch als ein erstlich und letztlich in sich ver­schlossenes einzelnes «Subjekt», dem der Mitmensch nur nachträglich, nur beiläufig, fast nur ein wenig widerwillig zugesellt ist, wenn er ihm nicht gar, mit Sartre zu reden, die Hölle bedeutet. Und immer wieder erscheint da Gott — als «Objekt» dieses bruderlosen Subjektes ganz folgerichtig! — nicht einmal als ein Er, sondern als ein unpersönliches Es: das Woher des Gefühls schlechthiniger Abhängigkeit, das Absolute, das Zukünftige.“

Möglichkeiten liberaler Theologie heute Von Karl Barth Mir ist von den Herausgebern der «Theologischen Umschau» ein merkwür­diger Auftrag erteilt worden: … Mehr

Karl Barth, Liberale Theologie. Ein Interview (1968): „Ich verstehe unter «liberal» – wenn ich mich jetzt auch einbegreifen darf als Liberaler – eine Haltung vor allen Dingen der Verantwortlichkeit. Denn die wahre Freiheit ist immer eine verantwortliche Sache. Und das bedingt nun, dass ich dann allerdings auch offen sein muss – jetzt kommt das herein, nicht wahr, was man gewöhnlich unter Frei­heit versteht.“

Liberale Theologie. Ein Interview[1] Von Karl Barth Herr Professor Barth, als ich Sie um Ihre Teilnahme an dieser Sendereihe «Was … Mehr

Ernst Troeltsch, Meine Bücher (1921): „Die Philo­sophie als solche war in ihrem damaligen Zustande wenig ver­lockend; Medizin interessierte mich nur theoretisch. Also wurde ich Theologe. In der Theologie hatte man damals so ziemlich den einzigen Zugang zur Metaphysik und äußerst spannende historische Probleme zugleich. Mit dem Praktischen mochte es dann nachher werden wie es wollte. Ein urwüchsig starker religiöser Drang schien dafür zu bürgen, daß das schon irgendwie möglich sein würde.“

Meine Bücher (Die deutsche Philosophie der Gegenwart in Selbstdarstellung) Von Ernst Troeltsch Selbstanzeigen größten Stiles, wie sie diese Blätter aufweisen, … Mehr