Günter Brakelmann über Johann Hinrich Wichern: „Wer sich in das umfangreiche Schrifttum dieses Mannes einarbeitet, wird auch heute noch fasziniert sein von dem Menschen und Christen Johann Hinrich Wichern. Als ‚Genie der Liebe‘ wird er in einer geschichtsbewußten Christenheit seinen Platz behalten. Seine theologisch-politischen Positionen, die weite Teile des Protestan­tismus des 19. Jahrhunderts in einen aussichtslosen undifferenzierten Kampf gegen die neuzeitlichen Emanzipationsbewegungen geführt haben, beschleunigten den Exodus weiter Teile des liberalen Bürgertums und des sozialdemokratischen Proletariats aus der Kirche. Brücken zu ihnen hat er nicht schlagen können. Größe und Grenze eines Menschen liegen wie so häufig nahe beieinander.“

Johann Hinrich Wichern Von Günter Brakelmann Die Zeiten des Vormärz, der Revolutionsjahre, der Reaktionsphase, des Norddeutschen Bundes und der Anfangsphase … Mehr

Von der „freien Liebesarbeit“ und dem homo oeconomicus in der Diakonie: „Die göttliche Heilsökonomie entspricht nicht der menschlichen Eigen-Ökonomie, aber sie bean­sprucht diese für sich selbst, so wie ein Haus­herr eigeninteressierte Arbeiter für seinen Wein­berg verdingt. Er setzt dabei auf deren menschliche Lohnmoral, ohne ihr selbst zu entsprechen.“

Als Daniel Dietzfelbinger und mir 2003 der Johann-Hinrich-Wichern-Preis für Kybernese verliehen wurde, konnte ich wegen meiner Lehrtätigkeit am LTS in … Mehr