Rowan Williams, Die Gaben des Alters. Wahrnehmungen der Älteren (2005): „Wir dürfen dabei nicht sentimental werden. Alter bringt nicht automatisch Weisheit mit sich, und die Autorität von ‚Ältesten‘ kann ebenso unterdrückend, realitätsfern und selbstsüchtig sein. Aber wenn wir völlig aus den Augen verlieren, dass ältere Menschen eine entscheidende Rolle dabei spielen, uns eine tiefere Perspektive auf unser Leben zu vermitteln, dann verlieren wir etwas Wesentliches. Wir verlieren die Vorstellung, dass es eine Sichtweise auf das menschliche Dasein gibt, die über die Welt von Produktion und Konsum hinausgeht. Arbeit, Sexualität, der Kampf um Status und gesellschaftliche Anerkennung – all das bestimmt unser öffentliches Leben. Aber was gibt es jenseits davon, das uns wieder ein Gefühl für einen Wert vermittelt, der einfach gegeben ist und nicht erst verdient werden muss?“

Die Gaben des Alters. Wahrnehmungen der Älteren Von Rowan Williams Viele menschliche Kulturen haben eine sehr strukturierte Vorstellung vom Prozess … Mehr

Karl Rahner, Ein alter Pfarrer meditiert sein Leben. Eine Predigt (1974): „Ich bin alt geworden. Das ist auch eine Gnade, weil im Alter die Hoffnung des ewigen Lebens wächst, weil Du zunimmst, wenn wir abnehmen. Wie lange dauert es noch, bis es für immer Abend ist? Ich weiß es nicht. So mache ich weiter, so lange noch Tag ist. Am Ende gehe ich mit leeren Händen fort, ich weiß es. Aber so ist es gut. Dann will ich auf den Gekreuzigten schauen. Und gehen. Was kommt, ist die selige Unbegreiflichkeit Gottes.“

Ein alter Pfarrer meditiert sein Leben. Eine Predigt Von Karl Rahner SJ Liebe Gemeinde, diese Gemeinde feiert heute und auch … Mehr

Eberhard Jüngel, Der alte Mensch – als Kriterium der Lebensqualität (1976): „Der christliche Glaube hat von Gott so zu reden, dass seine Mensch­werdung – bis hin zum Tode am Kreuz – als Rechtfertigung des sein Menschsein verfehlenden Menschen zur Geltung gebracht wird. Das be­sagt, dass der Mensch in seinem Menschsein vor Gott anerkannt ist, ohne dafür etwas tun zu müssen oder auch nur tun zu können. Gott gegenüber ist der Mensch ein Nehmender, insofern er sich selbst von seinem Gott entgegennimmt. Sich selber empfangen zu können, die eigene Person von Gott entgegennehmen zu können – das ist Glaube.“

Der alte Mensch – als Kriterium der Lebensqualität. Bemerkungen zur Menschenwürde der leistungsunfähigen Person Von Eberhard Jüngel Das menschliche Leben … Mehr

Gerhard Sauter über Altern und das Sterbenmüssen: „Im Handeln Gottes geborgen sind Alternde, weil sie in der Geschichte, die er mit ihnen eingegangen ist, aufgehoben sind, auch mit allen Einbußen, die sich beim Altern einstellen, und mit allem, was ih­nen entnommen und genommen wird. In besonderer Weise sind sie aufgehoben in dem, was Gott für sie vorgesehen hat.“

Im wahrsten Sinn des Wortes ist es ein „Alterswerk“, das Gerhard Sauter mit seinem Buch Beseeltes Alter. Über Hoffnung und … Mehr

Hans Saner, Altwerden heute – Abschied von einer Ausnahme: „Alt in einem zeitlichen Sinn ist man, wenn man schon lange Zeit gealtert hat. Altern, ebenfalls zeitlich verstanden, ist weder eine Verminderung von Fähigkeiten noch eine Rückentwicklung noch ein Niedergang, sondern das eindimensionale, immer irreversible Kontinuum, in dessen Fluß alle Entwicklung steht. Es gibt kein Werden, auch keine Selbstentfaltung, ohne Altern. Kindheit und Jugend sind ebenso bestimmte Phasen des Alterns wie das Greisenalter. Jung in zeitlichem Sinn ist, wer noch nicht lange gealtert hat.“

Altwerden heute – Abschied von einer Ausnahme Von Hans Saner Als die hier porträtierten Menschen zur Welt kamen, hatte ein … Mehr