Adolf von Harnack, Weihnachten (1928): „Der Friede — für den inneren und äußeren Menschen, für Haus und Familie, für Handel und Wandel, für die Staaten und den ganzen Weltkreis, für Leben und Sterben gibt es nichts Köstlicheres als den Frieden, und wenn wir auf die Stimmen der Völker, ihrer Lehrer, Propheten und Dichter lauschen, so ist es der Friede, den sie alle preisen und heiß begehren. Aber diesem heißen Begehren ent­spricht nicht, wenn wir näher zusehen, die klare Einsicht, wie ein vollkommener Friede beschaffen sein muß, und noch weniger die Einsicht, wie man zu ihm gelangt. Wirre Stimmen hören wir vielmehr und halbwahre Urteile: ‚Der Krieg ist der Vater aller Dinge und jeglichen Fort­schritts‘, ‚Wenn du Frieden willst, so rüste den Krieg‘, ‚Dauernder Friede erschlafft die Menschen‘, ‚der frische, fröhliche Krieg‘ und ähnliches. Aber von solchen Unklar­heiten ist die Menschheit nun endlich befreit worden, befreit durch das furchtbare Erlebnis des Weltkrieges, ja, diese Befreiung ist sein einziger positiver und segensreicher Erfolg — wenn die Menschheit bereit ist, ihn zu erkennen und anzunehmen. Der Weltkrieg hat uns gelehrt, was der Krieg ist und in noch fürchterlicherer Weise sein wird — vorher haben wir das nicht gewusst — aber eben dadurch hat er uns auch gelehrt, was der Friede ist.“

Weihnachten (1928) Von Adolf von Harnack Preisen muß man es, daß jedes Jahr ein Tag wiederkehrt, an dem Freude und … Mehr

Adolf von Harnack, Zehn Gebote für Autoren, die mit Anmerkungen umgehen: „Fasse deinen Text so, dass er auch ohne die Anmerkungen gelesen werden kann. Sei sehr sparsam mit Anmerkungen und wisse, dass du deinem Leser Rechenschaft geben musst für jede unnütze Anmerkung; er will in deinen Anmerkungen ein Schatzhaus sehen, aber keine Rumpelkammer. Betrachte die Anmerkungen nicht als Katakomben, in denen du deine Voruntersuchungen beisetzest, sondern entschließe dich zur Feuerbestattung.“

Von Adolf von Harnack gibt es einen wunderschön geschriebenen Text „Zehn Gebote für Autoren, die mit Anmerkungen umgehen“ über Praxis … Mehr

Ist das Nizänum wirklich „ein Sieg der Priester über den Glauben des christlichen Volkes“ (Adolf von Harnack)? „Ein Manko der Westkirche ist jedoch, dass das Nicäno-Konstantinopolitanum nicht regulärer Inhalt der Katechese gewesen ist. Auch heute noch legen Theologen fast ausschließlich das Apostolische Glaubensbekenntnis aus. Eine gründliche Auslegung des Nizänums könnte Christen einen Zugang zum Glauben an die Menschwerdung des Gottessohnes ermöglichen, die ja im Apostolikum missverständlich angesprochen und nicht wirklich entfaltet ist.“

Ist das Nizänum wirklich „ein Sieg der Priester über den Glauben des christlichen Volkes“ (Adolf von Harnack)? Im zweiten Band … Mehr

Reich des Gottes – eine Utopie in Deutschland: „Unter den Bedingungen eines protestantischen Religionismus entgeht das Reich des Gottes dem eigenen Denken. Was metaphysisches Gottdenken sich an Hoffnung verbaut, wird kaum wahrgenommen. Stattdessen wird die eigene Weltanschauung mit ihrem Abstraktionsgehalt als allgemeingültig gehalten.“

Reich des Gottes – eine Utopie in Deutschland Hört man in einem sonntäglichen Gemeindegottesdienst in Deutschland genauer hin, fällt auf, … Mehr