Martin Luther zu den zwei Naturen Christi (Auslegung zu Psalm 5,2f, Operationes in psalmos, 1519): „Christus muss man zuerst als Menschen und dann erst als Gott ergreifen, und ebenso soll man zuerst nach dem Kreuz seiner menschlichen und dann erst nach der Herrlichkeit seiner göttlichen Natur trachten. Wo man Christus nach seiner menschlichen Gestalt hat, da wird er ganz von selbst auch seine göttliche Gestalt mit sich bringen.“

Über die beiden Naturen Christi (Auslegung zu Psalm 5,2f, Operationes in psalmos, 1519) Von Martin Luther Christus ist es, der…

Der Leipheimer Pfarrer Conrad Daniel Kleinknecht (1691-1753) über den aus Giengen stammenden Steinheimer Pfarrer Bonifacius Stöltzlin (1603-1677) und dessen ‚Geistlicher Adlerstein oder Gebetbuch für Schwangere und Gebärende‘ (Ulm 1652): „Daraus ist also deutlich ersichtlich, warum unser seliger Herr Magister Bonifacius Stöltzlin dieses Buch für schwangere und gebärende Frauen mit dem Titel ‚Geistlicher Adlerstein‘ versehen hat. Mit dem beigefügten Wörtchen geistlich will er sagen: Selbst wenn dieser kostbare und nützliche Stein – der sogenannte Adlerstein – seiner natürlichen Eigenschaft nach eine solche Wirkung auf Schwangere und Gebärende haben mag oder auch nicht: Dieses mein Buch trägt doch mit Recht den Titel ‚Geistlicher Adlerstein‘, weil schwangere und gebärende Frauen darin eine schriftgemäße Anleitung, viele andächtige Gebete und Seufzer finden, wie sie sich während der Schwangerschaft, bei und nach der Geburt christlich verhalten sollen – und wie der allmächtige und barmherzige Gott um Christi willen, der der rechte, auserwählte, kostbare und bewährte Eckstein in Zion ist, ihnen und ihren Kindern mächtig und wunderbar helfen will.“

Neue Vorrede zu Bonifacius Stöltzlin, Geistlicher Adlerstein Von Conrad Daniel Kleinknecht (1691-1753) I. Über das Leben, Wirken und die Schriften…

Was wir glauben und was wir nicht glauben (Wat wij wel en wat wij niet geloven). Holländisches Bekenntnis gegen die nationalsozialistische Rassenideologie und den Antisemitismus (1941): „Wir glauben und bekennen, dass Gott von alters her das Volk Israel erwählt hat, um Seine Offenbarung zu empfangen bis zur Erscheinung Jesu, des aus diesem Volk geborenen Messias. Diese Berufung hat Israel durch eine Tat von Gottes unergründlicher, freier Gnade empfangen, denn an sich war Israel nicht besser, würdiger oder geeigneter als die anderen Völker. Aber diesem Volk hat der Herr Sein Wort anvertraut, damit alle, die zu Gott kommen, ‚in Israel eingepfropft‘ werden. Daher halten wir den Antisemitismus für etwas weit Schlimmeres als eine unmenschliche Rassenideologie. Wir halten ihn für eine der hartnäckigsten und tödlichsten Formen des Widerstands gegen den heiligen und barmherzigen Gott, dessen Namen wir bekennen.“

Was wir glauben und was wir nicht glauben (Wat wij wel en wat wij niet geloven, 1941)1 Der Text, den…

Fridolin Stier, Der Fall Ijjob (1954): „Ijjob selber aber ringt nicht als Theologe mit dem Problem, sondern als Mensch mit Gott. Ijjob „stellt“ Gott. Ihm geht es nicht um Antwort auf eine Frage, sondern darum, daß Gott ihm auf seine Frage Red und Antwort stehe. Ijjob fordert Gott zur gerichtlichen Verantwortung. Wir be­rauben das Buch des Ungeheuerlichen, das es bezeugen will, näm­lich den Antritt eines Menschen zum Prozeß gegen Gott, wenn wir in seiner prozessualen Anlage nicht mehr sehen als literarische Form.“

Der Fall Ijjob Von Fridolin Stier Ijjob aus Us, hochangesehen und an Gütern reich gesegnet, ver­liert plötzlich, in einer raschen…

Emmanuel Lévinas, Der Name Gottes nach einigen talmudischen Texten (Le Nom de Dieu d’après quelques textes talmudiques, 1969): „Das Tetragramm – der ‚ausdrückliche‘ Name (Schem Hameforasch) – besitzt ein besonderes Vorrecht. Es besteht in der merkwürdigen Bedingung, dass er niemals ausgesprochen werden darf (außer wenn der Hohepriester am Versöhnungstag, dem sogenannten ‚Jom Kippur‘, ins Allerheiligste tritt – was im nachexilischen Judentum bedeutet: nie). Der Name Adonai – der wiederum nicht vergeblich ausgesprochen werden darf – ist der Name des Tetragramms. Der Name hat einen Namen! Der Name zeigt sich und verbirgt sich zugleich. Es ist notwendig, dass das Eintreten in den Bedeutungszusammenhang immer zugleich auch ein Rückzug (eine Anachorese) oder eine Heiligkeit ist; notwendig, dass die Stimme, die im Sprechen ertönt, auch die Stimme ist, die sich zurücknimmt oder schweigt. Der Eigenname kann diese Modalität haben. Er ist ein Name, der dem, was er bezeichnet, ‚anhaftet‘, ganz anders als der Gattungsname, der durch das Sprachsystem erhellt eine Art oder Klasse bezeichnet, aber nicht ‚haftet‘, sondern den Einzelnen in die Gleichgültigkeit des Allgemeinen einschließt, sozusagen. Der Eigenname, nahe dem Benannten, steht in keiner logischen Beziehung zu ihm und ist daher – trotz dieser Nähe – eine leere Hülle, eine permanente Zurücknahme dessen, worauf er verweist, eine Entleibung dessen, was sich durch ihn verkörpert. Durch das Verbot, ausgesprochen zu werden, bleibt er in diesem Dazwischen: ein Tetragramm, das nie so ausgesprochen wird, wie es geschrieben ist.“

Der Name Gottes nach einigen talmudischen Texten (Le Nom de Dieu d’après quelques textes talmudiques, 1969) Von Emmanuel Lévinas 1.…

Leonhard Goppelt über die Christen in der nachchristlichen Gesellschaft der Endzeit nach der Offenbarung des Johannes: „Das Lamm empfängt aus Gottes Hand das Buch mit den sieben Siegeln (5,7), d. h. dem, der für alle gestorben ist, wird die Vollstreckung von Gottes Geschichtsplan, auch gegenüber den Widersachern Gottes, übergeben. Er wird zum endzeitlichen Herrscher eingesetzt, der die Geschichte auch und gerade im Blick auf die Widersacher zum Ziel bringen wird. Er wird, wie beim Öffnen der Siegel sichtbar wird, die das Evangelium ablehnende Geschichte an ihrem Widerstreit sterben lassen.“

Die Christen in der nachchristlichen Gesellschaft der Endzeit nach der Offenbarung des Johannes Von Leonhard Goppelt Johannes Behm, Gott und…

Warum der Jüngling zu Nain entgegen der Luther-Bibel nicht in einem Sarg aus der Stadt herausgetragen worden ist: „Im Kontext der Geschichte kann kein steinerner sarkophágos ‚Fleischverzehrer‘ und auch kein geschlossener Holzsarg gemeint sein. Vielmehr handelt es sich um eine nach oben hin offene Bahre, auf der der in Tüchern eingehüllte Leichnam lag. Wäre mit Luther der Verstorbene tatsächlich in einem verschlossenen Sarg gelegen, hätte nicht erzählt werden können, dass dieser sich auf Jesu Wort hin aufgerichtet hatte. Von einer ‚Sargsprengung‘ ist nicht die Rede. Korrekterweise sprechen die Einheitsübersetzung und die Zürcher Bibel, wie schon die King James Version (bier), von einer Bahre.“

Warum der Jüngling zu Nain entgegen der Luther-Bibel nicht in einem Sarg aus der Stadt herausgetragen worden ist Da hat…

Philipp Melanchthon, Vorrede zu Johann Reusch, Zehen deudscher Psalm Davids (1551): „Gott hat die angst dazu geordnet / das sie das böse in uns straffen sol. Freude sol leben sein / Und gut gewissen bringet freude. Weiter hat auch Gott zur freude und zur klag wunderbarliche unterscheid im Gesang geordnet / die öffentlich Gottes ordnung sind / und viel heimligkeiten in sich haben. Nu fülen alle Menschen / die nicht wansinnig sind / das recht gesang dem hertzen freud und andere sehnliche bewegungen bringet / dazu es auch Gott geordnet.“

Vorrede zu Johann Reusch, Zehen deudscher Psalm Davids (1551) Von Philipp Melanchthon Wiewol viel Menschen in solcher blindheit sind und…