Herr Jesus Christus,Tauben hast Du die Ohren geöffnetund Stummen die Zunge gelöst.So ist dein Ruf groß geworden.Öffne unsere Ohren für…
Hans Joachim Iwand, Die Neuordnung der Kirche und die konfessionelle Frage (1946): „Von der Lehre her ist die Kirche immer wieder gefragt, ob sie denn auch für das Evangelium einsteht, ob sie nicht vielmehr längst gefallen und abgefallen ist. Die Lehre hat, wenn anders sie reine Lehre ist, eine kritische Funktion gegenüber der Kirche und darum kann die Flucht in die ‚reine Lehre‘ geradezu das Zeichen dafür sein, dass die Kirche nicht steht, die Lehre kann zur Abstraktion werden, sie verliert damit ihre konstituierende Kraft. Wenn die Lehre wirklich reine Lehre ist, wenn sie also nicht selbst etwas sein will, dann müsste sie über sich hinausweisen auf Gott und sein Wort, auf seine Offenbarung; aber im Konfessionalismus wird immer wieder die Gefahr liegen, dass es umgekehrt herauskommt, dass man meint, in der reinen Lehre des Wortes habhaft zu werden.“
Die Neuordnung der Kirche und die konfessionelle Frage (1946) Von Hans Joachim Iwand I. Die Annahme, wir hätten für die…
Martin Luther über die Früchte des Geistes. (Auslegung zu Galater 5,22f, 1519): „Es mag also wohl die Liebe im Verborgenen bleiben, solange Friede ist; bricht aber Feindschaft aus, dann kommt uns nichts lebhafter zum Bewusstsein als die Liebe, die Hoffnung und der Glaube, – es wäre denn, dass man auch des Unglaubens, der Verzweiflung und des Hasses sich nicht bewusst würde.“
Über die Früchte des Geistes. Auslegung zu Galater 5,22f (1519) Von Martin Luther Die Frucht aber des Geistes ist Liebe,…
John Donne, Eine Anatomie der Welt (1611): „So ist die Welt, wie Menschheit, ganz zerstört, / Aus den Fugen, fast lahm bei ihrer Schöpfung. / Denn eh’ Gott alles andre vollendet, / Kam schon Verderben, verdarb das Beste zuerst; / Es griff die Engel an, und dann die Welt, / Noch in der Wiege, stürzte, fiel zu Boden, / Verdreht’ den Sinn, nahm allgemeinen Schaden, / Verrenkte jedes Glied im Weltenbau. / Der edelste Teil, Mensch, fühlte’s zuerst; / Dann Fluch der Tiere, Pflanzen, durch des Menschen Fluch. / So fault die Welt seit ihrer ersten Stund’; / Der Abend war der Anfang ihres Tags. / Und nun die Frühling’, Sommer, die wir sehn, / Sind wie die Söhne von Frauen nach fünfzig.
EINE ANATOMIE DER WELT (An Anatomy of the World)worin, anlässlich des frühzeitigen Todes der FrauElizabeth Drury, die Gebrechlichkeit und der…
Schweizer Frauenblatt 1931: Das volle weibliche Pfarramt und der ‚Fall Furna‘: „Die Gemeinde Furna indessen will sich nicht irre machen lassen. Sie beharrt und beruft sich auf die Kantonsverfassung, nach der ihr die Wahl gestattet ist. Denn sie ist sehr froh um ihre Pfarrerin, froh auch für ihre kleine Gemeinde, eine eigene Seelsorgerin gefunden zu haben: ‚Bis dahin sind wir sehr zufrieden mit unserer Pfarrerin.'“
Das volle weibliche Pfarramt und der „Fall Furna“ Zum vollen Pfarramt sind bei uns in der Schweiz – wie übrigens…
Eberhard Jüngel, Zukunft und Hoffnung. Zur politischen Funktion christlicher Theologie (1974): „Theologie gleicht zumindest darin den heiligen Narren, dass sie, indem sie Abstand nimmt von der Welt, eben dieser Welt näher zu kommen versucht, als dies aus abstandsloser Nähe möglich ist. Ich möchte deshalb methodisch so vorgehen, dass Zukunft und Hoffnung zunächst so in den Blick geraten, wie sie im Horizont des christlichen Glaubens sichtbar werden: nämlich als Hoffnung auf die jede Zukunft überbietende Wiederkunft Jesu Christi oder kurz: als Hoffnung auf Gottes eigenen Advent. Diese genuin theologische Zukunftserwartung soll dann als eine menschliche Einstellung erhellt werden, in der gerade das Verhältnis zur letzten Zukunft dem gegenwärtigen Menschen näher kommt, als dieser sich selber nahe zu sein vermag. Von der Einsicht in die Bedeutung der Zukunft Gottes für die menschliche Gegenwart her mögen dann einige Zumutungen des Evangeliums an die Adresse des Gesetzes im Blick auf die nähere irdische Zukunft formuliert werden.“
Zukunft und Hoffnung. Zur politischen Funktion christlicher Theologie (1974) Von Eberhard Jüngel Politik gilt nach einem bekannten Wort Bismarcks als…
John Howard Yoder, Der Krieg des Lammes (The Politics of Jesus, 1972): „Könnte es sein, dass wir, wenn wir uns von der Zwanghaftigkeit der Vision von uns selbst als den Hütern der Geschichte befreien könnten, wieder die Gabe empfangen könnten, uns als Teilhaber am liebenden Wesen Gottes, wie es sich in Christus offenbart, zu sehen? Vielleicht können uns die Lieder der frühesten Kirche dies wiedergeben, wenn es das apostolische Argument nicht vermag. Eine Kirche, die einmal von Zwanghaftigkeit und dem Drang, die Welt zu verwalten, befreit ist, könnte dann Wege und Worte finden, um auch denjenigen, die außerhalb ihrer Grenzen stehen, die Einladung zu einer dienenden Haltung in der Gesellschaft zu vermitteln.“
Der Krieg des Lammes (The Politics of Jesus, 1972) Von John Howard Yoder Jesus und Paulus standen im Mittelpunkt unserer…
Lesslie Newbigin, Kann eine moderne Gesellschaft christlich sein? (1995): „Eine Gesellschaft, die ihr Gedächtnis verloren hat, ist wie ein Schiff ohne Ruder. Sie kann nur mit den Gezeiten treiben. Es beunruhigt mich sehr, dass Geschichte in unserer öffentlichen Bildung immer weniger Platz einnimmt. Wir kennen – und wir mögen nicht – die Symptome der Alzheimer-Krankheit, wenn wir sie bei unseren Freunden bemerken. Manchmal sieht es so aus, als wäre die Verbreitung einer Art nationaler Alzheimer-Krankheit Teil der gegenwärtigen Agenda. Wenn wir unsere Orientierung für die Zukunft finden wollen, müssen wir der Vergangenheit Aufmerksamkeit schenken – nicht, um zu ihr zurückzukehren, sondern um aus ihr zu lernen.“
Kann eine moderne Gesellschaft christlich sein? (1995) Von J.E. Lesslie Newbigin Die Moderne ist ein Produkt der westlichen Christenheit. Viele…
Nigel Biggar, Zur Verteidigung des gerechten Krieges. Christliche Tradition, Kontroversen und Fälle (2015): „Es wird oft behauptet, dass der Gedanke des gerechten Krieges von den Ereignissen überholt wurde – dass er durch neue Phänomene wie Atomwaffen, Kriege ‚unter den Menschen‘, Krieg durch Fernsteuerung und Cyber-Aggression obsolet geworden ist. Die Darstellung von Themen und Fällen in diesem Papier reicht trotz ihrer Kürze aus, um zu zeigen, dass sich das Denken in gerechten Kriegen wie immer weiterentwickelt, indem es mit kontroversen konzep-tionellen Problemen ringt und sich seinen Weg durch neuartige Umstände bahnt. Die Tradition des Denkens über den gerechten Krieg ist sehr lebendig, und im Hinblick auf die differenzier-te moralische Bewertung des Krieges hat sie keinen Rivalen.“
Zur Verteidigung des gerechten Krieges: Christliche Tradition, Kontroversen und Fälle Von Nigel Biggar Dieser Artikel stellt vier kontroverse Fragen vor,…