Paul Schulze zur Wiesche über Friedrich Justus Perels (1910-1945): „Im Leben Perels’ spürt man etwas von der großen Verwandlung, die mit dem Menschen vor geht, wenn er der Wirklichkeit und Macht Gottes begegnet und sich ihm ganz ausliefert. Dieses neue Wesen des Menschen strahlt in seine Umgebung aus. So gibt er, der Todgeweihte, seiner ihn besuchenden Frau Kraft zum Durchhalten. Wenn sie ihn nicht sehen, sondern ihm nur Nahrungsmittel bringen kann, läßt er ihr mit den Büchern oder leeren Schachteln fast immer einen Zettel mit den wenigen Worten zu­kommen: ‚Ich bin getrost, seid ihr es auch!‘ So ist sein ganzes Sein zur damaligen Zeit ein einziges Bekenntnis zu Gott. Den höhnischen Bemerkungen der Gestapo-Beamten und auch dem berüchtigten Präsidenten des Volksgerichtshofes, der immer nur hohnlächelnd in der Gerichtsverhandlung von dem ‚Justitiar der Bekennenden Kirche‘ spricht, tritt er mit aller Ruhe entgegen. So sagt er einmal dem vernehmenden Beamten: ‚Auch Sie müssen sich, Herr Kommissar, ob Sie es glauben oder nicht, im letzten Gericht verantworten für Ihre Taten.‘“

„Ich bin getrost. Seid Ihr es auch!“ Über Friedrich Justus Perels (1910-1945) Bericht von Rechtsanwalt Dr. Paul Schulze zur Wiesche,…

Hieronymus Emser, Gedicht über Martin Luther und den Bauernkrieg: „Hätt’ Luther nie ein Buch geschrieben, / Deutschland wär wohl in Frieden blieben, / Und nicht in solche Not gesetzet. / Er hat ein Haar aufs andre gehetzet, / Wie sichs beim Kehraus jetzt erfindet; / Nun er das Feuer angezündet, / Wäscht er mit Pilato die Händ, / Den Mantel nach dem Wind hinwendt, / Und will euch jetzt dem Teufel geben, / All, die der Herrschaft widerstreben. / Die er doch vorhin selbst verschmächt, / Schergen genannt und Henkersknecht’, / Und den Kaiser ein’ Madensack; / Dazu er selbst nicht leugnen mag, / Daß er zur Aufruhr euch ermahnt, / Und liebe Gotteskind’ genannt.“

Gedicht über Martin Luther und den Bauernkrieg Von Hieronymus Emser Hört zu, ihr Deutschen, und schaut an,Das ist Luther, der…

Werner Schmauch, Unser Auftrag zum Dienst an der Welt. Predigt über Matthäus 28,16-20 (1958): „Die Jünger haben den Auftrag, hinzugehen zu den Menschen, zu den Völkern, zu den Heiden. Das heißt aber, die An­erkennung der Königsherrschaft Jesu Christi kann niemals darin bestehen, dass die Christen ein Dasein der Selbstgenügsamkeit führen, ihr Herr schenkt ihnen nicht ein Leben in einem heiligen Bezirk außerhalb der Schöpfung, nein, Er befreit sie zum frohen, freien Dienst an seinen Ge­schöpfen, an den Völkern, an den Heiden.“

Unser Auftrag zum Dienst an der Welt. Predigt über Matthäus 28,16-20 Von Werner Schmauch Elf Männer wandern gemeinsam auf den…

Königlich protestantisches Oberkonsistorium zur Ordination der Pfarramtskandidaten (1833): „Aber auch nach ihren äußeren Beziehungen ist die Handlung der Ordination von großem Gewicht und von bedeutenden Folgen, indem sie als die feierliche Aufnahme in die Zahl der Geweihten, denen als Haushaltern über Gottes Geheimnisse die höchsten Angelegenheiten der christlichen Glaubensgenossen anvertraut sind, dem Ordinierten 1) die Würde des geistlichen Standes verleiht; 2) das Recht erteilt, alle Befugnisse dieses Standes auszuüben; 3) den Anspruch gibt, in diesem Stande auch seinen Berufskreis und seine Versorgung zu finden.“

Wenn in den evangelischen Landeskirchen von „Geistlichen“ im Unterschied zu „Laien“ die Rede ist und bei gottesdienstlichen Amtseinführungen Pfarrerinnen und…

Amandus Scheffer über den Baltringer Haufen 1525: „Auf Lätare, am 26. Tag des März, haben die Bauern den ersten Angriff getan und sind eingefallen zu Schemmerberg ins Schloss und haben da alle Öfen, Fenster, Türen, Läden und Tröge zerschlagen, und was von Eisen gewesen ist, abgebrochen und keinen Nagel an der Wand bleiben lassen, und was sie an Hausrat und Betten gefunden haben, (wiewohl dessen nicht viel gewesen ist) alles hinausgetragen und geplündert; desgleichen Korn, Hafer, Gerste und viel Mehl, auch fünf Hakenbüchsen hinweggeführt. Zum letzten haben sie das Schloss angezündet und es verbrennen wollen; aber die Hintersassen zu Schemmerberg haben das Feuer wieder gelöscht, aus Besorgnis, das Dorf würde davon angezündet werden und verbrennen.“

Über den Baltringer Haufen Von P. Amandus Scheffer Am 29. Tag des Januar anno 1525, an einem Sonntag sind zum…

Gerhard Sauter über das Gesetz: „Gesetz in seiner Bedeutung als Regel (z. B. »Gesetz des Gei­stes«, Röm 8,2) verträgt sich mit christ­licher Freiheit, weil und sofern diese für Gottes Verhei­ßung und Weisung aufgeschlossen ist. Gesetz kann also nie abgesehen vom Evangelium aufgefaßt wer­den.“

Gesetz Von Gerhard Sauter Der Begriff ›Gesetz‹ bezeichnet in theologischer Bedeutung Gottes ausgesprochenen Willen, als Gebot formuliert. Wird ›Gesetz‹ als…

Hans Joachim Iwand zu 1. Petrus 1,3-9 (Quasimodogeniti): „Das Verwahrtwerden geschieht in der Kraft Gottes, nicht in der unseres Glaubens. Der uns verwahrt, tut es in derselben Kraft, die den Tod in Jesus Christus zerbrach. Sie holt auch uns aus dem Grab unseres Unglaubens her­aus und bewahrt uns fortan. Sie verwahrt uns. Es bedarf al­so schon einer solchen Kraft, die der Macht des Todes überlegen ist, wenn wir in unseren mannigfachen Prüfungen bestehen, wenn wir jenes Erbe nicht preisgeben sollen.“

Zu 1. Petrus 1,-3-9 (Quasimodogeniti) Von Hans Joachim Iwand Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns…