Schreiben des Vormundschaftsrichters Dr. Lothar Kreyssig wider die nationalsozialistische „Euthanasie“-Aktion T4 an Reichsjustizminister Franz Gürtner[1] Brandenburg/Havel, 8. Juli 1940 An…
Christine Lavant, Wenn du nicht sprichst, o Herr (1948): „Wenn du nicht sprichst, o Herr, wer soll dann sprechen?, / da diese Zeit so sehr des Worts bedarf! / Wer wird auch sonst den schweren Bann zerbrechen, / den eine Dunkelheit uns überwarf, / in der wir wie Gelähmte taumelnd stehen … / Wer soll die Zeichen, die geschehen, verstehen, / wenn du dein Wort aus unsrer Mitte nimmst?“
Wenn du nicht sprichst, o Herr Wenn du nicht sprichst, o Herr, wer soll dann sprechen?,da diese Zeit so sehr…
Johannes Hamel, Predigt über 1. Timotheus 2,1-6 (1955): „Macht Gottes Retterwillen nicht wieder klein und schäbig! Er hat die Leute im Zuchthaus in Naumburg ebenso lieb wie die, die sie verurteilt haben und bewachen! Er hat uns in der Kirche ebenso lieb wie alle übrigen Naumburger! Er hat die Russen lieb zusammen mit uns Deutschen, den Amerikanern, den Chinesen und alle übrigen Völker der Erde. Er hat die böse Schwiegermutter, wenn sie böse ist, ebenso in alle Ewigkeit lieb wie ihre Schwiegerkinder! Der Funktionär der Partei, den Kaufmann, den Arbeiter, den Volkspolizisten, den Kapitalisten – sie alle haben eine Würde, sie alle sind adlig: Gott ist für sie alle da als ihr guter und gnädiger Gott durch Jesus Christus, unsern Heiland.“
Predigt über 1. Timotheus 2,1-6 (1955) Von Johannes Hamel Liebe Brüder und Schwestern! Was würdet Ihr tun, wenn in diesem…
Ernst Wolf über Nachfolge: „Im Unterschied zum idealistischen Verständnis der Nachfolge wird sie in biblisch-reformatorischen Sinn als jener Vollzug des Liebesgebotes zu begreifen sein, der durch die selbstlose Sorge für das Menschsein des Menschen bestimmt ist, dafür, dass ihm sein Recht widerfährt. Sie verlangt die Verantwortung und den Dienst jedes Christen als des einzelnen unter Verzicht auf eigenes Recht, eigene Ehre, eigene Würde, eigenes Gut. Eine evangelische Sozialethik wird den Gedanken der Nachfolge als kritisches Prinzip tiefer und lebendiger als bisher aufgreifen und entfalten müssen.“
Nachfolge Von Ernst Wolf Nachfolge knüpft als Leitwort von erheblich ethisch und sozialethischer Bedeutung in den versch. Zeiten der Kirche…
Christine Lavant, Gott zieht in seinem großen Garten: „Gott zieht in seinem großen Garten / die wunderlichsten Armut-Arten … / Da sind die fahlen Hungerhügel, / die schwarzen Falter Schmerzensflügel, / die Beete mit dem Diebessamt, / die Büsche, die grellrot geflammt / von irrer Liebe tief sich neigen, / und Bäume, die an ihren Zweigen / unausgetragne Früchte haben.“
Gott zieht in seinem großen Garten Gott zieht in seinem großen Gartendie wunderlichsten Armut-Arten …Da sind die fahlen Hungerhügel,die schwarzen Falter…
Johannes Hamel, Evangelische Christenheit unter der marxistisch-leninistischen Diktatur 1945–1989. Bewährung und Versagen: „Neben Bewährung stand vielfaches Versagen, wie bei den zwölf Jüngern Jesu, aber das entschuldigt uns nicht, im Gegenteil. An einem Versagen, das ich hier als Beispiel für vieles Versagen in solchen Sachen bringe, bin ich selbst schuldhaft beteiligt. Es spielte sich ab zwischen einem Bischof und einem Mitglied des Politbüros. Mitte der sechziger Jahre fanden etwa sechs bis acht Gespräche statt, zu denen beide Häupter jeweils fünf bis zehn Begleiter mitbrachten. Selbst die Tatsache dieser Gespräche, über drei Jahre hinaus haben sie sich erstreckt, kam auf entschiedene Bitte des Bischofs nicht in die Presse. Es wurde sehr offen geredet. Über die nun zu erzählende Begebenheit schäme ich mich, als wenn sie gestern passiert wäre.“
Evangelische Christenheit unter der marxistisch-leninistischen Diktatur 1945–1989. Bewährung und Versagen (1993) Von Johannes Hamel „Evangelische Christenheit unter der marxistisch-leninistischen Diktatur…
Werner H. Schmidt und Gerhard Delling über Furcht in der Bibel: „Das Gegenstück zur Menschenfurcht ist die Gottesfurcht. Sie bedeutet Ehrfurcht und Anerkennung des göttlichen Willens. Gott fürchten heißt also ihm gehorchen, seinen Willen tun, selbst gegen menschliche Autorität, aber auch in Wort und Tat verlässlich sein. Gottesfurcht kann erworben oder erlernt werden durch das Hören auf das Gotteswort, Beobachtung der Gebote, denn Gottesfurcht bedeutet auf Gottes Stimme hören, ihm dienen. Wie Gott lieben bedeutet es das Befolgen der göttlichen Forderung. Gottesfurcht ist ein wichtiger Begriff der israelitischen Weisheit. Ja, die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang. Beide, Gottesfurcht und Weisheit, werden durch den Weisen vermittelt und können nahezu synonyme Begriffe sein.“
Furcht in der Bibel Von Werner H. Schmidt und Gerhard Delling Der Mensch fürchtet sich vor wilden Tieren (Hi 5,21…
Eberhard Jüngel, Wege und Aporien der evangelischen Kirchen in der DDR (1993): „Eine Kooperation mit dem Staatssicherheitsdienst unter den Zielsetzungen des Staatssicherheitsdienstes konnte für eine theologisch verantwortungsbewusste Kirche unter keinen Umständen in Betracht kommen. Galt doch für den Staatssicherheitsdienst in gesteigertem Maße, was Georg Lukacs für die kommunistische Ethik generell behauptet hatte: nämlich, dass sie die Anerkennung der Notwendigkeit, Böses zu tun, zur höchsten Pflicht mache, und dass die Erfüllung dieser Pflicht das größte Opfer sei, das die Revolution ihren Anhängern abverlange. Der Kirche konnte dergleichen nur als verwerflicher Aberglaube erscheinen. Dennoch ist es zu höchst problematischen, zum Teil auch verwerflichen Kontakten mit dem Staatssicherheitsdienst gekommen.“
Wege und Aporien der evangelischen Kirchen in der DDR (1993) Von Eberhard Jüngel Herr Landtagspräsident, Herr Ministerpräsident, Herr Vorsitzender, meine…
Friedrich Heer, Was mir half: „Ein Vulkan, der in mir brennt, und alle Brände meines Lebens, in den Formen von Verzweiflung, und in den Formen von Fruchttragen, unterhält, nährt, mich also als einen Brennenden hält, erhält, verbrennt, versehrt, ernährt. Die Dornbusch-Situation also: Jeder Mensch ist ein brennender Dornbusch. Leider wissen das die meisten Menschen nicht, verbrennen also ihr Leben auf kleiner Sparflamme, veraschen sich in „Leistungen“, „Arbeiten“, Erfolgen und zugehörigen Mißerfolgen.“
Was mir half Von Friedrich Heer Ich fahre, Frühsommer 1980, in Wien mit der U-Bahn, meiner Wohnung zu. Eine alte…