Martin Buber, Dom und Friedhof (1934): „Ich umwandle schauend den Dom mit einer vollkommenen Freude. Dann gehe ich zum jüdischen Friedhof hinüber. Der besteht aus schiefen, zerspellten, formlosen, richtungslosen Steinen. Ich stelle mich darein, blicke von diesem Friedhofgewirr zu der herrlichen Harmonie empor und mir ist, als sähe ich von Israel zur Kirche auf.“

Dom und Friedhof Von Martin Buber Ich lebe nicht fern von der Stadt Worms, an die mich auch eine Tradition…

Karl Barth, Die Gerechtigkeit Gottes (1916): „Es widerstrebt uns innerlich, dass die Gerechtigkeit, nach der wir lechzen, Gottes Sache ist, und nur von Gott her zu uns kommen kann. Wir würden ums Leben gern diese große Sache an die Hand und in Betrieb nehmen, wie wir so manches Andere in Betrieb haben. Es erscheint uns als höchst wünschenswert, dass die Gerechtigkeit, ohne die wir ja nicht sein können, einfach von unserm Willen ins Programm genommen werde, unbesehen, was das eigentlich für ein Wille sei. Wir nehmen uns ungefragt das Recht, die tumultuarische Frage: was sollen wir tun? aufzuwerfen, als ob das so wie so die erste und dringendste wäre. Nur möglichst schnell Hand angelegt an Reformen, Sanierungen, Methoden, Kultur- und Religionsbestrebungen von allen Sorten! Nur möglichst schnell ‚positive Arbeit‘ geleistet!“

Die Gerechtigkeit Gottes (1916) Von Karl Barth Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den…

Johannes Meyendorff, Christus als Erlöser im Osten (1985): „Diese Lehre von der Erlösung durch Vergöttlichung hätte als neuplatonische Konzeption der ‚Verschmelzung‘ zwischen Gott und der Schöpfung identifiziert werden können, wenn es nicht in ihrem Zentrum die starke ‚theopaschitische‘ Behauptung gäbe, die von Cyrill von Alexandria verteidigt wurde: ‚Der Sohn Gottes hat im Fleisch gelitten.‘ Dies bedeutet, dass die Erlösung keineswegs eine metaphysische ‚Verschmelzung‘ ist, sondern eine Tragödie der Liebe, einschließlich der Übernahme des Kreuzes durch Gott selbst. Aber gleichzeitig ist klar, dass Golgatha nicht einfach der Preis ist, der allein eine beleidigte göttliche Gerechtigkeit wiedergutmacht, sondern nur der Endpunkt der Identifikation Gottes mit der gefallenen Menschheit, auf die die Auferstehung folgt und die ein Teil der gesamten Heilsökonomie oder des Heilsplans ist.“

Christus als Erlöser im Osten Von Johannes Meyendorff ALLEN DREI synoptischen Evangelien zufolge stellte Jesus auf dem Weg nach Cäsarea…

„Am Anfang war das Wort“, sagte der unglückliche Mann. Aus Andrei Tarkowskis Tagebuch vom Februar 1979: „Hilf mir, Herr, und vergib mir! Ein Bild ist ein Abdruck der Wahrheit, den Gott uns mit unseren blinden Augen erahnen lässt. Ich glaube, ‚Stalker‘ wird wirklich mein bester Film sein. Das ist gut zu wissen, aber nicht mehr. Oder besser: Es gibt mir größeres Vertrauen. Es bedeutet keineswegs, dass ich eine hohe Meinung von meinen Filmen habe. Ich mag sie nicht – sie enthalten so viel Hektisches, Vergängliches, Falsches. (Weniger in ‚Stalker‘ als in anderen.) Das liegt nur daran, dass die Filme anderer so viel schlechter sind. Ist das Hochmut von mir? Vielleicht. Aber es ist auch die Wahrheit.“

„Am Anfang war das Wort“, sagte der unglückliche Mann. Aus Andrei Tarkowskis Tagebuch 10. Februar 1979 Herr! Ich spüre, wie…

Janet Martin Soskice über Metaphern in der Bibel: „Moderne Studien haben gezeigt, dass die Auffassung, Metaphern seien bloß schmückendes Beiwerk, unzureichend ist; vielmehr wird etwas Neues ausgedrückt, das auf keine andere Weise gesagt werden könnte. Dies wird besonders bei komplexen poetischen Bildern deutlich. So vergleicht Philip Larkin, wenn er von Religion als ‚jenem riesigen, mottenzerfressenen, musikalischen Brokat, geschaffen um vorzutäuschen, wir sterben nie‘ (Aubade) spricht, die abgenutzte Religion nicht einfach nur mit altem Stoff.

Metapher Von Janet Martin Soskice Es ist fraglich, ob eine einzige Definition der Vielfalt sprachlicher Verwendungen gerecht werden könnte, die…

Edmund Schlink über den Antichrist (1957): „Dass in dem Auftreten antichristlicher Gestalten, in ihrem Weg, in ihren Worten und »Heilstaten« und in dem Zeugnis der ihnen den Weg bereitenden »Propheten« die Strukturen des Christus-Geschehens in eigentümlicher Verzerrung wiederkehren, macht ihre verwirrende und selbst für die Christenheit versucherische Bedeutung aus. Die Kirche ist hier zur Wachsamkeit gerufen und hat die Pflicht, diese Gestalten öffentlich zu entlarven. Wo dies aber geschieht, da erkennen die Glaubenden trotz aller sich wider sie wendenden Lüge und Gewalt die Ohnmacht dieser Gestalten. Der Antichrist hat weder eigene Gestalt noch Macht, sondern er ist nur das äffische Gegenbild Jesu Christi und besteht nur durch die Geduld dieses Herrn.“

Antichrist III. Dogmatisch Von Edmund Schlink Die Dogmatik handelt vom Antichrist im Rahmen der Lehre von den Vorzeichen der Parusie…

Karl Marx über die Politik des modernen Russlands (Revelations of the Diplomatic History of the 18th Century, 1857): „Die feindliche Macht trügerisch für eigene Eroberungen zu nutzen, sie durch eben diesen Gebrauch zu schwächen und sie schließlich mit den Waffen zu stürzen, die sie selbst geliefert hatte – diese Politik wurde Iwan Kalita durch den besonderen Charakter der herrschenden wie der dienenden Rasse eingegeben. Sie blieb auch die Politik Iwans III. Sie ist noch heute die Politik Peters des Großen und des modernen Russlands, mag die feindliche Macht, die es sich zunutze macht, auch Namen, Sitz und Wesen gewechselt haben.“

Über die Politik des modernen Russlands (Revelations of the Diplomatic History of the 18th Century, 1857) Von Karl Marx Eine…

Wort an die Gemeinden in den Gliedkirchen des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR wider die Einführung des obligatorischen Wehrunterrichts an den Schulen vom 14. Juni 1978: „Die Kon­ferenz bedauert, dass die kirchlichen Be­denken nicht berücksichtigt wurden, und hat die Regierung noch einmal um eine Überprüfung gebeten. Die Konferenz be­fürchtet, dass durch die Einführung von ob­ligatorischem Wehrunterricht die Erzie­hung zum Frieden im Bewusstsein gerade von Jugendlichen ernsten Schaden leidet und die Glaubwürdigkeit der Friedenspoli­tik der DDR in Frage gestellt wird.“

Wort an die Gemeinden in den Gliedkirchen des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR wider die Einführung des obligatorischen…