Die Thesen von Pomeyrol (1941): „Gegründet auf die Bibel erkennt die Kirche Israel als das Volk an, das Gott dazu erwählt hat, der Welt einen Erlöser zu geben und mitten unter den Völkern ein immerwährender Zeuge des Geheimnisses seiner Treue zu sein. Obwohl sie zugibt, dass der Staat vor einem Problem steht, für das er eine Lösung finden muss, erhebt sie einen feierlichen Protest gegen jede Regelung, die die Juden aus der menschlichen Gemeinschaft ausschließt. Die Kirche verzichtet auf alle zweideutigen Aussagen und erklärt, dass man die zwangsläufige Unterwerfung unter den Sieger nicht zu einem Akt freier Zustimmung erklären kann. Sie ist wohl bereit, alle äußeren Konsequenzen der Niederlage auf sich zu nehmen, sieht es aber als eine geistliche Pflicht an, gegen jeden totalitären und pseudoreligiösen Einfluss Widerstand zu leisten.“

Die Thesen von Pomeyrol (1941) Am 16. und 17. September 1941 versammelte sich in Pomeyrol – einem der Église réformée…

Ernst Fuchs, Neun einleitende Thesen zum Ansatz einer christlichen Theologie (1970): „Jesus eröffnet den Raum der Liebe durch sein eigenes liebendes Verhalten in Wort und Tat bis an sein Kreuz. Die zentrale Aufgabe einer christlichen Theologie gilt der Aus­legung aller am Liebesgebot als Hilfe zur Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus beanspruchbaren Texte, in denen sich die Kraft absoluter Wahrheit als Nähe Gottes in der Liebe zu erkennen gibt.“

Neun einleitende Thesen zum Ansatz einer christlichen Theologie (Marburg, 21.1.1970) Von Ernst Fuchs Quelle: Rein Heijne, Sprache des Glaubens. Systematische…

Walter Lüthi, Ein Kapitel. Bibelarbeit über Josua 1 (1957): „Eine seltsame Waffe, Gottes Wort! Ein seltsamer Militär, dieser Josua! Ob ein solcher brauchbar wäre in den Heeresbeständen dieser Zeit und Welt? Sonst mag einem Truppenführer eingeschärft werden, er solle nicht von den Generalstabsplänen abweichen, nicht zur Rechten noch zur Linken; dem Führer Israels aber wird das unverdrossene Verharren an Gottes Wort eingeschärft und gesagt, « alsdann wird es dir gelin­gen ». Seltsamer Generalissimus, seltsamer Landeroberer, dieser Josua, dieser «Gott rettet»! Ob ein solcher bei den Russen, oder bei den Amerikanern, oder bei der neuen Deutschen Wehrmacht zählen würde?“

Ein Kapitel. Bibelarbeit über Josua 1 Von Walter Lüthi 1. Nach dem Tode Mose’s, des Knechts des Herrn, sprach der…

Julius Schniewind, Die Taufe Jesu nach Matthäus 3,13–17 (NTD): „Der Sinn der Taufe Jesu ist vielmehr der, dass er ‚alle Gerechtigkeit erfüllt‘; dies ist’s, was ihm ‚geziemt‘. Die Rechtsordnung Gottes besteht darin, dass der Messias, der Gotteskönig, sich zu seinem Volk hält, dass der Knecht Gottes für die ‚Vielen‘ eintritt. Jesus stellt sich mit denen zusammen, die Sünder sind. Dies war schon der Sinn der Überlieferung von Matthäus 1; es ist der Sinn der Erzählungen von Jesu Helfen und Vergeben, wie sie durch alle Evangelien gehen und bei Matthäus uns von Kapitel 8 an begegnen.“

Die Taufe Jesu nach Matthäus 3,13–17 (vgl. Mk 1,9–11; Lk 3,21f.) Von Julius Schniewind 13 Damals kommt Jesus von Galiläa…

Paul Schempp über Karl Barth 1947: „Wie Barth vor aller Flucht in Weltanschau­ungen warnt, so schiebt er auch im Glauben an die Weltherrschaft des gekreuzigten und auferstandenen Christus alle optimistischen oder pessimistischen Perspektiven beiseite. Nüchterne Besonnenheit, Ge­duld, sachliche Arbeit, Absage an reaktionäre Träume, an Sehnsucht nach Führertum und Befehl, an die Sucht, immer andere haftbar zu machen, und dafür ein verantwortliches Ja zum Menschen in den gege­benen und aufgegebenen Formen und Möglichkei­ten der Gemeinschaft, das sind Forderungen Barths, die eine allgemeine Wegrichtung anzeigen. Unermüdlich ermuntert und erinnert Barth die Kirche der Reformation, ihre einzigartige, unentbehrliche, fröhliche und siegreiche Sache recht zu treiben und sich nicht zu verlieren an allerlei gutgemeinte ‚Bewegungen‘, an Bedürf­nisse und Belange und Selbstempfehlungen. Indem sie ganz für Christus da ist, ist sie auch ganz da für die Welt, für die wirkliche Not und für jede Not des Menschen, gerade auch für seine politische Not und Verlegenheit.“

Karl Barth und der Protestantismus (1947) Von Paul Schempp Es werden noch viele Bücher geschrieben werden über den Professor der…

Martin Luther über das Amen (Deutsche Auslegung des Vaterunsers für die einfältigen Laien, 1519): „Darum heißt das Wörtlein «Amen»: «wahrlich», «für wahr», «gewiss», und es ist ein Wort des festen, herzlichen Glaubens. Es ist, als sagtest du: «O Gott Vater, diese Dinge, um die ich dich gebeten habe, sind – ich zweifle nicht daran – gewiss aufrichtig gemeint und werden geschehen; nicht deshalb, weil ich um sie gebeten habe, sondern weil du befohlen hast, um sie zu bitten, und sie gewiss zugesagt hast. Ebenso bin ich gewiss, dass du, Gott, wahrhaftig bist; du kannst nicht lügen. Also nicht die Würdigkeit meines Gebets, sondern die Gewissheit, dass du wahr bist, bringt mich dazu, es fest zu glauben. Und ich zweifle nicht, dass es ein Amen daraus werden und ein Amen sein wird.»“

Von dem Wort Amen Von Martin Luther Das Wort «Amen» stammt aus der hebräischen (oder jüdischen) Sprache und heißt auf…

Wilhelm Freiherr von Pechmanns Begründung seines Kirchenaustritts im Schreiben an Reichsbischof Müller (1934): „Nun habe ich zwar oft und oft protestiert: gegen die Vergewaltigung der Kirche, gegen ihren Mangel an Widerstandskraft, auch gegen ihr Schweigen zu viel Unrecht und zu all’ dem Jammer und Herzeleid, das man, aus einem Extrem ins andere fallend, in ungezählte ’nichtarische‘ Herzen und Häuser, christliche und jüdische, getragen hat. Aber ich habe bisher nur in Wort und Schrift protestiert, und immer ganz vergeblich. Es ist Zeit, einen Schritt weiterzugehen, d. h. durch den Austritt aus einer Kirche zu protestieren, die aufhört, Kirche zu sein, wenn sie nicht ablässt, die auch von Ihnen wieder proklamierte ‚Einheit zwischen National­sozialismus und Kirche‘ zu einem integrierenden Bestandteil ihres Wesens, zur Richtschnur ihrer Verwaltung zu machen; wenn sie nicht ablässt, sich einem Totalitätsanspruch zu unter­werfen, in dem ich schon an sich, vollends aber in seiner Anwendung auf Glauben und Kirche, nichts anderes zu erkennen vermag als einen Rückfall in vor- und widerchristlichen Absolutismus.“

Begleitbrief zur Kirchenaustrittserklärung an Reichsbischof Müller Von Wilhelm Freiherr von Pechmann AN DEN REICHSBISCHOF München, Ostermontag, 2. April 1934 Hochwürdigster…