Über das Volk Israel (1536) Von Martin Bucer So hat Gott dieses Volk gewiss mit allem ausgezeichnet, bis einmal Christi…
Ernst Bloch, Was im Alter zu wünschen übrigbleibt (Prinzip Hoffnung): „Der Altgewordene, der, in abendlicher Kühle auf der Bank vor seiner Haustür sitzend, das verbrachte Leben überschlägt und sonst nichts, dieser Zug des Grimmschen Wunschbildes ist wirtschaftlich wie inhaltlich außer Kurs gekommen. Nicht aber außer Kurs ist der tüchtige Wunsch, der dem nach Stille so angemessene, dass der Leerlauf des Lebens ringsum aufhöre. Hier hat das Alter (mit dem die bürgerliche Welt nichts mehr anfangen kann) das Recht, altertümlich zu sein.“
Was im Alter zu wünschen übrigbleibt Vor Ernst Bloch Wir lernen im Alter vergessen. Aufreizende Wünsche treten zurück, obzwar ihre…
Tagesgebet zum 10. Sonntag nach Trinitatis (Israelsonntag), 4. August 2024
HERR Gott,himmlischer Vater,Israel hast Du zu deinem Volk erwählt –als Licht unter den Völkern.So reicht dein Heil bis an die…
Søren Kierkegaard, Schaffe Schweigen: „O, alles macht Lärm. In unserer Zeit ist jegliches Unternehmen, selbst das unbedeutendste, jegliche Mitteilung, selbst die völlig nichtssagendste, lediglich darauf berechnet, die Sinne erbeben zu lassen oder die Masse, die Menge, das Publikum und den Lärm zu erregen. Und der Mensch, dieser erfindungsreiche Kopf, er ist gleichsam schlaflos geworden, um immer neue Mittel zu entdecken zur Mehrung des Lärms, zur Ausbreitung des Geräuschs und des Nichtssagenden mit größtmöglicher Hast und im größtmöglichen Maßstabe. … Man wird wohl bald den Gipfel erreicht haben hinsichtlich einer hastigen, alles überflutenden Ausbreitung. Was hat heute so große Verbreitung wie das Getratsch! O, schaffe Schweigen!“
Schaffe Schweigen! Von Søren Kierkegaard O, wofern man (wozu man christlich sicherlich das Recht hat) bei der Betrachtung des gegenwärtigen…
Die Zehn Memminger Artikel der Bauern vom 28. Februar 1525 mit der Antwort des Rats der Stadt Memmingen vom 15. März: „Zum Schluss ist unsre endgültige Meinung und Wille: Wenn wir einen oder mehrere Artikel hier aufgestellt hätten, der dem Wort Gottes nicht gemäß ist, dieselben Artikel sollten für uns nicht gelten. Desgleichen, wo uns schon Artikel zugelassen würden und sich nachmals aus dem Wort Gottes klar erfände, dass sie unrecht wären, wollen wir das gar nicht haben.“
Die Zehn Memminger Artikel der Bauern vom 28. Februar 1525 mit der Antwort des Rats der Stadt Memmingen vom 15.…
Harald Weinrich, Vergeben und Vergessen (Lethe): „Die Gottvergessenen sind hier gemeint, die den Gedächtnispakt mit dem Herrn Israels brechen. Ihre Namen werden in den Staub (Luther: in die Erde) geschrieben. Dieses Schreiben dient hier also nicht der Erinnerung, sondern dem Vergessen. Es bleibt jedoch, was Jesus betrifft, ein ambivalentes Vergessen.“
Vergeben und Vergessen Von Harald Weinrich Das Christentum ist, ebenso wie das Judentum und der Islam, eine Buchreligion. In seinem…
Karl Barth über das Menschsein (Kirchliche Dogmatik, 1948): „Mensch sein heißt: um Jesu willen gehalten sein von Gottes Barmherzigkeit und um Jesu willen sich halten an seine Gerechtigkeit. Ein Mensch ist von Jesus her ein Bewahrter und nun doch selbst ein Bewahrer: denn in dem er behütet ist, ist es ihm aufgegeben, selber ein Hüter zu sein.“
Über das Menschsein Von Karl Barth Mensch sein heißt, um Jesu willen sein Haupt erheben dürfen, sich um Jesu willen…
Zehn (moralinsaure) Gebote zum Unglücklichwerden: „4. Trauere verpassten Gelegenheiten ausgiebig nach, damit sich Dir keine neue Handlungsmöglichkeiten auftun. 5. Konsumiere paradiesisch, denn Überfluss zeugt Überdruss. 6. Lass Dich vom Internet und insbesondere von den Sozialen Medien wählerisch gefangen nehmen, dann wirst Du selbst nichts Befriedigendes bewerkstelligen.“
Wenn im gymnasialen Lehrplan der 10. Klasse das Glück ein Thema ist, darf man sich als Lehrender selbst Gedanken machen:…
Hans Joachim Iwand, Über den Verlust der theologischen Existenz heute (1953): „Wir haben nach 1945 nichts Eiligeres zu tun gehabt (und zwar unter dem Segen der liberalen, der sogenannten ‚freien Wissenschaft‘), als unsere Häuser noch mal mit demselben Stroh zu decken, das uns eben über dem Kopf in Flammen aufging, denn wir sind offenbar nicht gewillt (als Wissenschaftler nicht willens) zu sehen, dass das längst fällige Gericht über den modernen Wissenschaftsbegriff, der kein Wahrheitszeugnis mehr abgibt, von Gott her, d. h. notwendig und nicht durch Zufall erfolgt ist. Gott muß abreißen, ehe er aufbaut. Von ihm her sollten wir begreifen, was durch seine Gerichte niedergelegt worden ist. Wir sollten bereit sein, uns mit dem 19. Jahrhundert kritisch auseinanderzusetzen, und nicht die Sünden unserer Väter, über die ein solches Gericht ergangen ist, wiederholen.“
Über den Verlust der theologischen Existenz heute Von Hans Joachim Iwand I. Es sind zwei Fragen, oder sagen wir lieber,…