Benjamin Franklins Brief an Joseph Priestley (1780): „Der rasche Fortschritt, den die wahre Wissenschaft nun macht, lässt mich manchmal bedauern, dass ich so früh geboren wurde. Es ist unmöglich sich vorzustellen, auf welche Höhe sich in 1000 Jahren die Macht des Menschen über die Materie steigern mag. Vielleicht lernen wir, großen Massen ihre Schwere zu nehmen und ihnen absolute Leichtigkeit zu verleihen, um den Transport zu erleichtern. Die Landwirtschaft könnte ihre Arbeit verringern und ihren Ertrag verdoppeln. Alle Krankheiten mögen durch sichere Mittel verhindert oder geheilt werden, selbst jene des Alters nicht ausgenommen, und unser Leben nach Belieben verlängert werden, sogar über das vorsintflutliche Maß hinaus.“

Benjamin Franklins Brief an Joseph Priestley Passy, 8. Feb. 1780 Sehr geehrter Herr, Ihr freundlicher Brief vom 27. September ist … Mehr

Roman Brandstaetter, Bibel, mein Vaterland: „Du rufst mich aus der Tiefe / mit dem Psalm der Krematorien, / mit dem Weinen über den Ruinen des kämpfenden Warschau, / mit der Klage über die Leichen des verbrannten Ghettos, / mit der Erinnerung an Auschwitz, / Treblinka, / Majdanek, / mit dem jeremianischen Stöhnen / meiner doppelt gemarterten / Geschichte. // Alles ist in dir, / was immer ich erlebt habe. / Alles ist in dir, / was immer ich geliebt habe.“

Bibel, mein Vaterland (Biblio, ojczyzno moja) Bibel, mein Vaterland,Bibel, mein polnisches Land,galiläischund franziskanisch,o ihr Bücher meiner Kindheit,geschrieben in zweizüngiger Rede,polnischem … Mehr

Roman Brandstaetter, Hymnus an die Bibel: „Da formte der Herr deine Kehle, / meißelte deinen Gaumen / nach dem Bild des Himmelsgewölbes, / deinen Lippen und deiner Zunge / gab er die Gabe, Laute zu bilden, / und indem er dir seine Stimme einhauchte, / machte er sie zu deiner Stimme, / Stimme, / Stimme, / sichtbare Stimme, / hervortretend hinter den Bergen Moabs, / aufgehend hinter den Sanden der Wüste, / im ersten Vers der Genesis: / Bereschit bara Elohim, / heiliger Anfang der Buchstaben, / Keim von Sätzen, Kapiteln und Büchern, / die im Rhythmus des göttlichen Atems / sich zugleich / in alle Richtungen bewegen / wie der Wagen des herrlichen Thrones, / den im Land der Chaldäer, / am Fluss Kebar, / in Verzückung der erschrockene / Ezechiel schaute.“

Hymnus an die Bibel (Hymn do Biblii) Sei gegrüßtund gepriesenund gesegnet,Bibel,erschaffen vor der Schöpfung,als noch nichts geschaffen war,vor der Zeit,als … Mehr

Die Thesen von Pomeyrol (1941): „Gegründet auf die Bibel erkennt die Kirche Israel als das Volk an, das Gott dazu erwählt hat, der Welt einen Erlöser zu geben und mitten unter den Völkern ein immerwährender Zeuge des Geheimnisses seiner Treue zu sein. Obwohl sie zugibt, dass der Staat vor einem Problem steht, für das er eine Lösung finden muss, erhebt sie einen feierlichen Protest gegen jede Regelung, die die Juden aus der menschlichen Gemeinschaft ausschließt. Die Kirche verzichtet auf alle zweideutigen Aussagen und erklärt, dass man die zwangsläufige Unterwerfung unter den Sieger nicht zu einem Akt freier Zustimmung erklären kann. Sie ist wohl bereit, alle äußeren Konsequenzen der Niederlage auf sich zu nehmen, sieht es aber als eine geistliche Pflicht an, gegen jeden totalitären und pseudoreligiösen Einfluss Widerstand zu leisten.“

Die Thesen von Pomeyrol (1941) Am 16. und 17. September 1941 versammelte sich in Pomeyrol – einem der Église réformée … Mehr

Dietrich Bonhoeffer, Gott ist kein Lückenbüßer (Widerstand und Ergebung, 1944): „Nicht erst an den Grenzen unserer Möglichkeiten, sondern mitten im Leben muss Gott erkannt werden; im Leben und nicht erst im Sterben, in Gesundheit und Kraft und nicht erst im Leiden, im Handeln und nicht erst in der Sünde will Gott erkannt werden. Der Grund dafür liegt in der Offenbarung Gottes in Jesus Christus. Er ist die Mitte des Lebens, und ist keines­wegs ‚dazu gekommen‘, uns ungelöste Fragen zu beantworten.“

Gott ist kein Lückenbüßer (Widerstand und Ergebung) Von Dietrich Bonhoeffer Das Weizsäcker’sche Buch über das „Weltbild der Physik“ beschäftigt mich … Mehr

Breslauer christliches Wochenblatt ‚Evangelischer Ruf‘ auf der Titelseite seiner Ausgabe vom 14. Oktober 1933: „»Nichtarier werden gebeten, die Kirche sofort zu verlassen.« Da steigt Christus vom Kreuze des Altars herab und verlässt die Kirche.“

Christus expulsus Im Zusammenhang mit der geplanten Einführung eines Arierparagraphen in der Deutschen Evangelischen Kirche (DEK) veröffentlichte das Breslauer christliche … Mehr

Walter Windfuhr über die nationalsozialistische Machtergreifung in der evangelischen Kirche (1933): „In dem Augenblick, als die SA durch das Turmportal einzog, um die Kirche zu ‚erobern‘, floh Gott hinten aus der Sakristeitür. Nun hat er sich in die Synagoge zurückgezogen als in die einzige gottesdienstliche Stätte, wo das Hakenkreuz nicht regiert.“

Gott flieht aus der Kirche in die Synagoge (1933) Der deutschnationale Hamburger Pastor und Judaist Walter Windfuhr (1878-1970) schrieb im … Mehr

Klaus Scholder, Kirchenkampf (1975): „Der Kirchenkampf hat wie keine Epoche zuvor die Schwierigkeiten des politi­schen Redens und Handelns der Kirche im 20. Jahrhundert offenbar werden lassen. Die Thematisie­rung von Schrift und Bekenntnis war in einer revolutionären politischen Situation die einzige und die einzig legitime Möglichkeit der Kirche, zu einem Konsensus über eine falsche politische Theologie zu kommen – ein Vorgang, wie er auch schon im Widerstand der Erweckungsbewegung gegen den Nationalprotestantismus am Anfang des 19. Jahrhunderts zu beobachten ist. Dass diese Themat­isierung nicht schlechterdings unpolitisch war, sondern zu bestimmten politischen Konsequen­zen nötigte, diese Einsicht ist der Kirche mehr aufgezwungen worden, als dass sie sie von sich aus entwickelt hätte. Daraus jedoch zu folgern, die Kirche müsse zu einer unmittelbaren Ein­sicht in das politisch jeweils Richtige und Gebo­tene gebracht werden, heißt den Fehler der Deutschen Christen zu wiederholen und die grundle­gende Einsicht Bonhoeffers aufzuheben: ‚Die Kirche kann primär nicht unmittelbar politisch handeln; denn die Kirche maßt sich keine Kenntnis des notwendigen Geschichtsverlaufs an.'“

Kirchenkampf Von Klaus Scholder I. Der Begriff und seine Geschichte Als Kirchenkampf bezeich­net man die wechselvolle Gesch. der christl. Kirchen … Mehr