Religionismus im Lexikonformat – was Meyer’s Konversationslexikon unter ‚Religion‘ versteht (1889): „Zunächst kann ein abschließendes Wort über Begriff und Wesen der Religion erst gesprochen werden als Ergebnis vergleichender Untersuchungen, wie die allgemeine Religionsgeschichte sie anstellt. Übersichtliches, klares Wissen um den Entwickelungsgang der Religion in der Menschheit ist die erste Vorbedingung zur Lösung der Aufgabe. Unsre Zeit strebt nach Erfassung des Weltzusammenhanges auf Grund der Erfahrungswissenschaften, nach spekulativen Resultaten auf der Unterlage empirisch gesicherter Prämissen, nach deduktiver Zusammenfas-sung von auf induktivem Wege gefundenen Erkenntnissen.“

Artikel „Religion“ in Meyers Konversationslexikon (1889) Religion (lat.), ein im Gesamtleben der Menschheit ebenso bedeutsames wie in seiner begrifflichen, ja … Mehr

Der ‚christliche Glaube‘ als Götze: „Ein solcher Glaube, der bei sich selbst bleibt, ist der moderne Götze, der nun nicht mehr holzgeschnitzt, sondern imaginationsgeschwängert ist. Da hat dann der Apostel Jakobus recht, wenn er sagt, dass der Glaube ohne Werke tot in sich selber ist (Jakobus 2,17). Richtig verstanden vertrauen Christen auf Gottes Werken, wie sie in seinem Wort den Menschen erschlossen sind. Das heißt nichts anderes, als dass Gottes Taten vorgängig sind und Glauben nicht von unserem Vorstellungsvermögen, sondern von Gottes Wort abhängt. Wird dieses Wort-Antwort-Gefüge auf den Kopf gestellt, glauben Menschen ihrem eigenen Glauben. Gute Nacht, kann man da nur sagen, wenn sich die Altersdemenz einstellt. Und schließlich wird es auch nicht ein ‚christlicher Glaube“ sein, der Leib und Seele von der Vernichtungsmacht des Todes erretten wird, sondern Gott, der seinen Sohn Jesus Christus von den Toten auferweckt hat.“

Der „christliche Glaube“ als Götze Nicht nur die sogenannte „christliche Religion“ sondern auch der „christliche Glaube“ ist etwas, auf das … Mehr

Protestantische Rechtfertigungslehre und chinesische Bekehrungslogik: „Das Problem ist jedoch, dass das eigene Vertrauen weniger dem endgültigen Handeln Gottes in der Menschwerdung, Kreuzigung und Auferstehung seines Sohnes Jesus Christus (das sogenannte Pascha-Mysterium) gilt, als vielmehr der eigenen Entscheidung in Sachen Heilsergreifung. Die gläubige Entschiedenheit wird somit zum rechtfertigenden Menschenwerk, das das Heilswerk Christi auf die eigene Akzeptanzleistung zu reduzieren sucht. Ganz umsonst geht es einfach nicht.“

Protestantische Rechtfertigungslehre und chinesische Bekehrungslogik Es gibt sie in China, die protestantische Rechtfertigungslehre, Rechtfertigung des Sünders bzw. Heilwerdung allein durch … Mehr